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Unternehmer müssen Kreativität besser nutzen

22. Februar 2008


Die Arbeitsbedingungen in mitteldeutschen Unternehmen können noch besser gestaltet werden, um die Kreativität der Mitarbeiter zu fördern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die im Auftrag der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland von der Handelshochschule Leipzig (HHL) durchgeführt wurde.

Erste Ergebnisse der Studie hat Manfred Kirchgeorg, Inhaber des Lehrstuhls Marketingmanagement an der Handelshochschule Leipzig HHL, bereits zur Zukunftskonferenz im November 2007 vorgestellt. Nun ist die gesamte Studie ausgewertet. Laut der repräsentativen Befragung von insgesamt 1.263 Bürgern im gesamten Bundesgebiet weisen 59,3 Prozent ein mittleres Kreativitätspotenzial („Kreatives Mittelmaß“) auf. 6,7 Prozent zeigen ein geringes („Kreativitätsmuffel“) und 34 Prozent der Befragten ein hohes Kreativitätspotenzial („Kreative Avantgarde“).

Innerhalb der „Avantgarde“ zeigen sogar 0,2 Prozent der Bundesbürger eine extrem hohe kreative Veranlagung („Kreativitätsfreaks“). Über die regionale Verteilung der „Kreativen Avantgarde“ gibt die Einzelanalyse der Bundesländer Auskunft. Auf den Spitzenreiter Sachsen-Anhalt (45,3 Prozent) folgen Nordrhein-Westfalen (39,5), Berlin (39,3), Baden-Württemberg (38,9) und Schleswig-Holstein (37,3). Klare Schlusslichter des Länderrankings sind Bremen (9,9) und Brandenburg (5,9).

In einem zweiten Schritt fanden die Forscher heraus, dass nur 35,1 Prozent der Befragten ihr kreatives Potenzial am Arbeitsplatz gut bis sehr gut entfalten können. Nach dem Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern - hier geben 62,6 Prozent der Befragten an, in einem kreativitätsfördernden Umfeld zu arbeiten - können vor allem die Bundesländer punkten, die im Kreativitätsranking weniger gut abgeschnitten hatten: Rheinland-Pfalz (59,6), Schleswig-Holstein (50,2), Niedersachsen (49,2) und Sachsen (39,2) legen besonderen Wert auf ein kreatives Arbeitsklima. Am Ende der Tabelle liegen Hamburg (6,1) und das Saarland. Keiner der hier Befragten meinte, seine Kreativität am Arbeitsplatz voll zum Einsatz bringen zu können.

„Kreativität wird im internationalen Wettbewerb zunehmend wichtig für Wirtschaftsstandorte, so dass Unternehmer verstärkt auf eine kreativitätsfördernde Umgebung achten müssen“, begründet Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts die Studie. Sie bestätige den Trend, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, die kreative Potenziale am Arbeitsplatz fördern.

In einem dritten Schritt gibt die Studie Aufschluss über die Faktoren, die zu einem kreativitätsfördernden Arbeitsumfeld beitragen: Regelmäßige Schulungen, flache Unternehmenshierarchien bzw. ein Austausch über alle Führungsebenen hinweg helfen, die Motivation und Leistungsfähigkeit zu steigern. Das Gleiche gilt, wenn der Chef regelmäßige konstruktive Leistungsbewertungen ausspricht, Eigeninitiative fördert und offen ist für Fragen und Lösungen seiner Mitarbeiter.

Erfasst wurde das Kreativitätspotenzial mittels 30 Indikatoren, welche die Befragten für sich bewerten sollten. „Gemäß des in Wissenschaftskreisen anerkannten „Creative Personality Scale Tests“ schätzen sich kreative Menschen unter anderem als kompetent, individualistisch, erfinderisch, nachdenklich, selbstbewusst und unkonventionell ein“, erläutert HHL-Professor Manfred Kirchgeorg, Inhaber des Lehrstuhls für Marketingmanagement und verantwortlich für die Erhebung der Daten. Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Konventionalität, Gehorsam und Vorsicht wiesen indes eine negative Korrelation mit Kreativität auf, so Kirchgeorg weiter.

Weitere Informationen:
Länderrankings im Überblick (pdf)
Handelshochschule Leipzig HHL
Zukunftskonferenz Mitteldeutschland 2007
WiM-Artikel: Zukunftskonferenz Mitteldeutschland 2007


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Christian Vogel, CFH Beteiligungsgesellschaft mbh
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