Pipeline-Netzwerk diskutiert Gasmarktregulierung
Das mitteldeutsche Netzwerk Pipeline-Anlagenbau diskutierte Ende Mai bei der Verbundnetz Gas AG in Leipzig Lösungen für CO2-Emissionen und die Zukunft der Gasnetzregulierung. Sprecher Rainer Leipnitz, vom Wirtschaftsinitiative- Mitglied TÜV SÜD, begrüßte die 30 Teilnehmer.
Volker Busack, Leiter Produktion VNG, und Ulf Kreienbrock von der ONTRAS - VNG Gastransport GmbH informierten über Gegenwart und Zukunft des Netzbetriebs und der Netzregulierung auf dem Gasmarkt. In seinen Ausführungen erläuterte Kreienbrock die Punkte Transparenz, Entflechtung, Entgelte und Nutzungsbedingungen, die Gegenstand der Regulierung sind. Mit dem sogenannten Zweivertragsmodell habe auch Ontras gemäß § 20 Abs. 1 b) des Energiewirtschaftsgesetzes die Kooperation zwischen den Betreibern von in Deutschland gelegenen Gasversorgungsnetzen umgesetzt.
Mit dem Zweivertragsmodell wird der Transport von Gas innerhalb des Marktgebietes „ONTRAS“ netzübergreifend sichergestellt. Dies erfolgt auf der Grundlage eines Einspeise- und eines Ausspeisevertrags sowie eines Bilanzkreisvertrages unter Einbeziehung eines virtuellen Handelspunktes. Dadurch wird die den Netzzugang ohne Festlegung eines transaktionsabhängigen Transportpfades ermöglichen und unabhängig voneinander nutz- und handelbar sind. Mit dieser Vereinfachung der Strukturen werden weitere Voraussetzungen für mehr Wettbewerb geschaffen.
Die Gasnetzbetreiber folgen mit diesem Schritt einem Grundanliegen des Energiewirtschaftsgesetzes, die vielen einzelnen Marktgebiete auf möglichst wenige zu reduzieren. Die Netzagentur habe dieser Forderung immer wieder Nachdruck verliehen, um die Liquidität auf den Gasmärkten zu erhöhen, die Abwicklung von Gastransporten zu erleichtern sowie den Umgang mit Regel- und Ausgleichsenergie rationeller zu gestalten. Ziel der Regulierungsbehörde sei es, bis 2012 nur noch ein Marktgebiet zu haben. Gegenwärtig gebe es noch acht Marktgebiete.
In einem weiteren Vortrag ging es um Lösungen für die CO2-Speicherung. „Das CO2-Leitungsnetz wird in Deutschland künftig eine zentrale Rolle spielen“, sagte Robert Scheler von der Verbundnetz Gas AG. Dies sei ein interessantes Zukunftsfeld für die Pipelinebauer, insbesondere da sich auf diesem Gebiet bisher deutschlandweit kein Unternehmen spezialisiert habe.
Kohlendioxid entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Brennstoffen, darunter alle fossilen Energieträger. Aufgrund der ausgeprägten Energiegewinnung aus Braunkohle ist die Frage nach Verminderung der Emissionen gerade für die Region Mitteldeutschland von wirtschaftlicher Bedeutung. Die CO2-Emission eines 1000 MW-Kraftwerks beträgt etwa 7 Millionen Tonnen pro Jahr. Diese Menge entweicht in die Atmosphäre, trägt zur globalen Erwärmung bei. Nun sucht die Industrie nach Lösungen, das CO2 zu transportieren, um es anschließend speichern zu können.
Netzwerk-Sprecher Rainer Leipnitz zeigte sich erfreut über das Interesse der Mitgliedsunternehmen und dankte gleichzeitig der VNG AG für die vorbereiteten interessanten Fachbeiträge sowie die Gelegenheit, sich in der VNG-Zentrale über die moderne Organisation des Netzbetriebs vor Ort zu informieren. Er verabschiedete die Teilnehmer mit dem Hinweis darauf, dass in der Herbstsitzung das Thema Ingenieuraus- und Weiterbildung im Gasleitungsbereich im Mittelpunkt stehen soll.
Weitere Informationen:
Netzwerk Pipeline-Anlagenbau
Verbundnetz Gas AG
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