Cluster Council fordert langfristige Sicherung des Managements
Das Management der mitteldeutschen Cluster muss mittel- bis langfristig weiter gesichert werden. Dies ist das Hauptergebnis der letzten Sitzung des Mitteldeutschen Cluster Councils vom Montag, den 9. Februar 2006. Der Bedarf für diese Aufgabe zeige sich nach Ansicht der Teilnehmer durch die zahlreichen positiven Entwicklungen in den einzelnen Clustern. Aufgrund der weiteren Intensivierung des mitteldeutschen Clusterprozesses entstünde nach Aussage der einzelnen Clustersprecher erhöhter Koordinierungsbedarf, der mittel- bis langfristig durch ein starkes Management abgedeckt werden müsse. Auch die zur Sitzung anwesenden Vertreter der Landesvertretungen Sachsen-Anhalts und Thüringens erachteten dies für notwendig. Die anwesenden Unternehmensvertreter wiesen dabei auch den Ländern eine Verantwortung für die Unterstützung des länderübergreifenden Clustermanagements zu. Dies sei im Sinne der Wirtschaftsförderung eine Länder-Aufgabe, die die Arbeit der vorhandenen Ländernetzwerke unterstützt und ergänzt.
Des Weiteren berichteten die Sprecher der mitteldeutschen Cluster Automotive, Biotechnologie - Life Sciences, Chemie/Kunststoffe und Ernährungswirtschaft über den derzeitigen Entwicklungsstand in den einzelnen Clustern. Der Leiter des Leipziger BMW-Werks Peter Claussen betonte die Bedeutung einer länderübergreifenden Organisationsform für die ostdeutsche Automobilindustrie.
Im Gegensatz zu den Industrieclustern bestehen laut Prof. Ralf Thiericke, Clustersprecher Biotechnologie - Life Sciences Mitteldeutschland, für seine Branche zwar völlig andere Rahmenbedingungen, doch existiere hier ebenfalls hoher Koordinierungsbedarf. Trotz sehr guter Arbeit der bestehenden Ländernetzwerke und einer auch auf mitteldeutscher Ebene starken Biotechnologie sei laut Thiericke auch hier eine stärkere Managementebene notwendig.
Auf bereits sehr starke Ländernetzwerke in der Chemiebranche (CeChemNet, PolyKum e.V. und andere) verwies Dr. Christoph Mühlhaus, Sprecher des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland. Darüber hinaus machte er die wichtigsten Aufgaben für den mitteldeutschen Clusterprozess aus Sicht der Chemiebranche deutlich. Dies seien zum Einen die Entwicklung der Wertschöpfungsketten und zum Anderen die Förderung von Forschung und Innovationen. Derzeitige Hauptaufgabe des Clusters sei zudem die Vorbereitung der Branchenkonferenz der Bundesregierung im Juni dieses Jahres.
Im Vergleich zu den starken Ländernetzwerken innerhalb der Cluster Biotechnologie - Life Sciences und Chemie/Kunststoffe seien laut Friedrich Kolbitz, Clustermanager Ernährungswirtschaft Mitteldeutschland, innerhalb der Ernährungsbranche bisher nur Mikro-Netzwerke in einzelnen Teilregionen im Entstehen. Im Zuge der Mitteldeutschen Kooperationskonferenz vom November vergangenen Jahres sei es aber gelungen, diese in den Clusterprozess zu integrieren, so dass das Ernährungscluster inzwischen als gemeinsames "Dach" dieser Netzwerke fungiere. Zudem berichtete er vom erfolgreichen Verlauf des NEMO-Förderprojektes "Präbiotische Lebensmittel" und von der Zusage des Landes-Sachsen-Anhalt zur Förderung des jüngst initiierten Projektes zur Warenrückverfolgung von Lebensmitteln. Auch für die Ernährungswirtschaft finde eine Branchenkonferenz des Bundes statt (Herbst 2006). Außerdem sei noch immer die Funktion des Clustersprechers zu besetzen.
Neben diesen clusterspezifischen Inhalten war auch die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie sowie Bildung und Forschung Thema der Sitzung. Nach Aussage von Regionenmarketing-Geschäftsführer Klaus Wurpts hätten gleich mehrere Bundesministerien ein Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit signalisiert.
Das Mitteldeutsche Cluster Council ist ein Koordinierungsgremium der Clustersprecher, der jeweiligen koordinierenden Hochschulen und der Wirtschaftsministerien der drei Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Gremium wurde 2004 auf Initiative des Regionenmarketings Mitteldeutschland ins Leben gerufen. Durch Informationsaustausch sollen Synergieeffekte erreicht und ein abgestimmtes Vorgehen gewährleistet werden. Durch diese Koordinierungsfunktion des Councils soll ein strategisches und zielgerichtetes Handeln erreicht und "Dopplungen" im Handeln vermieden werden. Die Sitzungen des Mitteldeutschen Cluster Councils finden dreimal jährlich statt.

