News

Erste mitteldeutsche Cluster-Ringvorlesung mit über 40 Gästen

17. November 2006


Der Clusteransatz ist die Erfolg versprechendste Maßnahme zur Entwicklungsförderung. Diese Aussage machten die Cluster-Experten Dr. Joachim Ragnitz und Dr. Arno Brandt bei der ersten Cluster-Ringvorlesung.

Dr. Ragnitz vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und Dr. Brandt, Leiter Regionalwirtschaft der NordLB, waren Redner bei der Auftaktveranstaltung zu einer international besetzten Cluster-Ringvorlesung, die von der Wirtschaftsinitiative in Kooperation mit der Handelshochschule Leipzig (HHL) noch bis Februar angeboten wird.

Die Analysen des IWH (Institut für Wirtschaftsforschung Halle) bescheinigen Mitteldeutschland durch seine Clustertätigkeit weitaus bessere Zukunftsaussichten als dem gesamten Osten Deutschlands. Zudem zeigen die Untersuchungen, dass Unternehmen, die sich in einem Cluster engagieren, einen höheren Umsatz haben. „In den Clustern Chemie/Kunststoffe und Biotechnologie - Life Sciences ist die Umsatzsteigerung bei clustergebundenen Unternehmen doppelt so hoch wie bei unvernetzten Firmen", sagte Ragnitz. Dabei sei belegt, dass die Umsatzsteigerung aus dem Engagement resultiert.

Die Netzwerkstrategie der Cluster sei dem Reformvorschlag Wachstumspole zu fördern überlegen, denn „die Vernetzung von Unternehmen und Forschungseinrichtungen entlang der Wertschöpfungskette zu fördern ist der richtige Weg, da nur so Stärken wirklich gestärkt werden. Die Innovativität einer Region, und damit ihre Positionierung im Wettbewerb, ist maßgeblich an Vernetzung gekoppelt“, so der Cluster-Experte Ragnitz.

Dr. Arno Brandt, Leiter der Nord/LB Regionalwirtschaft, berichtete über „Voraussetzungen und Effekte regionaler Clusterprozesse“ am Beispiel der Wirtschaftsregion Hannover - Braunschweig - Göttingen. Er stellte die Vorteile eines Clusterprozesses für Länder und Wirtschaft heraus: „Synergieeffekte durch Wissensaustausch und Kooperation sind der offensichtliche Nutzen eines Clusters. Übersehen wird oft, dass der spezialisierte Arbeitskräftepool und die Nähe zu speziellen Dienstleistungen, Zulieferern und Forschungseinrichtungen die Prozesse verkürzen und so direkt zum Wettbewerbsvorteil beitragen“, plädierte Brandt.

Allerdings sei Clusterförderung überregional wirksamer als lokal, da lokale Einzelinteressen doppelt zugreifen und sich gegenseitig behindern anstatt sich zu ergänzen. Insgesamt seien Cluster ein öffentliches Gut, dessen Ziele sich „bottom-up“, also aus der Wirtschaft heraus, bilden müssen und das langfristig von der öffentlichen Hand unterstützt werden müsse.

Von den bisher sechs Clustern in Mitteldeutschland befinden sich die Cluster Automotive und Chemie/Kunststoffe bereits in der Etablierungsphase. In dem Stadium davor, der Entwicklungsphase, sind die Cluster Biotechnologie - Life Sciences, IT und Ernährungswirtschaft. Jüngere Cluster, wie z.B. die Cluster Energie/Umwelt oder Logistik, befinden sich noch in der Initiierungsphase. Wie Brandt sieht auch die Wirtschaftsinitiative die Politik in der Pflicht, sich noch stärker in den Clusterprozess einzubringen.

Bilder der Veranstaltung


Deutsch
English
Metropol hier entsteht was Startseite
Steffen Beck, TÜV Nord
„Seit 140 Jahren arbeiten wir als Dienstleister in Sachen Sicherheit eng mit der Wirtschaft in Mitteldeutschland zusammen und engagieren uns für sichere Anlagen und Arbeitsmittel. Mit der Mitgliedschaft in der Metropolregion Mitteldeutschland wollen wir diese Partnerschaft weiter vertiefen und auch öffentlich noch stärker sichtbar machen.”