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Städte fordern Länder zur Zusammenarbeit auf

30. November 2007


Am vergangenen Freitag haben sich 16 mitteldeutsche Oberbürgermeister in Jena getroffen, um eine verstärkte Zusammenarbeit zu verabreden. Das Treffen war auf Initiative von Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter und der Wirtschaftsinitiative zustande gekommen.

Am vergangenen Freitag haben sich 16 mitteldeutsche Oberbürgermeister in Jena getroffen, um eine verstärkte Zusammenarbeit zu verabreden. Das Treffen war auf Initiative von Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter und der Wirtschaftsinitiative zustande gekommen.

Das Ziel der Veranstaltung war, nach Angaben der Stadt Jena, eine länderübergreifende Zusammenarbeit der größten Städte in Mitteldeutschland zu schaffen und Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im internationalen Wettbewerb um Talente und Investitionen zu stärken. „Als Vertreter der Wirtschaft haben wir uns sehr gefreut, dass auch die wichtigsten Städte der Region eine Zusammenarbeit auf mitteldeutscher Ebene verabredet haben“, sagt Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts. Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter hatte mit Unterstützung der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland erstmals die Oberbürgermeister aller mitteldeutschen Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern zu einem Treffen eingeladen.


Mit der „Jenaer Erklärung" unterzeichneten die Teilnehmer die Grundlage für die zukünftige Zusammenarbeit mitteldeutscher Städte. „Einzeln sind wir stark, gemeinsam sind wir stärker" sei die Devise. Es ginge um die Schaffung besserer Rahmen-
bedingungen für Investitionen und Bauvorhaben in den drei Ländern, mit dem Ziel die Wirtschaft zu unterstützen, sagte Schröter. „Unsere gemeinsame Geschichte und kulturellen Wurzeln verbinden uns zu gemeinsamen Auftritten", sagte auch Dresdens OB Lutz Vogel.

Künftig soll vor allen Dingen im Bereich, Tourismus, Marketing und Wirtschaft enger zusammengearbeitet werden. „Wir müssen uns so verkaufen, dass wir auch außerhalb Deutschlands wahrgenommen werden", appellierte Erfurts OB Andreas Bausewein: „Ein Gegengewicht zu den Weltmetropolen können wir nur gemeinsam bilden".

Schröter betonte zudem, dass dies erst die Auftaktveranstaltung zu einem jährlich stattfindenden Gesprächsforum mitteldeutscher Städte sei, „das auch für weitere Städte offen ist“. Eines der ersten großen gemeinsamen Projekte soll auf Vorschlag von Leipzigs OB Burkhard Jung die EXPO 2010 in Shanghai sein: „Dies ist eine unglaubliche Chance, gemeinsam zusammenzukommen“, betonte Jung. Weitere konkrete Projekte seien gemeinsame Auftritte für die Immobilienmesse MIPEM im südfranzösischen Cannes, ein gemeinsames internationales Marketing für das 500. Reformationsjubiläum 2017, die Erarbeitung von Technologieatlanten für potenzielle Investoren sowie eine Zusammenarbeit von Eisenach, Zwickau und Suhl im Bereich Automobilgeschichte.

Sehr zufrieden zeigte sich auch Wurpts und meinte, es sei tatsächlich das erste Mal, dass mitteldeutsche Städte zusammengekommen seien. „Begreifen wir es als Impuls, unsere Stärken zu bündeln und gemeinsam in Europa aufzutreten“, betonte der Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer. Für zahlreiche Unternehmen stelle Mitteldeutschland längst wieder eine zusammengehörige Wirtschaftsregion dar, die lediglich durch administrative Vorschriften und Grenzen geteilt werde. Auch im Forschungs- und Wissenschaftsbereich könnten diese Grenzen seit Jahren erfolgreich überwunden werden, begründet die Wirtschaftsinitiative den Vorstoß. Die städtischen Zentren seien als Lebensmittelpunkt junger Menschen und als Treffpunkt von Wirtschaft und Wissenschaft die wichtigsten Innovations- und Zukunftsträger dieser Region.

Teilgenommen haben die Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister der Städte Jena, Dresden, Leipzig, Halle, Erfurt, Weimar, Magdeburg, Eisenach, Bitterfeld-Wolfen, Suhl, Gera, Dessau-Roßlau, Plauen, Zwickau, Hoyerswerda, Lutherstadt Wittenberg und Zwickau. Das nächste gemeinsame Treffen soll 2008 in Hoyerswerda stattfinden.


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Thomas Büschel, TÜV Thüringen
„Mitteldeutschland - mit Sicherheit ein guter Standort!”