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GA-Förderung für länderübergreifende Cluster schlecht geeignet

19. Mai 2006


Der Mitteldeutsche Cluster Council, das Koordinierungsgremium der von der Wirtschaftsinitiative initiierten länderübergreifenden Cluster in Mitteldeutschland, ist zu seiner fünften Sitzung zusammen gekommen. Die Unternehmensvertreter kritisierten dabei wiederholt den Mangel geeigneter Förderprogramme für länderübergreifende Clusterentwicklung, wie sie in Mittel- und Ostdeutschland angesichts der vorhandenen Wertschöpfungsketten notwendig ist.

Bisher wird das länderübergreifende Clustermanagement von der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland getragen. „Mittelfristig sollen die Cluster auf eigenen Füßen stehen“, erklärte Geschäftsführer Klaus Wurpts die strategische Zielstellung des Unternehmensverbundes. Nach Ansicht der Clustersprecher, wie zum Beispiel Peter Claussen (BMW Werk Leipzig) vom Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD), ist dafür aber auch die öffentliche Hand gefragt. „Clusterentwicklung ist Wirtschaftsförderung, deshalb wollen und werden unsere Unternehmen die Kosten nicht alleine tragen“, verdeutlichte Claussen.


Peter Claussen
Werkleiter
BMW AG, Werk Leipzig

Auch die von der Bundesregierung im vergangenen Jahr vorgenommen Änderung der GA-Richtlinien, mit der Clustermanagement förderfähig wurde, eignet sich nur sehr eingeschränkt für die mittel- und ostdeutsche Clusterentwicklung. Zwar gibt es nun eine Vereinbarung der für die GA-Weitergabe zuständigen Bundesländer, auch Anträge mit der Beteiligung von Unternehmen aus anderen Ländern zuzulassen. Doch der notwendige Eigenmittel-Anteil kann laut Prof. Dr. Ralf Thiericke (CyBio AG Jena), Clustersprecher Biotechnologie - Life Sciences, von den Unternehmen seiner Branche nicht aufgebracht werden. Dabei, so Thiericke, benötige insbesondere die Biotechnologie in der Region den Schulterschluss, um international überhaupt wahrgenommen zu werden. Aus den Clustern Chemie/Kunststoffe und Ernährungswirtschaft wurden zwar ebenso wie vom Automotive-Cluster Anträge eingereicht, doch scheint hier die tatsächliche Umsetzung noch nicht absehbar.

In der Diskussion der Vertreter von Unternehmen, Wirtschaftsministerien und Hochschulen wurde schließlich noch auf die derzeitige Bearbeitung der EU-Strukturfonds verwiesen. Hier bietet sich für die Landesregierungen noch die Möglichkeit, Modellprojekte für länderübergreifende Zusammenarbeit in den Förderkanon der EU einzubringen.


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Dr. Klaus Wittenbecher, RKB Raffinerie-Kraftwerks-Betriebs GmbH
„Die Metropolregion leistet einen positiven Beitrag zur Förderung für die Nachwuchs- und Kreativitätsförderung in Mitteldeutschland und setzt sich konsequent für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die regionale Wirtschaft ein.”