Metropolregion Mitteldeutschland-Experten diskutieren Perspektiven für Grünen Wasserstoff

HYPOS

Experten diskutieren Perspektiven für Grünen Wasserstoff

10.11.2017
Joachim Wicke

Rund 150 nationale und internationale Akteure der Wasserstoffbranche, aus Wissenschaft und der Politik trafen sich am 2. und 3. November zum 3. HYPOS-Forum. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im BMW-Werk Leipzig standen Rahmenbedingungen und Marktperspektiven für den Grünen Wasserstoff.

Zum Auftakt des Forums zog Dr. Joachim Wicke, Vorstandsvorsitzender des Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany (HYPOS) e.V., eine positive Zwischenbilanz der Arbeit des Wasserstoff-Konsortiums: „In den vergangenen drei Jahren hat sich HYPOS zu einem schlagkräftigen Netzwerk entwickelt, dass die komplette Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zum Einsatz des Grünen Wasserstoffs in Industrie, Mobilität und urbane Energieversorgung abbildet.“ Zwei der insgesamt 25 bestätigten Projekte seien bereits abgeschlossen, weitere elf in der Umsetzung. Darüber hinaus starteten 2018, mit dem Bau einer Elektrolyseplattform zum Test verschiedener Elektrolysetechnologien in Leuna sowie der Erforschung unterirdischer Salzkavernen in Bad Lauchstädt als Wasserstoff-Speicherstätte, zwei weitere HYPOS-Leuchtturmprojekte. „Im nächsten Abschnitt unseres Vorhabens geht es nun darum, die Forschungsergebnisse bis 2030 schrittweise in großindustrielle Anwendungen und tragfähige Geschäftsmodelle zu transformieren“, so Dr. Joachim Wicke weiter.

⁞⁞⁞ Foto: HYPOS-Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Wicke ⁞⁞⁞

Bereits zuvor versicherte Matthias Graf von Kielmansegg, Leiter der Abteilung „Grundsatzfragen; Strategie; Digitaler Wandel“ im Bundesministerium für Bildung und Forschung, den Teilnehmern, auch für die neue Bundesregierung seien die Themen Innovation und Forschung von herausragender Bedeutung. Mit seinen Projekten leiste das HYPOS-Konsortium einen strategischen Beitrag zum Gelingen der Energiewende, entsprechend gut seien die Fördermittel des Bundes angelegt. Für Barbara Meyer Abteilungsleiterin Industrie, Innovation und Mittelstand im Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zeigt HYPOS die „Zukunft des Energielandes Sachsen“.

HYPOS-Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Wicke begrüßt die Ehrengäste und Teilnehmer des HYPOS-Forums 2017An den beiden Veranstaltungstagen gaben nationale und internationale Wasserstoff-Experten sowie Vertreter von HYPOS-Mitgliedsunternehmen in mehreren Vortragsreihen einen Überblick zu den HYPOS-Projekten,  die aktuelle Situation der Erneuerbaren Energien in Ostdeutschland sowie über die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Marktsituation für Grüne Wasserstofftechnologien. Am 2. Tag des HYPOS-Forums diskutierte HYPOS-Vorstandsmitglied Dr. Kathrin Goldammer mit Vertretern von Branchenverbänden über Verbundarbeit in der Wasserstoffwirtschaft. Zu den Teilnehmer der Runde gehörten Dr. Johannes Töpler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verbands e.V. (DWV), Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutsche Energie-Agentur (dena), Andreas Frömmel, ehemaliges Vorstandsmitglied beim Branchenverband Hydrogen Europe und Frank Gröschl vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW).

⁞⁞⁞ Foto: HYPOS-Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Wicke begrüßt die Ehrengäste und Teilnehmer des HYPOS-Forums 2017 (© Nick Putzmann) ⁞⁞⁞

„Wir wollen als HYPOS das Netzwerk zu allen Themen rund um den Grünen Wasserstoff sein“, so die Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts. „Deshalb sind wir daran interessiert, mit Formaten wie dem HYPOS-Forum und den HYPOS-Dialogen die Schnittstellen zu den Themen und Projekten anderer Netzwerke zu identifizieren sowie den Erfahrungsaustausch innerhalb der Wasserstoffbranche zu fördern“, betont Dr. Kathrin Goldammer. „Darüber hinaus werden wir die Leistungen für unsere Mitglieder weiter ausbauen und uns aktiv einbringen, wenn es um die Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Zukunftstechnologie Wasserstoff geht.“

Das Podium zur \"Verbundarbeit als Antrieb des Wasserstoffwirtschaft\" (v.l.); Andreas Kuhlmann (Deutsche Energie-Agentur),  Frank Gröschl (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches), Dr. Kathrin Goldammer (HYPOS e.V.), Dr. Johannes Töpler (Deutscher WasseTagungsort des 3. HYPOS-Forums war das BMW-Werk Leipzig. Der Autobauer produziert dort nicht nur sein E-Auto i3 und den Hybrid-Sportwagen i8. In der Produktion kommt darüber hinaus seit 2013 eine Flotte von elf wasserstoffbetriebenen Flurförderfahrzeugen zum Einsatz, deren Betrieb und Betankung die Teilnehmer des HYPOS-Forums im Rahmen einer Werksbesichtigung live erleben konnten. Der Grüne Wasserstoff für die Flotte, die bis 2019 um 70 weitere Fahrzeuge ausgebaut werden soll, stammt von Linde Gas aus Leuna.

Derzeit engagieren sich rund 114 Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute als Mitglieder im Hydrogen Power Storage & Solutions East Germany e.V. Das gemeinsam von der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS und dem Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland initiierte HYPOS-Projekt verfolgt das Ziel, Grünen Wasserstoff aus erneuerbarem Strom im großtechnischen Maßstab für die Chemieindustrie, die Elektromobilität und die urbane Energieversorgung herzustellen. Im Rahmen einer Wasserstoff-Modellregion sollen dabei das Chemiestoffnetz, das Erdgasnetz sowie die elektrischen Netze in Ostdeutschland modellhaft miteinander vernetzt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Vorhaben im Rahmen des Programms „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ mit bis zu 45 Millionen Euro.

⁞⁞⁞ Foto: Das Podium zur "Verbundarbeit als Antrieb des Wasserstoffwirtschaft" (v.l.): Andreas Kuhlmann (Deutsche Energie-Agentur), Frank Gröschl (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches), Dr. Kathrin Goldammer (HYPOS e.V.), Dr. Johannes Töpler (Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V.) und Andreas Frömmel (sunfire GmbH) (© Nick Putzmann) ⁞⁞⁞

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