Innovation

IQ-Finalist verkauft Lizenz an Schweizer Firma

11. April 2008


Die DGE-Dr. Ing. Günther Engineering hat ein innovatives Verfahren zur Aufarbeitung von Biogas entwickelt, für das nun auch eine Schweizer Firma Lizenzen erworben hat. Die Innovation wurde 2007 mit dem zweiten Platz beim IQ Innovationspreis Energie/Umwelt ausgezeichnet.

„Das besondere an unserem Verfahren ist die innovative Technologie zur verlustfreien Aufarbeitung von Biogas“, sagt DGE-Geschäftsführer Lothar Günther. Dabei handele es sich um eine umweltschonende, drucklose Aminwäsche im „Kaltwaschgang“. Der Vorteil dieses Verfahrens sei die „Veredelung“ des Biogases, das bei bisherigen „unrein“ sei und daher nicht ohne weiteres in das Netz der Gasanbieter eingespeist werden könne. Durch die neue Technologie werde das Biogas gereinigt und auf Erdgasqualität gebracht.

Unter dem Markennamen „BCM®-Verfahren“ vertreibt das Wittenberger Unternehmen die Technik in Deutschland seit zwei Jahren. Nach Kunden aus Saudi-Arabien und Brasilien hat nun auch der führende Schweizer Energieversorger, die Erdgas Zürich AG, exklusive Lizenzrechte erworben und setzt künftig ausschließlich auf die Technik aus Wittenberg. Die Rechte erlauben dem Schweizer Unternehmen den Bau sowie Vertrieb des BCM®-Verfahrens für die Region Schweiz und Liechtenstein.

„Die Flexibilität sowie seine enorm hohe Wirtschaftlichkeit machen dieses Verfahren zu einem Spitzenreiter auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien“, sagt DGE-Gründer Günther. Die Methanausbeute liege bei über 99 Prozent und durch den Einsatz als Klärgas und in der Abfallverwertung sei ein breites ökologisches und wirtschaftliches Anwendungsspektrum langfristig gesichert. Das habe die Schweizer Geschäftsleute überzeugt.

Die erste Biomethananlage in Containerbauweise befindet sich bereits in Wittenberg in der Endmontage und wird in den nächsten Wochen in der Schweiz in Betrieb gehen. Nach der Lizenznahme der Firma MT Energie im Jahr 2006 ist dies ein weiterer Schritt, die Biomethaneinspeisung ökologisch und wirtschaftlichtechnisch umzusetzen. Mit Wittenberg, Zeven und Zürich gibt es jetzt drei Produktionsstandorte für die neue Technik. Mit weiteren interessierten Unternehmen, beispielsweise aus Südamerika und Asien, befindet sich die DGE GmbH derzeit in Lizenzverhandlungen.

„Die Lizenzvergabe in die Schweiz ist ein bedeutsamer Schritt zur Einführung dieser Technologie im Ausland“, ergänzt Günther. Dies vor allem, weil die Schweizer Energieversorger laut Günther seit über 10 Jahren eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der nachhaltig erneuerbaren Energieversorgung eingenommen hätten. Dabei sei fortschrittliche Technik immer in Einheit mit ökologischer Nachhaltigkeit bewertet worden. Umso wichtiger sei ihm daher die Wahl des Schweizer Energieversorgers für das Wittenberger Verfahren für die Biomethanherstellung. Aus dieser internationalen Kooperation versprächen sich beide Lizenzpartner neue Impulse für die weitere Optimierung der Klärwerkstechnik europaweit.

Weitere Informationen:
DGE - Dr. Ing. Günther Engineering
Pressemitteilung der DGE Wittenberg
Nachricht: IQ-Finalisten 2007
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Reiner Roghmann, Dow Olefinverbund
„Die Region Mitteldeutschland hat eine interessante geschichtliche und wirtschaftliche Entwicklung genommen, die meinen ganzen Respekt verdient. Mit seinem enormen Wirtschafts- und Innovationspotential wird sich Mitteldeutschland weiter zu einer Zukunftsregion in Europa entwickeln.”