Innovation

BMW-Zentrale empfängt IQ-Preisträger

07. März 2008


Die Innovation von Lothar Stemke stieß auf positive Resonanz bei den Ingenieuren des Fahrzeugherstellers. Im vergangenen Jahr gewann seine prämierte „Stemke-Kühlung“ den IQ Innovationspreis Mitteldeutschland. Der aktuelle IQ sucht noch bis zum 15. März nach innovativen Ideen.

Weltweit gelang es einem Unternehmen erstmals ein Kunststoff-Produkt in einem Verfahren zu erstellen, das ohne Wasser als Kühlelement auskommt. Stattdessen verwendet die „Stemke-Kühlung“ ein geschlossenes System, in dem ein Kühlmittel mit sehr niedriger Viskosität zirkuliert. Dadurch ist es möglich, Kühlbohrungen mit einem weitaus geringeren Radius als üblich vorzunehmen, um so filigranere Produkte zu erstellen. Die Stemke Kunststofftechnik GmbH aus Döbeln präsentierte seine Innovation nun vor Ingenieuren der Abteilung „Materialwirtschaft und Kostenengineering“ der BMW AG.

Geschäftsführer Stemke hofft, dass die OEM ihre hohen Anforderungen an ihre Zulieferer weitergeben und die Technologie somit weitflächig zum Einsatz kommen wird. Dafür spreche neben der Zeit- auch die Kostenersparnis.

„Die Herstellung eines sehr dünnwandigen Produktes wäre mit herkömmlicher Wasserkühlung nicht möglich, weil die Bohrungen zu eng für das Kühlwasser wären“, sagt Stemke. Mit dem neuen Verfahren eröffneten sich neue Dimensionen hinsichtlich Materialstärke und Gewicht. Das Ziel sei es, die Technologie in der bisherigen Geschwindigkeit weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Marktpräsenz zu erhöhen. In fünf Jahren solle die „Stemke-Kühlung“ als Standard, wie beispielsweise die Heißkanaltechnologie, anerkannt sein.

Das neue Kühlverfahren wurde erstmals im Vorfeld der Euromold 2007 angewandt. Damals entschlossen sich 30 mitteldeutsche Unternehmen die Produktion der „Koralle“ gemeinsam in nur drei Monaten durchzuziehen. Der Anstoß dazu kam vom Veranstalter der Euromold, der ein innovatives Highlight schaffen wollte. Die Innovation wurde durchweg als Highlight wahrgenommen. Allerdings hat sie im Gegensatz zur IQ-prämierten Hot-Spot-Kühlung noch keine praktische Anwendung gefunden. Stemke vermutet, dass es Mitte 2008 die ersten Produktionswerkzeuge ohne Wasser geben wird.

Das Unternehmen hatte im Sommer 2007 den IQ Innovationspreis im Cluster Automotive für ihre „Hot-Spot-Kühlung“ gewonnen. Mit Hilfe impulsgeregelter Werkzeugkühlung kann die Abkühlzeit im Kunststoffspritzguss um bis zu 50% reduziert werden. Dadurch wird die Produktivität bei abnehmendem Energieverbrauch deutlich erhöht. Das Kühlsystem temperiert partiell kritische Zonen im Werkzeug (Hot Spots) mit besonders geringen Bohrdurchmessern, welche konventionell mit Wasser nicht erreicht werden können. Das System funktioniert verlustfrei und im geschlossenen Kreislauf ohne Emmissionsabgabe.
Carsten Prilop,
Stemke Kunststofftechnik

Die Stemke Kunststofftechnik GmbH baut Spritzgussformenbau und beliefert Kunststoffverarbeitende Kunden bundesweit, vornehmlich im Automotive-Bereich. Die Leistungen reichen von der Produktentwicklung und Werkzeugkonstruktion über die Fertigung von Prototypen- und Serienwerkzeugen bis hin zur Herstellung von Kunststoffteilen in Kleinserien bis 5.000 Stück. In jahrelanger Forschung hat das Unternehmen eine Werkzeugkühlung entwickelt, welche die Zykluszeit bei gleicher Qualität um 10 - 30% verkürzt.

Weitere Informationen:
www.stemke-gmbh.de
www.iq-mitteldeutschland.de

Kontakt:
Stemke Kunststofftechnik GmbH
Waldheimer Str. 1
04720 Döbeln
Tel.: 03431 / 66 37 - 0


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Dr. Klaus Wittenbecher, RKB Raffinerie-Kraftwerks-Betriebs GmbH
„Die Metropolregion leistet einen positiven Beitrag zur Förderung für die Nachwuchs- und Kreativitätsförderung in Mitteldeutschland und setzt sich konsequent für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die regionale Wirtschaft ein.”