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Jena-OBM Schröter fordert „Kooperationsregion”

29. Februar 2008


Eine „mitteldeutsche Kooperationsregion“ in der es „keine wirklichen Grenzen mehr gibt“ hat Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter am Donnerstag bei den „Leipziger Ratsgesprächen“ gefordert. Nach dem Vorbild der Unternehmen müssten auch die Kommunen und die Landesregierungen enger kooperieren.

Eine „mitteldeutsche Kooperationsregion“ in der es „keine wirklichen Grenzen mehr gibt“ hat Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter am Donnerstag bei den „Leipziger Ratsgesprächen“ gefordert. Nach dem Vorbild der Unternehmen müssten auch die Kommunen und die Landesregierungen enger kooperieren.

„Einfach perfekt“, fasste der Leipziger Wirtschaftsbeigeordnete Uwe Albrecht wohl die Meinung der meisten der rund 30 hochrangigen Unternehmer über das zusammen, was Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter am Donnerstagabend im Leipziger Ratskeller vorgetragen hatte: einen „notwendigen Prozess des Zusammengehens“ der drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Der Rückgang der Bevölkerungszahl bei gleichzeitigem Absinken der nationalen und europäischen Fördermittel erfordern laut Schröter die Bildung einer „mitteldeutschen Kooperationsregion“ mit einheitlichen Gesetzen und Regulierungen sowie eine engere Zusammenarbeit von Kommunen und Landesregierungen. Die Unternehmen machten dieses bereits in der Wirtschaftsinitiative vor.

Zur Steigerung der Lebensqualität in der Region müsse die Wirtschaftskraft weiter gestärkt werden, so Schröter. Dafür müssten die hinderlichen Ländergrenzen überwunden und Landesgesetzte angeglichen werden. Die Wirtschaft setze sich bereits mit großem Engagement dafür ein. Die Bilanz der politischen „Initiative Mitteldeutschland“ der Ministerpräsidenten sei dagegen „ernüchternd“, es fehle der notwendige Mut.

Schröter skizzierte die Zukunft der heutigen drei Bundesländer als ein „polyzentrales Sechseck“. Eine jüngste Konferenz der „Metropolregion Sachsendreieck“ habe deutlich gemacht, dass der auf Sachsen konzentrierte Städteverbund bis nach Erfurt und Magdeburg ausgedehnt werden müsste. Schröter nannte die die europäische Verkehrswegeplanung, die Innovationsförderung und Standortmarketing als gemeinsame Schnittmengen der Kommunen. „Der Name des Gebildes ist dabei zunächst egal“, unterstrich Schröter. Er begrüßte den jüngsten Beitritt Magdeburgs zur Wirtschaftsinitiative und forderte weitere Kommunen auf, sich dem anzuschließen.

Der SPD-Politiker lehnte die Diskussion über eine Länderfusion deutlich ab. Für ein derartiges Vorhaben müssten auch die Menschen mitgenommen werden. Zwar hätte ein gemeinsames Bundesland mehr politisches Gewicht im Berliner Bundesrat, doch gehe es ihm zunächst um eine „klare politische und nüchterne Entscheidung“, nämlich: „Wo will ich Jena hinführen?“ Von einer engeren Zusammenarbeit der Kommunen und der Landesregierungen könnten „alle profitieren“. Der Verlust der Leipziger Messe „Games Convention“ habe deutlich gemacht, dass „strukturell“ mehr miteinander geredet werden müsse.

Weitere Informationen:
Stadt Jena
Metropolregion Sachsendreieck
WiM-Artikel zum Beitritt Magdeburgs
WiM-Artikel zur Metropolregion


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Andreas Otter, Deloitte Leipzig
„Die Metropolregion bündelt einzigartig die wirtschaftlichen Interessen für die Entwicklung.”