Cluster

Deutsche Cluster wollen sich vernetzen

24. Oktober 2008


Mit über 300 Teilnehmern hat vergangenen Dienstag die erste Deutsche Clusterkonferenz geendet. Das Engagement von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft stärke den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb, sagte Harvard-Experte Christian Ketels.

Dr. Christian Ketels, Harvard Business School

„Wirtschaftsstandorte mit eng verzahnten Unternehmen, Verwaltungs- und Forschungseinrichtungen spielen im globalen Wettbewerb eine zunehmende Rolle. Bisher gab es jedoch keine Plattform in Deutschland, die sich explizit mit Clusterprozessen befasst. Diese Lücke haben wir mit der Deutschen Clusterkonferenz geschlossen“, sagt Klaus Wurpts, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland, die die Konferenz veranstaltet hat.

Auf der Tagung ging es laut Wurpts zum einen um den Wissensaustausch zwischen den Akteuren, zum anderen aber auch darum, Politik, Unternehmen und wissenschaftliche Institute dazu aufzufordern, den Standort Deutschland durch Kooperationen weiter zu stärken. Aus diesem Anlass wurde auf der Deutschen Clusterkonferenz die Einrichtung eines Lenkungssausschusses verkündet, der sich auf eine engere Vernetzung innerhalb der deutschen Clusterlandschaft konzentrieren soll. „Damit sollen Cluster und ihre Bedeutung für die deutsche Wirtschaft zukünftig stärker sichtbar werden“, so Klaus Wurpts. Das Gremium soll auch die im kommenden Jahr in Leipzig statt findende Weltclusterkonferenz unterstützen.

Dr. Christian Ketels, Forschungsleiter am Institut für Strategie und Wettbewerbsfähigkeit der Harvard Business School in Boston (USA) und Referent auf der Deutschen Clusterkonferenz, spricht Deutschland eine traditionell starke Clusterlandschaft zu, die auf dem Mittelstand und regionaler Vielfalt basiert. Das zunehmende Engagement von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, Clusterprozesse voranzutreiben, biete signifikante Chancen, um den Wirtschaftsstandort Deutschland im globalen Wettbewerb weiter zu stärken, sagt er. Als Voraussetzung hierfür nennt er starke Unternehmen und akademische Institutionen, die ergebnisorientiert auch mit Konkurrenten zusammenarbeiten. Denn „Cluster sind keine Joint Ventures, sondern leben von offenem Wettbewerb“, so Ketels.

Herausragende Beispiele aus der Praxis für gelungene Clusterprozesse sind die fünf deutschen Spitzencluster, die am 2. September vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bekannt gegeben wurden, darunter zwei Cluster aus Mitteldeutschland. Sie erhielten auf der Deutschen Clusterkonferenz offiziell ihre Gewinner-Urkunden durch den BMBF-Staatssekretär Prof. Frieder Meyer-Krahmer. Er lobte insbesondere die Marktstrategien der prämierten Cluster, mit der sie im internationalen Wettbewerb erfolgreich agieren wollen. Die ausgezeichneten Clusterinitiativen sind: Solarvalley Mitteldeutschland, Cool Silicon - Energy Efficiency Innovations from Silicon Saxony, BioRN – Der Biotech-nologie-Cluster Zellbasierte & Molekulare Medizin in der Metropolregion Rhein-Neckar, Forum Organic Electronics in der Metropolregion Rhein-Neckar und das Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg.

Das Ziel, wettbewerbsfähige Cluster und damit die wirtschaftliche Entwicklung und Innovationskraft innerhalb der Europäischen Union zu fördern, verfolgt auch die Europäische Kommission. In einer kurz vor der Deutschen Clusterkonferenz, am 17. Oktober 2008, veröffentlichten Mitteilung forderte sie verstärkte Anstrengungen der Politik zur Schaffung von Clustern von Weltrang in der EU. Unter anderem wird dazu aufgefordert, die transnationale Zusammenarbeit zu befördern sowie Clusterorganisationen auf Spitzenniveau zu unterstützen.

Im Jahr 2009 wird Leipzig Austragungsort der zwölften „TCI Annual Global Conference“ des internationalen Cluster-Kompetenzführers „The Competitiveness Institute“. Zu dem Weltkongress für Clusterentwicklung mit dem thematischen Schwerpunkt „Structural change“ werden vom 22. bis 26. Juni 2009 über 800 Teilnehmer aus der ganzen Welt erwartet.

Über den Veranstalter der Deutschen Clusterkonferenz:
In der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen sowie Kammern und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland. Als internationaler Partner begleitet das Competitiveness Institute (TCI) die Deutsche Clusterkonferenz.

Weitere Informationen:
www.clusterkonferenz.de
www.spitzencluster.de
www.competitiveness.org
Präsentationen der Teilnehmer
Fotogalerie


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Hubert Ernst, Sparkasse Dessau
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