News

Schröter und Szabados für "eine Wirtschaftregion"

15. Juni 2007


Sommerlich-feierliche Stimmung herrschte gestern unter den 170 Gästen bei der dritten IQ-Preisverleihung. Die Oberbürgermeister von Jena und Halle, Schröter und Szabados, forderten erneut die Bildung einer länderübergreifenden Wirtschaftsregion.

„Balkon Thüringens“ werden die Dornburger Schlösser bei Jena auch genannt. Hoch oberhalb der sich durch die prächtige grüne Hügellandschaft schlängelnden Saale reihen sich idyllisch das „Alte Schloss“, das Barock- und das Renaissanceschloss durch eine blühende Rosenlandschaft wie an der Kette aufgezogen aneinander und überstrahlen den geschichtsträchtigen Landstrich. Hier, wo sonst die Universität Jena ihre Feste und Workshops durchführt, veranstaltete bei bestem Sommerwetter die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland am gestrigen Donnerstag ihre dritte Verleihung des IQ Innovationspreises Mitteldeutschland.

Rund 170 Gäste, weit mehr als vom IQ-Organisatorenteam um Hanka Fischer erwartet, freuten sich zunächst über die moderne Klimaanlage in dem mit schweren, dunklen Holzbalken durchzogenen Rittersaal des hochwertig grundsanierten Alten Schlosses. Viele erinnerten sich an die schweißtreibende Preisverleihung im vergangenen Jahr in den urigen Gemächern der Neuen Residenz in Halle. „Goethe soll auf Schloss Dornburg seine schönsten Tage gehabt haben“, führte Helmut-Eberhard Paulus mit seinem Eröffnungsvortrag in die mehr als 500 Jahre alte Geschichte des Schlosses ein: „Schlösser sind Orte zum Träumen aber auch Orte für Visionen.“ So spannte der Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten den Bogen vom „Denkmal“ als „Stein des Anstoßes“ hin zu dem hochkarätigen Wirtschaftsevent.

Die 12 Finalisten des IQ-Wettbewerbs saßen direkt neben den Bossen der großen Unternehmen auf den vorderen Plätzen und blickten gespannt auf die weiße IQ-Bühne (sämtliche Agenturdienstleistungen: Büro 42, Leipzig/Halle). Aus 150 Bewerbungen haben es ihre Innovationen nach drei Auswahlrunden bis hierher geschafft. „Wir freuen uns besonders über die gestiegene Qualität der Bewerbungen“, lobte Georg Frank, 1. Vorsitzender des Wirtschaftsvereins der „strukturbestimmender Unternehmen“. Die Initiative könne zunehmend auf ein hervorragendes Netzwerk von Unterstütztern für den „mitteldeutschen Gedanken“ bauen, so der ex-Topmanager von Bayer: „Dies gibt mir Anlass zu der Hoffnung, dass wir die Unternehmen künftig noch gezielter und erfolgreicher unterstützen können.“

Alle Gäste waren sich einig: Als heimlicher Top-Star des Abends hat sich Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) mit seiner engagierten Rede für „eine Wirtschaftsregion Mitteldeutschland“ entpuppt. Mit „bescheidenem Selbstbewusstsein“ skizzierte Schröter seine Vision für die „Stadt der Wissenschaften 2008“ und ihre „absolut notwendige“ Einbindung in einen länderübergreifenden Städteverbund. „Um die Wirtschaft zu beleben brauchen wir starke Oberzentren und Cluster, damit wir möglichst weit oben in Europa mitspielen können“, so die Devise. Schröter wolle auch die Wirtschaftszentren der drei Länder enger zusammenführen, denn „Mitteldeutschland ist kein künstliches, sondern ein lebendiges Gebilde, das von der Wirtschaft getragen wird.“

Dann ging es los mit den Preisen. Bei der Übergabe der Städtepreise ließ sich Halles neue Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados die Steilvorlage ihres Jenaer Amts- und Parteikollegen nicht entgehen. Noch immer behinderten unterschiedliche Regulierungen und Vorschriften die wirtschaftliche Entwicklungskraft Mitteldeutschland. „Diese Veranstaltung zeigt uns, dass die drei Bundesländer für die Wirtschaft längst eine zusammengehörige Region sind.“ Szabados wiederholte ihren erst von wenigen Wochen mit dem Leipziger OBM Burkhard Jung formulierten Appell an die Landesregierungen, die „Initiative Mitteldeutschland“ weiter zu entwickeln und sich der Wirtschaft anzuschließen. Szabados wie auch Schröter forderten zudem auch die großen Städte der Region auf, sich der mitteldeutschen Bewegung anzuschließen. Der IQ-Innovationswettbewerb könne ein erster Schritt sein.

Trotz der Klimakühlung stiegen die Temperaturen im Rittersaal des „Alten Schlosses“ unterdessen weiter an. Nach dem starken Beifall für die beherzten Politikerstatements ging es nun ins Finale und die Sponsoren der sechs Clusterpreise wurden vom Moderatorenteam Hanka Fischer und Klaus Wurpts (beide Wirtschaftsinitiative) kurz interviewt. „The winner is…“, hieß es fortan im fünfminütigen Cluster-Takt. IQ-Chefin Fischer zögerte mit der Vorstellung der je zwei Finalisten pro Cluster die Spannung noch etwas hinaus. Dabei unterstrich sie ihre Moderatorenqualität selbst bei den komplexesten Nanopartikeln und Carbonnanotubes mit großer Sicherheit und lockerer Ausstrahlung.

Der nach einhelliger Meinung aller Gäste würdige Gewinner des diesjährigen Gesamtpreises konnte am Ende der kompakten Veranstaltung schließlich den meisten Applaus auf sich vereinen. Sichtlich gerührt kündigte Wolfgang Göhde von der Görlitzer Biotechfirma CyTecs an, seinen „Freunden in Afrika“ das Preisgeld für Entwicklungsarbeit weiter zu reichen. Die Innovation von Göhdes jungem Team ist ein Mikroskop und ein Objektträger, mit denen zu einem sehr niedrigen Preis Malariainfektionen feststellen – und damit viele HIV-Infektion vermeiden und letztlich Leben retten lassen. Die IHK-Präsidenten Halles und Leipzigs, die gemeinsam mit Wirtschaftsinitiative-Vorstand Frank den Gesamtpreis überreichten freuten sich sichtlich.

Abschliessend gab es noch Siegerfotos für die Presse, und dann ging es in den Schloss-Innenhof ans Buffet. Zu Redaktionsschluss um Mitternacht dauerte das Fest noch an. „Bis zum nächsten Jahr, Sie dürfen gespannt sein!“, verabschiedete sich das Team der Wirtschaftsinitiative

Weitere Informationen:

Webseite des IQ Innovationspreises
Fotos von der Veranstaltung in unserer Bildergalerie
Pressemitteilung der Wirtschaftsinitiative zur Preisverleihung

Vorstellung der IQ-Finalisten - Folge 1: Energie/Umwelt & Automotive
Vorstellung der IQ-Finalisten - Folge 2: Life Sciences & IT
Vorstellung der IQ-Finalisten - Folfe 3: Ernährung&Chemie/Kunststoffe


Deutsch
English
Bildbalken Metropol DE Startseite
Klaus Papenburg, GP Günter Papenburg AG
„Die Wirtschaftsinitiative engagiert sich seit nunmehr 13 Jahren für die aktive Gestaltung des Wirtschaftsstandortes Mitteldeutschland und trägt so zu dessen nachhaltiger Entwicklung und Profilierung bei. Dabei nutzt die Initiative das vorhandene Potential der führenden Unternehmen sowie der hiesigen Verwaltung und fokussiert auf die Region Mitteldeutschland als Ganzes. Erfolgreiche Unternehmen brauchen eine starke Region.”