Innovation

Leipziger HHL ehrt Harvard-Clustertheoretiker

25. Januar 2008


Mit einer Ehrendoktorwürde hat die Handelshochschule Leipzig HHL den amerikanischen Clustertheoretiker Michael E. Porter am vergangenen Mittwoch vor 240 Gästen ausgezeichnet. Die Wirtschaftsinitiative hat die festliche Veranstaltung im Leipziger Grassi Museum unterstützt.

Porter ist Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Harvard Business School (HBS) und leitet dort das Institut für Strategie und Wettbewerbsfähigkeit. Er gilt als einer der führenden Ökonomen des strategischen Managements und als Begründer der Clustertheorie. Mit der Ehrung unterstreichen die Veranstalter ihre enge Verbindung zu Porters Werk, das sowohl im Lehrprogramm der HHL als auch im mitteldeutschen Clusterprozess praktische Anwendung findet. Die Wirtschaftsinitiative hat die Clustermethodik mit den beiden Wirtschaftsschulen weiterentwickelt und begleitet die mitteldeutschen Clusterprozesse seit 2001.

In seiner Laudatio auf Porter nannte Burkhard Schwenker, Vorsitzender der Geschäftsführung von Roland Berger Strategy Consultants, Ergebnisse einer im Auftrag von Roland Berger durchgeführten Umfrage unter 71 Chefstrategen der größten deutschen Unternehmen. Demnach verließen sich führende Strategen stark auf die Forschungsergebnisse des Havard-Professors Porter. 99 % der Befragten gaben an, das 'Fünf-Kräfte-Modell' regelmäßig bei der Bestimmung ihrer Firmenstrategie zu nutzen. Acht von zehn der Befragten gaben an, mit Porters Konzept der Wertschöpfungskette zu arbeiten, um ihr Geschäftskonzept zu verbessern. Außerdem achteten 60 % bei Investitionsentscheidungen auf Cluster-Vorteile.

Die Bedeutung von Clusterprozessen wurde auch von Studien des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle bestätigt. Demnach habe Mitteldeutschland durch seine Clustertätigkeit weitaus bessere Zukunftsaussichten als der gesamte Osten Deutschlands. „In den Clustern Chemie/Kunststoffe und Biotechnologie - Life Sciences ist die Umsatzsteigerung bei clustergebundenen Unternehmen doppelt so hoch wie bei unvernetzten Firmen", sagt Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts in Bezug auf die IWH-Studien.

„Wir freuen uns besonders, dass auch Bart J. Groot zur Verleihung kommen konnte", sagt Wurpts. Groot hatte im Jahr 2000 als damaliger Geschäftsführer der Dow Olefinverbund GmbH erkannt, dass das Unternehmen nur dann erfolgreich ist, wenn es auch dem Umfeld gut geht. Er hat daraufhin die Wirtschaftsinitiative gegründet (damals „Regionenmarketing“) und zahlreiche Unternehmer bewegt, sich für Clusterprozesse zu engagieren. Das Hauptaugenmerk des Unternehmerverbandes war fortan die Initiierung und Koordinierung von Clusterprozessen verschiedener Branchen in Mitteldeutschland.

Im Jahr 2002 begann mit einem Harvard-Besuch von HHL-Professor Manfred Kirchgeorg die Zusammenarbeit der beiden Hochschulen und der Wirtschaftsinitiative zum Thema Clusterprozesse. Der Forschungsleiter am Institut für Strategie und Wettbewerbsfähigkeit an der Harvard Business School, Dr. Christian Ketels, erstellte daraufhin einen „Case" zu den Clusterprozessen in Mitteldeutschland. Diese Materialsammlung dokumentiert die Clusterprozesse in Mitteldeutschland und wird als Lehrmaterial an der Harvard Business School eingesetzt. Nun hat auch die HHL eine Lizenz für den Clustercase Mitteldeutschland erworben, so dass zukünftig auch hier die Clusterthematik in den Lehrplan aufgenommen werden kann.

Weitere Informationen:
Harvard Business School
Handelshochschule Leipzig HHL

 


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Christian Vogel, CFH Beteiligungsgesellschaft mbh
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