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Mitteldeutsche Biotech fokussiert Drug Discovery

17. August 2007


Drug Discovery und Pflanzenbiotechnologie zeichnen sich als bedeutendste Schwerpunkte in der mitteldeutschen Biotech-Branche ab. Unternehmen im Cluster Biotechnologie - Life Sciences der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland entwickeln neue Ansätze zur Therapie chronischer Erkrankungen wie AIDS und Alzheimer.

Eines der Mitgliedsunternehmen der Wirtschaftsinitiative, die Probiodrug AG aus Halle, legt besonderes Augenmerk auf den bereich Drug Discovery. Das im Biozentrum Halle am Weinberg-Campus beheimatete Unternehmen zählt darin zu den führenden Entwicklern Deutschlands und forscht an Arzneimitteln, die gezielt auf chronische Krankheiten wie Diabetes und Alzheimer wirken. „Durch die Übernahme der Münchener Ingenium Pharmaceuticals stellt sich Probiodrug zunehmend als integriertes Biotechnologieunternehmen auf. Probiodrug, das größte Biotechnologieunternehmen in Halle, wurde für den Monat August 2007 von Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff aufgrund des „bemerkenswerten Wachstums“ als das Unternehmen des Monats ausgezeichnet und forscht schwerpunktmäßig an neuartigen Medikamentenwirkstoffen.
Prof. Dr. Hans-Ulrich Demuth,
CEO Probiodrug AG

Forschern des Dresdener Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik fanden gemeinsam mit dem Hamburger Heinrich-Pette-Institut einen neuartigen Ansatz zur Therapie des Immunschwächesyndroms AIDS. Erstmals ist es gelungen, mit Hilfe des speziell in über 120 Generationen entwickelten Enzyms „Tre“ nicht nur die Ausbreitung des HI-Virus im Körper zu stoppen, sondern infizierte Zellen zu heilen. "Wir wurden das Virus in den Zellen wieder los, das hat bisher noch keiner geschafft", sagen die Wissenschaftler. "Obwohl Tre bisher nur in menschlichen Zellkulturen getestet wurde, schafft unser neuer Ansatz die technische Grundlage um das Virus später einmal aus Patienten zu entfernen, die mit HIV infiziert sind", sagt Joachim Hauber, der gemeinsam mit seinem Dresdener Kollegen Frank Buchholz die Grundlage für den neuen Ansatz legte. Bis zur klinischen Forschung oder gar bis zur Zulassung eines Medikaments sei es jedoch noch ein langer Weg: "Wir werden jetzt erst einmal das Enzym verbessern und dann prüfen, wie effektiv und sicher wir die Rekombinase in die infizierten Zellen des menschlichen Körpers einbringen können", ergänzt Buchholz.

Beide Unternehmen zeigen, dass die Region Mitteldeutschland mit ihrer Forschungslandschaft hervorragende Arbeitsbedingungen für die Life-Science-Branche bietet. Die Ende Juli 2007 erschienene Studie „Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungspotenziale der Biotechnologie in Deutschland“ der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie beziffert die Life-Science-Branche auf etwa 300.000 Beschäftigte. Bis 2020 werden bis zu 600.000 neue Arbeitsplätze geschätzt. In der Region Mitteldeutschland sind derzeit etwa 12.000 Arbeitnehmer direkt in der Life-Science-Branche beschäftigt. Dabei verfügt Deutschland in der EU über die größte Zahl an Biotech-Unternehmen, die mehrheitlich an neuen Therapien forschen.

Zur Verbesserung der Fördermittelsituation strukturiert das BMBF die Förderpolitik im Bereich der innovativen Pharmaentwicklung neu und ruft die "Pharma-Initiative für Deutschland" ins Leben. Mit dem Förderprogramm sollen Lücken in der Wertschöpfungskette geschlossen und die Erforschung und Entwicklung von neuen Medikamenten in Deutschland gestärkt werden. Der Gesamtumfang der Pharma-Initiative für Deutschland misst deutlich über 800 Millionen Euro, die bis zum Jahr 2011 zur Verfügung stehen. Diese Mittel stehen sowohl für grundlagenorientierte als auch anwendungsorientierte Projekte in den Bereichen Gesundheitsforschung und Biotechnologie zur Verfügung.

Weitere Informationen:
Website probiodrug AG
Website MPI-CBG Dresden
Studie der IG BCE
Pharma-Initiative des BMBF


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Mario Busch, S&P Ingenieure + Architekten
„Für Mitteldeutschland, für unsere Region, engagieren wir uns mit "Herzblut". Wir wollen aktiv dazu beitragen, dass diese Wirtschaftsregion durch Innovationskraft, Wachstum und Lebensqualität eine starke Zukunft hat.”