Cluster

Tiefensee-Studie bestätigt Clusteransatz

29. Februar 2008


Länder- und branchenübergreifende Clusterprozesse sollten in der Wirtschaftsentwicklung der neuen Bundesländer verstärkt gefördert werden. Das empfiehlt eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin (TU) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMBVS).

Länder- und branchenübergreifende Clusterprozesse sollten in der Wirtschaftsentwicklung der neuen Bundesländer verstärkt gefördert werden. Das empfiehlt eine aktuelle Studie der Technischen Universität Berlin (TU) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMBVS).

Die Studie mit dem Titel „Möglichkeiten und Grenzen einer länderübergreifenden Förderpolitik zur 'Stärkung von wirtschaftlichen Stärken' (Cluster) in Ostdeutschland“ vergleicht zehn Clusterinitiativen und kommt zu dem Schluss, dass Vernetzungsprozesse stärker durch Institutionen wie die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland gefördert werden müssten. „Das ist nach sieben Jahren der Clusterentwicklung in Mitteldeutschland ein Riesenerfolg“, freut sich Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts.

Vernetzungsprozessen fehle es, nach Angaben der Studie, häufig an Koordination. Hier setze die Wirtschaftsinitiative an und koordiniere Clusterprozesse in mehreren miteinander verbundenen Wachstumsbranchen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die länderübergreifende Vernetzung müsse allerdings noch durch bessere Zusammenarbeit der Bundesländer unterstützt werden. Bisher richteten die Landesregierungen noch zu wenig Aufmerksamkeit auf länderübergreifende Clusterentwicklung. Die Empfehlung der BMBVS-Studie laute daher, Ziele zu länderübergreifenden Kooperationen zu vereinbaren und Förderprogramme zwischen Bund und Ländern abzustimmen. Generell sollten Clusterprozesse allerdings „bottom-up“, das heißt aus der Wirtschaft heraus entstehen.

Zur Veröffentlichung der Studie treffen sich in diesen Tagen Fachleute in Berlin, um die Ergebnisse zu diskutieren. Zum Konferenzthema „Zukunftsfelder in Ostdeutschland - Perspektiven und Handlungsstrategien“ referiert Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts über Initiativen, Strategien und Ergebnisse der bisherigen Clusterentwicklung in Mitteldeutschland. „Über die 'Kritische Masse' verfügen viele Cluster in Mitteldeutschland nur länderübergreifend“, sagt Wurpts. Das erkenne man leicht an Wertschöpfungsketten und Kooperationsstrukturen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Natürlich brauche man einheitliche politische Rahmenbedingungen; die Clusterprozesse selbst entstünden allerdings „bottom-up“ aus der Wirtschaft heraus. Dementsprechend bringe die Wirtschaftsinitiative zunächst die Unternehmen an einen Tisch und beziehe dann weitere Partner aus Wissenschaft und Verwaltung ein, erläutert Wurpts.

Auch die aktuelle Clusterpotenzialanalyse des Landes Sachsen-Anhalt bestätigt den Ansatz der Wirtschaftsinitiative. „Die Studie hat die Clusterstrukturen positiv bewertet und bestätigt, dass zusätzlich zur besseren Vernetzung auch der Standort bekannter geworden ist“, beurteilt Wurpts die Ergebnisse. Demnach sehe die Clusterpolitik des Landes auch zukünftig die Förderung von Cluster-Projekten vor. Die Studie bezeichnet es als Chance, „Headquarters“ mit länderübergreifender Themenverantwortung zu bilden. Auch wenn die Studie für uns einige überraschende Ergebnisse aufweist“, so Wurpts, „freuen wir uns, wenn das Land Sachsen-Anhalt in wesentlichen Zügen seine starke Rolle bei der Kooperation der mitteldeutschen Länder beibehält.“

Die Diskussion über Zukunftsfelder in Ostdeutschland ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Anlass der Konferenz ist der wirtschaftliche und gesellschaftliche Strukturwandel in den neuen Ländern. Die zentrale Frage sei laut BMBVS, welche Felder in Ostdeutschland zukünftig Potenziale für Wachstum, Beschäftigung und Forschung böten und welche Handlungsstrategien dafür angeraten seien. Diese Konferenz ist zugleich der Start für eine Reihe von Veranstaltungen zum Thema Zukunftsfelder in Ostdeutschland. In Berlin wird zunächst gemeinsam mit Experten aus verschiedenen Projekten, der lokalen Wirtschaftsförderung sowie aus Netzwerken und Clusterinitiativen in drei Workshops Praxisfragen diskutiert. Dabei werden auch Bundesländer übergreifende Fragestellungen angesprochen.

Weitere Informationen:
Einführung in die Clustertheorie
Programm der Fachkonferenz: "Zukunftsfelder in Ostdeutschland"


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Mario Busch, S&P Ingenieure + Architekten
„Für Mitteldeutschland, für unsere Region, engagieren wir uns mit "Herzblut". Wir wollen aktiv dazu beitragen, dass diese Wirtschaftsregion durch Innovationskraft, Wachstum und Lebensqualität eine starke Zukunft hat.”