Chemiepark Leuna lässt Pipeline/Anlagenbauer hoffen
Über die umfangreichen Investitionsvorhaben im Chemiepark Leuna haben sich am Mittwoch rund 30 Unternehmer aus dem mitteldeutschen Netzwerk Pipeline- und Anlagenbau informiert.
Rund 300 Millionen Euros werden laut Andreas Hiltermann, dem Geschäftsführer der Standortgesellschaft InfraLeuna, derzeit in Deutschlands flächenmäßig größtem Chemiepark in Leuna verbaut. Dabei handelt es sich je zur Hälfte um Erweiterungsinvestitionen als auch neue Unternehmen, die von den infrastrukturellen und logistischen Standortvorteilen des mitteldeutschen Chemiedreiecks überzeugt werden konnten. Darüber hinaus seien über 15 weitere Projekte aus den Bereichen Petrochemie, Kunststoffe, Life Sciences sowie alternative Energien ebenfalls im Umfang mehrerer hundert Millionen Euros in Bearbeitung.
Diese positiven Nachrichten erfreuten die rund 30 Unternehmer aus dem von der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland koordinierten Netzwerk für Pipeline- und Anlagenbau. Schon bei der Werksrundfahrt konnten die zahlreichen, eindrucksvollen Baustellen besichtigt werden. Hiltermann berichtete zudem, dass bis heute über 50 Prozent aller Aufträge aus dem Chemiepark in der Region vergeben worden sind und dass man bestrebt sei, die starke Kompetenz in der Region weiter zu nutzen.
Als einer der Großinvestoren am Standort, stellte Dr. Joachim Pretz von der Linde AG die aktuellen Projekte des neuen Weltkonzerns in der Region vor. Für über 60 Millionen werden in Leuna neue Anlagen zur Luftzerlegung sowie zur Wasserstoff-Verflüssigung gebaut. Damit würde Leuna im inner-mitteldeutschen Konkurrenzkampf mit Bitterfeld um Deutschlands größte Wasserstoffanlage wieder die Nase vorne haben. Die Linde AG, deren neue weltweiten Aktivitäten Pretz ebenfalls präsentierte, bestärkt damit aufgrund der wichtigen Kundennähe ihr Engagement in der Region.
In der Diskussion mit den Unternehmern machte Hiltermann deutlich, dass vor allem die hohen Energiekosten als auch die zunehmend regulative EU-Gesetzgebung dem Standort bei der Investorenakquisition Probleme bereiteten. Zwar sei man sehr gut aufgestellt und habe den mittel- und osteuropäischen Konkurrenten noch Einiges voraus - Hiltermann sprach von zehn Jahren Vorsprung -, doch habe man es gegenüber Wettbewerbern aus den Niederlanden oder dem Mittleren Osten schwer. Die aktuelle Entwicklung der Erweiterungsinvestitionen als auch die positiven Entwicklungen der regionalen Netzwerkarbeit und der guten Kooperation mit der Forschung, so Hiltermann, gäben jedoch große Hoffnung auf neue Synergie und innovative Entwicklungen.
Kontakt:
- Rainer Leipnitz, Sprecher des Netzwerks Pipeline- und Anlagenbau
- Klaus Wurpts, Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland
- Andreas Hiltermann, InfraLeuna Infrastruktur- und Service GmbH
- Dr. Joachim Pretz, Linde AG Leuna
Links:
- Netzwerk Pipeline- und Anlagenbau
- InfraLeuna
- Linde AG, Leuna

