Cluster

Informationstechnologie diskutiert Projektrisiken

21. November 2008


Konsequentes Projektmanagement, intensive Kommunikation und detaillierte Ausschreibungen sind der Grundstock für erfolgreiche IT-Projekte. Zu diesem Ergebnis kam Gastgeberin Katja Teichert mit den 30 Teilnehmern des zweiten IT-Branchentreffs vergangene Woche.

„IT-Projekte und Unternehmensrisiken“ war das Thema des Abends, zu dem das Cluster Informationstechnolgie (IT) der Wirtschaftsinitiative gemeinsam mit der DIS Deutscher Industrie Service AG Projektverantwortliche und Manager eingeladen hatte. Von besonderem Teilnehmerinteresse waren die Themen Vertragsgestaltung, Projektentwicklung und Mitarbeitermotivation.

Auf dem Podium diskutierten Bernard Czaja, Director Information Technology der Q-Cells AG, Andreas Schaser, IT Manager des DHL Hubs Leipzig GmbH, und Holger Maschke, Leiter Systembetrieb der perdata GmbH, über rechtliche und prozessuale Risiken in IT-Projekten. Die Prozesse zu optimieren war beim Branchentreff das gemeinsame Anliegen beider Seiten, sowohl der Auftraggeber als auch der Dienstleister.

Moderiert wurde die Runde vom Zwickauer Fachanwalt für das Recht der Informationstechnologien Christian Klostermann. Der Jurist gab zudem Ratschläge zur Vertragsgestaltung, die auf reges Interesse stießen, da die Vertragsgestaltung in der IT-Branche besonders komplex sei. Das liege darin begründet, dass es sich bei IT-Projekten zum einen um Werkverträge handle, in denen der Erfolg des Vorhabens klar definiert werden muss. Zum anderen ist der Projektumfang oft nicht von Beginn an ersichtlich. So änderten sich Projekte häufig im Prozess, was Auswirkungen auf die Software-Anforderungen habe, erläuterte Klostermann.

Für die Vertragsgestaltung empfehle Klostermann daher, wichtige Zwischenziele und einen angemessenen Rahmen für die Nachgestaltung zu erfassen. Der Passus „im Laufe der Entwicklung“ sei nach ihm jedoch zu weit reichend. Weiterhin sollte für den Fall von Konflikten zwischen dem Auftraggeber und Dienstleister der Konfliktlösungsprozess vertraglich erfasst werden. Somit könnte eine außergerichtliche Einigung erzielt und ein externer Sachverständiger vermieden werden. Bei einer Verhandlung vor Gericht müsste mit einer Verfahrensdauer von drei bis vier Jahren gerechnet werden.

Foto: Holger Maschke, perdata GmbH; Christian Klostermann, FA Informationstechnologie; Andreas Schaser, DHL Hub Leipzig GmbH; Bernard Czaja, Q-Cells AG

Wesentlicher Bestandteil eines für beide Seiten erfolgreichen IT-Projektes sei daher eine gelungene Kommunikation. Dies erfordere viel Disziplin auf beiden Seiten, um Arbeiten „auf Zuruf“ zu vermeiden. „Dazu gehört auch ein festgelegtes Leistungspaket und geklärte Nutzungsrechte“, sagte Schaser. Detaillierte Ausschreibungen seien eine notwendige Basis, um unerwünschte Überraschungen zu vermeiden.

Diese Ansicht ergänzte der Q-Cells IT-Chef Bernard Czaja. „Die Projektplanung verläuft am effizientesten mit präziser Kommunikation, Pflichtenhefterstellung und Unterstützung der Geschäftsleitung.“ Dementsprechend führe das Unternehmen mehrtägige Auswahlgespräche mit potenziellen IT-Diensteistern. Damit könnten vorab die Erwartungen an die Software ausführlich dargelegt und Missverständnissen vorgebeugt werden. Auch Holger Maschke, Leiter Systembetrieb der perdata GmbH, betonte den Wert von Vorgesprächen. „Je weiter ein Projekt fortgeschritten sei, desto schwieriger und kostenintensiver wird der Entwicklungsprozess."

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion stellte Anja Kutzler, Bereichsleiterin Wissens- und Ressourcenmanagement der GISA GmbH in Halle, die weitere Ausgestaltung der Fachkräfte- und Standortinitiative ‚do IT here’ vor. Seit dem Kampagnenstart im Februar dieses Jahres erfuhr die Kampagne bundesweit Beachtung. Die gemeinschaftliche Kampagne unter der Dachmarke ‚do IT here’ erlaube Aktionen in einer Größenordnung, die einzelne IT-Unternehmen nicht leisten könnten.

Foto: Anja Kutzler, Gisa GmbH

Michael Erdmann, Leiter des Competence Centers E-Government bei IBYKUS und Unterstützer von ‚do IT here’, freut sich sehr, dass sich die Initiative in der IT-Branche bereits zu einer Marke entwickelt habe. Für ihn wäre es gut denkbar, das Konzept der Fachkräfte- und Standortinitiative auf andere Cluster zu übertragen und damit die Region Mitteldeutschland branchenübergreifend zu stärken.

Nach dem Motto „Frequenz statt Masse“ möchte Kutzler auch im kommenden Jahr, ‚do IT here’ ausbauen. Die Nachhaltigkeit der Kampagne soll durch eine erweiterte Internetplattform als Web 2.0 gewährleistet werden. Auf dieser können sich Unternehmen und Unterstützer den Absolventen, Young Professionals, Fach- und Führungskräften präsentieren und für Mitteldeutschland werben. Für Interessierte veranstaltet die GISA GmbH am 11. Dezember 2008 eine Informationsveranstaltung zur Fortsetzung der Kampagne. Interessenten können sich bei Anja Kutzler anmelden.

An der Finanzierung der 2007 initiierten Kampagne sind derzeit zehn Unternehmen aus dem mitteldeutschen Cluster IT beteiligt, darunter DIS, GISA, perdata, regiocom, itcampus, IBYKUS, ESC Electronic Services, T-Systems Multimedia Solutions, CCC software sowie die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.

Kontakt:
Anja Kutzler

Weitere Informationen:
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Steffen Beck, TÜV Nord
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