News

„Wirtschaftsregion Mitteldeutschland gibt es schon”

21. September 2007


Wesentliche Positionen und Forderungen der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland wurden nun bei der einer Mitteldeutschland-Konferenz des CDU-Wirtschaftsrats bestätigt.

Die drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bilden eine über die Ländergrenzen hinweg eng verbundene Wirtschaftsregion. So lautet das Fazit des „1. Mitteldeutschen Wirtschaftstags“, den die drei Landesvereine des CDU Wirtschaftsrates am vergangenen Dienstag in Merseburg mit Unterstützung der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland veranstaltet haben. Allerdings, so das Ergebnis mehrerer Workshops, müssten die länderübergreifende Netzwerkbildung, die Abstimmung der Vermarktungsaktivitäten sowie die Harmonisierung der Förderstrukturen noch weiter entwickelt werden. „Das sind genau unsere Positionen“, kommentierte der 1. Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative, Georg Frank, der neben DHL-Geschäftsführer Michael Reinboth auch an einer Diskussion zum Logistik-Standort teilnahm.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) verwies in seiner Rede darauf, dass die Zusammenarbeit in Mitteldeutschland zuerst von der Wirtschaft ausgegangen sei. Die politische Abstimmung „aller drei Länder in dieser Wirtschaftsregion“ könne noch weiter ausgebaut werden. Der Standort zeichne sich durch hohe Produktivität und niedrige Lohnstückkosten aus. Eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Regionentwicklung sei jedoch, das Wachstum der vielen kleineren eigenständigen Unternehmen zu fördern. Gerade im Exportgeschäft böten sich gute Chancen.

Dieses bestätigte auch Ulrich Blum vom Institut für Wirtschaftsforschung (IWH) in Halle. „Wir müssen die Kleinen und Mittleren pflegen.“ Vor allem jene Unternehmen mit Zukunftstechnologien wie die Solarwirtschaft, die grüne Gentechnologie oder die Umwelttechnologie seien die wichtigsten Zukunftsträger für Mitteldeutschland. Der Aufbau Ost könne nicht durch ein Kopieren der in den alten Ländern bereits vorhandenen Technologien und Produkte gelingen. Stattdessen müsse auf neue Technologie-Zyklen gesetzt werden, die erst in einigen Jahren etabliert sein werden. Nur so könne man beispielsweise Baden-Württemberg „überholen ohne einzuholen“, wie der wortgewandte Wissenschaftler scherzhaft betonte.

Blum ging indirekt auch auf das Thema der diesjährigen Zukunftskonferenz der Wirtschaftsinitiative ein, indem er auf die Toleranz und die gesellschaftliche Kultur in Mitteldeutschland ansprach. Die Region müsse „gut aufpassen, wie sich der kulturelle Nährboden entwickelt“. Dabei trage auch das Bildungssystem eine wichtige Verantwortung. Blum beobachtet an den Schulen die Tendenz, Wissen als Faktor zur „Verwertung“ zu betrachten und die eigentlich Ausbildung zu vernachlässigen. Auch dieses trage zu kulturellen Veränderungsprozessen bei.


Deutsch
English
Bildbalken Metropol DE Startseite
Dr. Gerold Schade, LANXESS IAB Ionenaustauscher GmbH
„Mitteldeutschland ist eine Region mit hohem Bildungsniveau, guter Infrastruktur und hoher Kompetenz bei Forschung und Entwicklung. Die Metropolregion unterstützt diese Stärken und engagiert sich nachhaltig für diesen qualitativ hochwertigen Wirtschaftsstandort. ”