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Ex-OBM Lehmann-Grube: Cluster wichtiges Instrument zur Weiterentwicklung der Region

12. Mai 2006


Bei einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung Leipzig bezeichnete Hinrich Lehmann-Grube, Oberbürgermeister Leipzig a.D., Cluster als ein wichtiges Instrument, um die Region weiter voranzubringen. Lehmann-Grube war Moderator des Podiumsgespräches "Cluster, Leuchttürme und was noch?", das die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland mitorganisiert hat. Im Podium saßen Helmut Prausner, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland, Prof. Dr. Ralf Thiericke, Clustersprecher Biotechnologie - Life Sciences, und Dr. Joachim Ragnitz vom Institut für Wirtschaftsforschung in Halle.

Mehr als 70 Interessierte verfolgten im Ratsplenarsaal des Neuen Leipziger Rathauses die rund zweistündige Diskussion über Chancen und Potenziale der Region Mitteldeutschland. Die Gesprächsrunde war Teil der Veranstaltungsreihe "Ostdeutschland mit Zukunft".

Sowohl Prausner (Direktor BW Bank Leipzig) als auch Thiericke (Geschäftsführer CyBio AG) betonten, dass durch den mitteldeutschen Clusterprozess eine stärkere Außenwahrnehmung einzelner Branchen sowie der gesamten Region erreicht werde. Zudem ermögliche eine stärkere Vernetzung eine verbesserte Interessenvertretung der Akteure sowie die Mitgestaltung von Rahmen- und Förderbedingungen. Weitere Vorteile seien ein verbesserter Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sowie eine bessere Abstimmung zu gemeinsamen Themen wie Fachkräfte oder die Förderung anwendungsorientierter Forschung.

Auch Ragnitz erachtete angesichts knapper öffentlicher Kassen und der prognostizierten demografischen Entwicklung der Region eine Konzentration auf vorhandene Stärken und eine diesbezügliche Vernetzung als sinnvoll. Durch den Clusterprozess sei ein Erfolg für die Region möglich, so Ragnitz weiter. Er sei überzeugt, dass die Region in 15 Jahren gut aufgestellt sein werde und die dafür notwendigen Potenziale an Standortfaktoren vorhanden seien. Notwendig sei jedoch die Überwindung von "Kleinstaaterei", eine Fusion der drei mitteldeutschen Bundesländer sei sinnvoll.

Auch Prausner zeigte sich optimistisch. Mitteldeutschland sei in vielen Branchen eine der wachstumsstärksten Regionen in Deutschland und Europa. Durch die Arbeit vieler engagierter Unternehmen habe sich in den letzten Jahren viel in der Region bewegt, beispielsweise erfolgten in keiner anderen Region in Deutschland so viele Börsengänge wie hier (etwa fünf bis sechs allein im letzten halben Jahr). Eine stärkere Vernetzung schaffe laut Prausner zudem die Basis für potentielle Unternehmensneugründungen und Kooperationen zwischen Unternehmen und Wissenschaft. Als Beispiele nannte er die Zusammenarbeit der TU Chemnitz mit den Automobilzulieferern der Region und der TU Dresden mit Unternehmen der IT-Branche.

Speziell in der mitteldeutschen Biotechnologie-Branche sei laut Thiericke innerhalb der letzten drei Jahre eine stärkere Vernetzung von Unternehmen und Wissenschaft erreicht worden. Ausschlaggebend dafür sei insbesondere auch die Arbeit des Clusterboards Biotechnologie - Life Sciences, die stark durch das Engagement von Unternehmen aus der Region vorangetrieben wurde. Insgesamt sei die Branche in Mitteldeutschland sehr gut aufgestellt; angesichts weiterer Globalisierung müsse sie aber vor allem international noch stärker sichtbar werden, so Thiericke weiter. Dies sei nur durch eine Bündelung aller Akteure möglich.

Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland initiiert und koordiniert seit mehreren Jahren den länderübergreifenden Clusterprozess in Mitteldeutschland zum Nutzen insbesondere von kleineren und mittleren Unternehmen. Ziel ist es, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit in denjenigen miteinander verbundenen Branchen zu steigern, in denen die Region auf länderübergreifender Ebene über besondere Wettbewerbsvorteile und die notwendige "kritische Masse" an Unternehmen und Forschungseinrichtungen verfügt. Es geht darum, die vorhandenen "Stärken zu stärken" und somit das Profil der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland zu schärfen.

Weitere Informationen zum mitteldeutschen Clusterprozess finden Sie hier.


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Steffen Beck, TÜV Nord
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