Chemie/Kunststoffe berät über EU-Klimaschutzpolitik
Im Rahmen der Deutschen Clusterkonferenz hat ein Forum "Chemie/Kunststoffe" stattgefunden. Themen waren unter anderem die Auswirkungen der von der EU geplanten Klimaschutzgesetze. Wirtschaftsminister Reiner Haseloff forderte Ausnahmen für energieintensive Industrien.
Die Sondersitzung des Clusterboards Chemie/Kunststoffe fand am 21. Oktober im Kongress- und Tagungszentrum Leuna statt. Der bundesweite Branchentreff wurde im Rahmen eines Forums durchgeführt, das an die Deutsche Clusterkonferenz angeschlossen war. Über 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland diskutierten vor allem die Perspektiven des Netzwerks der europäischen Chemieregionen (ECRN) und dessen Bedeutung für die deutschen Unternehmen. Das Leitthema des Treffens war „Das mitteldeutsche Cluster Chemie/Kunststoffe als gestaltendes Element einer europäischen Chemieregion“.
„Unser Ziel ist es, dass energieintensiven Industriezweigen wie der chemischen Industrie keine Wettbewerbsnachteile im Vergleich zu internationalen Konkurrenten erwachsen“, sagte Reiner Haseloff, Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt. Im Mittelpunkt stehe dabei der Emissionshandel. Solange keine Chancengleichheit durch internationale Abkommen gegeben sei, bedürfe es besonderer Regeln der freien Allokation von Zertifikaten“, betonte er auf der Tagung. Demnach sollen Unternehmen, die auf dem modernsten Stand der Technik arbeiten, nicht durch den Kauf von Zertifikaten über Auktionen belastet werden, sondern die Zertifikate kostenlos erhalten, so die Forderung.
Die Chancengleichheit sei auch ein wichtiges Anliegen des ECRN, dessen Präsident Haseloff ist. Im Jahr 2004 wurde das Netzwerk auf Initiierung Sachsen-Anhalts gegründet, in dem zur Zeit 18 Regionen aus neun Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) zusammen arbeiten. Auf der Sondersitzung berichtete Thomas Wobben, Leiter der Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt bei der EU, dass auf europäischer Ebene das mitteldeutsche Cluster Chemie/Kunststoffe aufgrund seiner Dynamik als prägendes Vorbild der europäischen Chemie betrachtet werde.
Christoph Mühlhaus, Clustersprecher und Generalbevollmächtigter der Dow Olefinverbund GmbH, freute sich über die Anerkennung der Arbeit des Clusters und dessen kontinuierliches Wachstum. Obwohl die Branche auf dem richtigen Weg sei, sehe er dennoch für die zukünftige Entwicklung weiteren Investitionsbedarf. Zum einen zur besseren Auslastung der Infrastruktur und zum anderen für die Forschung und Entwicklung.
Foto: Dr. Christoph Mühlhaus, Dow Olefinverbund
Ergebnisse der Sitzung waren gemeinsame Vorhaben zur Stärkung der Innovation und der Wertschöpfungsketten. Dafür soll zunächst die Strategie mit der Landesregierung Sachsen-Anhalt abgestimmt werden. Weiterhin will das Cluster die Kooperation mit Netzwerken anderer Branchen, wie beispielsweise der Solarwirtschaft, verstärken. Außerdem soll die nachhaltige Entwicklung des Kunststoff-Kompetenzzentrums Halle-Merseburg unterstützt werden. Das Projekt zum Aufbau eines Mittel- und osteuropäischen Stoffverbunds wurde bereits initiiert.
Im Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland arbeiten derzeit etwa 750 Unternehmen mit rund 77.000 Beschäftigten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg. Das Clustermanagement wird seit November 2007 für drei Jahre mit insgesamt 500.000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt gefördert. Dem Clusterboard kommt eine koordinierende Funktion zur Abstimmung für die vorhandenen Netzwerke, die Bundesländer sowie die Forschungseinrichtungen zu. Durchgeführt hatte die Veranstaltung das Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland in Zusammenarbeit mit CeChemNet, InfraLeuna GmbH, Polykum e.V., PolymerMat e.V. und dem Netzwerk Automobilzulieferer Kunststofftechnik Sachsen (AMZK).
Weitere Informationen:
Cluster Chemie/Kunststoffe
Präsentationen der Sitzung (siehen unten Forum E)
Deutsche Clusterkonferenz
Netzwerk der europäischen Chemieregionen (ECRN)
Nachricht: Chemie/Kunststoffe erhöht die Schlagzahl
Nachricht: Chemie/Kunststoffe mit neuem Webauftritt
Nachricht: Chemie/Kunststoffe bei bundesweitem Branchentreff


