Cluster

Informationstechnologie empfängt DIHK-Ausschuss

14. November 2008


Vergangene Woche hat der Ausschuss für Telekommunikation und Neue Dienste des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) das Cluster Informationstechnologie Mitteldeutschland besucht. Sprecher Klemens Gutmann informierte über die Wirtschaftsinitiative.

„Die Gäste waren überrascht, mit welchem Engagement die Unternehmen hier im Cluster zusammen arbeiten und wie viele Projekte die Wirtschaftsinitiative als privatwirtschaftliches Unternehmen auf die Beine stellt“, resümiert Gutmann die Reaktionen seiner rund 50 Gäste auf die Dynamik am Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland.

Zum Abschluss seiner zweiten Amtszeit als Vorsitzender des DIHK-Ausschusses hatte Clustersprecher Gutmann für die halbjährliche Vollversammlung nach Leipzig geladen, um seinen Kollegen aus ganz Deutschland einen Eindruck von der Region und der Wirtschaftsinitiative zu vermitteln. Auf dem Programm  standen außerdem die Besichtung des DHL Hubs und Expertenvorträge.

Der erste offizielle Programmpunkt des zweitägigen Besuchs war die Führung durch den DHL Hub Leipzig. Geschäftsführer Michael Reinboth begrüßte die Gruppe und erlaubte einen Einblick in die Informationstechnologie-Landschaft der Abfertigungs-Logistik. Diskutiert wurden dabei auch die noch immer bestehenden Vorteile der konventionellen Barcode-Technik gegenüber dem digitalen Nachfolger, der Radiofrequenz-Identifikation (RFID). Dabei handelt es sich um ein vollständig elektronisches Verfahren, Gegenstände wie beispielsweise Postsendungen zu kennzeichnen und gegebenenfalls zu lokalisieren. Mit Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (Fraunhofer IFF) in Magdeburg verfügt Mitteldeutschland über eines der modernsten Labore für die RFID-Technologie.

Weitere Vorträge behandelten visionäre Themen wie „De-Mail“ oder „E-Energy“. Im ersten Fall geht es um die Einführung hochsicherer E-Mailsysteme für Unternehmen und Verwaltung. Dabei kommunizieren die gegenseitig authentisierten Teilnehmer über verschlüsselte Kommunikationskanäle. Ziel ist es, elektronisch Kommunikation eine vergleichbare Rechtsverbindlichkeit zu geben wie papierbasierten Verfahren. „Im Grunde entspricht der höchste Zuverlässigkeitsgrad dieser Mails einem Einwurf-Einschreiben“, erläutert Gutmann.

Foto: Michael Reinboth, DHL Hub Leipzig

Bei „E-Energy“ handelt es sich um ein Förderprogramm, das Vertreter des  Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) dem DIHK-Ausschuss vorgestellt haben. Vor dem Hintergrund, bis zum Jahr 2020 rund 40 Prozent der Energie in Deutschland aus erneuerbaren Energieträgern zu beziehen, hat der Technologiewettbewerb zum Ziel, Ökostrom effizienter zu erzeugen, zu verteilen und zu nutzen.

Dazu bedarf es innovativer Informations- und Kommunikationstechnologie-Lösungen (IKT) entlang des Stromnetzes, und zwar von der Erzeugung zum Verbraucher hin, und umgekehrt. „Auch mittelfristig werden die erneuerbaren Energien den Bedarf nicht rund um die Uhr abdecken können; dafür wird nach Wegen gesucht, wie zunächst überschüssige Energie zwischengespeichert und später im Netz verteilt werden kann“, erklärt der Sprecher des mitteldeutschen Clusters Informationstechnologie.

Als Beispiel wurde ein Modellprojekt im Harz angeführt. Dort existiert bereits ein Substromnetz mit einem hohen Anteil regenerativer Energien aus Wasser- und Windkraft. In manchen Jahreszeiten kann daraus bereits heute der lokale Strombedarf weitestgehend gedeckt werden. Für die vollständige Abdeckung wird nun eine Feldstudie unter anderem auch mit Elektroautos durchgeführt. Die Wagen werden mit einer elektronischen Identifikation versehen. Ihre Akkus dienen während der Standzeiten als Zwischenspeicher für den überschüssigen Strom der Energie-Lieferanten.

Dies ist möglich, wenn ein breites und öffentliches Anschlussnetz für Elektroautos einschließlich der Identifikations- und Meldetechnik besteht. „Es ist durchaus eine attraktive Vorstellung, dass der Halter des Wagens für die Parkdauer seine Batterie lädt und gleichzeitig eine Gutschrift für die Bereitstellung seines Fahrzeuges als Zwischenspeicher erhält“, meint Gutmann.

Der Ausschuss für Telekommunikation und neue Dienste besteht seit Mitte der 1990er Jahre. Zu seinen Aufgaben gehört es, Empfehlungen oder Forderungen der Unternehmen aus der Branche Informationstechnologie/Telekommunikation mit dem Gesetzgeber oder Regulierer zu diskutieren und Vorschläge auszuarbeiten.

Weitere Informationen:
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Sybille Linke, Deutsche Telekom
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