Cluster

„Entwicklungsbedarf kleiner Unternehmen stärken”

14. März 2008


Das Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland führt Befragungen bei Unternehmen durch. Bei dem „Modellprojekt“ der Landesregierung Sachsen-Anhalt werden auch Kunststoffverarbeiter aus Sachsen und Thüringen einbezogen.

Zunächst solle bei kleineren und mittleren Unternehmen aus dem Kunststoffbereich der Entwicklungsbedarf abgefragt werden, erläuterte Sprecher Christoph Mühlhaus von der Dow Olefinverbund GmbH bei der Sitzung des Clusterboards Chemie/Kunststoff Mitteldeutschland am Donnerstag in Teltow bei Berlin. Dieses sei mit dem sachsen-anhaltinischen Wirtschaftsminister Rainer Haseloff im Zuge des „Cluster-Modellvorhabens“ vereinbart worden. Die Landesregierung hat die besondere Förderung des Bereichs Chemie/Kunststoff im Koalitionsvertrag verankert. Mit den Ergebnissen der Befragung sollen die regionalen Forschungskapazitäten besser an die Unternehmensbedürfnisse angepasst werden. Nach der Kunststoffverarbeitung stünden laut Mühlhaus auch andere Chemie-Bereiche und eventuell auch andere Cluster im Fokus. Die Befragung führt das Hallenser Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik (IWM) mit Unterstützung des Clustermanagements durch.


Als weiteres Projekt stellte Mühlhaus bei der Clusterboardsitzung eine EU-Initiative zur Verbesserung der Pipeline- und Logistiknetzwerke in Mittel- und Osteuropa vor. Im Rahmen des von den Mitteldeutschen angeführten Netzwerks der europäischen Chemieregionen (ECRN) soll auf einen verstärkten Ausbau der Infrastruktur für den Güterverkehr, insbesondere auch nach Russland gedrängt werden. Bisher, so Mühlhaus, liege die Priorität allein beim Personenverkehr. Um die Exportchancen der mitteldeutschen Industrie zu verbessern, müssten insbesondere die Schienenanbindung und die Logistikknoten in Osteuropa ausgebaut werden.
Christoph Mühlhaus,
Dow Olefinverbund

Denkbar sei ein „Verkehrsprojekt Europäische Einheit“ analog jenem Infrastrukturprojekt in Deutschland. Erste Gespräche mit Unternehmens- und Verwaltungsvertretern sowie Logistikern habe es schon gegeben. Nun soll das Clustermanagement ein transnationales Konzept mit Vertretern aus Polen und Tschechien erarbeiten.

„Nun muss gehandelt werden“, kommentierte Mühlhaus auch das Vorgehen des Clusters und des Verbands (VCI) beim EU-Klimapaket. Ebenfalls über europäische Standortnetzwerk ECRN soll über die Auswirkungen der geplanten Emissionsbesteuerung für die energieintensiven Industrien informiert werden. Die europäische Industrie dürfe ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht verlieren, so Mühlhaus, außerdem bräuchten die Unternehmen langfristige Planungssicherheit für Investitionen. „Wir brauchen innovative Lösungen“, sagte der DOW-Vertreter.

Weitere Informationen:
Cluster Chemie/Kunststoffe
European Chemical Regions Network ECRN
Verband der Chemischen Industrie VCI
Dow Olefinverbund GmbH


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Dr. Andreas Auerbach, enviaM
„Als führender Energiedienstleister in der Region trägt enviaM Verantwortung für Mitteldeutschland.”