Standort

„Anlagenbau ist Rückgrat der Wirtschaftsregion”

14. März 2008


Über 200 Experten der Chemie- und Energieanlagenbaubranche aus ganz Deutschland trafen sich nun zu einer Tagung in Magdeburg. Dabei stellte der 1. Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative, Georg Frank, die Wirtschaftsinitiative vor und präsentierte sechs Thesen für die Zukunft Mitteldeutschlands.

„Der Anlagenbau ist als Querschnittstechnologie das Rückgrat der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland“, sagte der 1. Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland, Georg Frank, zum Konferenzauftakt. Gerade in diesem Bereich müsse das Technikinteresse der Studenten an den Hochschulen geweckt, und der Transfer von den Hochschulen in die Wirtschaft gefördert werden. Es gebe gute Ingenieure in Mitteldeutschland, so Frank.



Georg Frank,

Wirtschaftsinitiative

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff verwies in seinem Grußwort darauf, dass die Anzahl der Beschäftigten in den knapp 200 Unternehmen in seinem Land jährlich um mehr als 13 Prozent steige. So stark wachse keine andere Branche. Mit einer Exportquote von rund 32 Prozent sei der Maschinen- und Anlagenbau zudem ein wesentlicher Träger der insgesamt positiven wirtschaftlichen Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Haseloff kündigte an, die Wachstumskerne der Region zu Clustern entwickeln zu wollen. Die Richtlinien der Gemeinschaftsaufgabe (GA) würden dahingehend modifiziert, dass die Fördersätze bei Erweiterungsförderungen künftig an dem Anteil an Forschung und Entwicklung ausgerichtet werden würden.

Stefan Robert Deibel, Senior Vice President der GTE Engineering BASF SE, betonte, dass Deutschland in der Spezialmaschinenbautechnologie einen gesunden Vorsprung habe und die Ausbildung weltweit „Spitze“ sei. „Damit Deutschland auch weiterhin ein attraktiver Standort für Unternehmen ist, muss sich die Wirtschaftspolitik für Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft stark machen“, ergänzte Fraunhofer-Institutsleiter Michael Schenk.


Michael Schenk,

Fraunhofer IFF

Anlässlich der Konferenz verkündete die Wirtschaftsinitiative sechs Thesen für die Zukunft Mitteldeutschlands. (1) Die Stärken der Region müssten weiterhin durch den Clusterprozess gestärkt werden. (2) Weltoffenheit und Toleranz müssten stärker gefördert werden. (3) Der Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland brauche abgestimmte und einheitliche politische Rahmenbedingungen. (4) Die internationale Standortvermarktung und Investorenakquise der Länder müssten gebündelt stattfinden. (5) Die Region brauche ein gemeinsames Hochschulkonzept für Innovationstransfer und Fachkräftesicherung. (6) Die Förderpolitik solle sich auf die stärksten Wirtschaftszentren konzentrieren und sich in besonderem Maße auf Familien und junge Menschen konzentrieren.

Die alle zwei Jahre stattfindende Veranstaltung wurde gemeinsam von dem Fraunhofer IFF, der FASA e.V., der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland mitsamt dem Netzwerk Pipeline-Anlagenbau und den Partnern VDMA und VCI Nordost veranstaltet. Im Blickpunkt standen in diesem Jahr die Möglichkeiten des Virtual Engineerings für die Projektierung, Konstruktion, Qualifizierung und den sicheren Anlagenbetrieb. Die Zukunft des deutschen Anlagenbaus sahen die Veranstalter in der Nutzung des Virtual Engineerings im Vorfeld sowie nach dem Bau einer Anlage. Setze man das Virtual Engineering bereits in frühen Phasen des Entwicklungsprozesses ein, so ließen sich, laut Fraunhofer IFF, Prozesse um bis zu 30 Prozent beschleunigen, der Produktionsaufwand um 40 Prozent reduzieren und Investitionskosten bis zu 30 Prozent verringern.

Weitere Informationen:
"Anlagenbau der Zukunft"
Virtual Development and Training Centre VDTC
Cluster Chemie/Kunststoffe
Netzwerk Pipeline-Anlagenbau
WiM-Artikel: Anlagenbauer tagen in Magdeburg
Fraunhofer IFF


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Klaus Papenburg, GP Günter Papenburg AG
„Die Wirtschaftsinitiative engagiert sich seit nunmehr 13 Jahren für die aktive Gestaltung des Wirtschaftsstandortes Mitteldeutschland und trägt so zu dessen nachhaltiger Entwicklung und Profilierung bei. Dabei nutzt die Initiative das vorhandene Potential der führenden Unternehmen sowie der hiesigen Verwaltung und fokussiert auf die Region Mitteldeutschland als Ganzes. Erfolgreiche Unternehmen brauchen eine starke Region.”