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„Designer müssen sich besser vernetzen“

30. Oktober 2008


Letzte Woche fanden die vierten Designers’ Open in Leipzig statt. Eine Podiumsdiskussion zum Stellenwert von Design in der Wirtschaft eröffnete das Festival. Wirtschaftsinitiative-Clustermanager André Soudah forderte dort ein verbessertes Netzwerk der Kreativen.

André Soudah, Wirtschaftsinitiative

Vom 24. bis zum 26. Oktober zog es zahlreiche europäische Kreative in das Leipziger Grassi-Museum. Dort präsentierten über 140 Designer aus der Region ihre Produkte. Das übergeordnete Thema „Re-scaling Design“ sollte verdeutlichen, dass die künstlerische Arbeit nicht nur dem Selbstzweck dient, sondern ein wertschöpfender Faktor für die Wirtschaft ist. Ein Anliegen der Designers’ Open-Macher war es, Design aus Deutschland zu einer stärkeren Marke zu machen. Dafür möchten die Leipziger sich deutschlandweit stärker vernetzen. „Ein Ziel der Netzwerkbildung ist es, den Designstandort Deutschland auch im Ausland langfristig bekannt zu machen“, sagte Veranstalter Jan Hartmann. Neben den Designers’ Open seien auch die Messen „Create Berlin“ und „KölnDesign“ Impulsgeber dafür. Vertreter aus Berlin und Köln waren dementsprechend auf der Leipziger Messe zugegen.

Diese Entwicklung begrüßte auch André Soudah, Clustermanager der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland. „Die Designer in Deutschland müssen sich besser vernetzen“, sagte Soudah. Mit diesen Joint Ventures könnten auch der Stellenwert und der Erfolg der Kreativitätsbranche steigen. Auf die Frage, welche Position Design in der Wirtschaft einnehme, wurde seitens der Kreativszene der Wunsch nach mehr Unterstützung laut. Man müsse Kreative als Querdenker verstehen, die Unternehmen mit innovativen Konzepten bereichern könnten. Dafür suche die Branche Kontakte in Wirtschaft und Politik.

Clustermanager Soudah wies auf dahingehende Aktivitäten der Wirtschaftsinitiative hin. In Mitteldeutschland habe nicht zuletzt die Kreativitätskonferenz 2007 wichtige Entscheidungsträger für das Potential der Kreativitätsbranche sensibilisiert. Eine weitere richtunggebende Maßnahme sei zudem die Absolventenmesse Mitteldeutschland im Juni 2008 gewesen. Als weiteres Beispiel nannte der Netzwerk-Manager die Initiative „Ideenmanagement Mitteldeutschland“, die eine denkbare Schnittstelle zwischen Unternehmern und Kreativen darstellen könne.

Soudah bestätigte den anzunehmenden Einfluss von Kreativität auf wirtschaftlichen Erfolg. Er gab allerdings zu bedenken, dass sich die Kreativitätsbranche möglicherweise aufgrund ihrer Eigendynamik zu schnell für institutionalisierte Fördermaßnahmen entwickle. Ergänzend zu „veralteten“ Verbandsstrukturen sei es daher sinnvoll, über zusätzliche „neue“ Netzwerktypen nachzudenken. Akteure an einem starken Designstandort sollten sich besser vernetzen, um besser wahrgenommen zu werden, schloss der Clustermanager.

Großes Entwicklungspotential für Mitteldeutschland liege nach Hartmann vor allem im Kommunikationsdesign. Die Ergebnisse der sechsten Leipziger Studie zur Situation der Unternehmen im Cluster Medien, Kommunikationstechnik und IT zeigen, dass es in den Bereichen Datenverarbeitung, Informationstechnik und Telekommunikation mit 34,6 Prozent die meisten Neugründungen gibt. Auftraggeber der Studie war das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig und die Sächsische Staatskanzlei. Die Ergebnisse der Studie bieten einen aktuellen Überblick der Medienbranche und Vergleiche zu Entwicklungstendenzen in anderen Medienstädten.

Weitere Informationen:
Designers' Open
Zukunftskonferenz Mitteldeutschland
Absolventenmesse Mitteldeutschland
Arbeitskreis Ideenmanagement Mitteldeutschland
Studie Medien/Kreativität
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