Standort

Laut Studie führt Leipzig bei Erwerbstätigenquote

09. January 2009


Gemäß einer aktuellen Studie sind die mitteldeutschen Städte immer attraktiver für Fachkräfte. Für Jens Berger, PricewaterhouseCoopers-Partner, ist die Bildung das größte Potenzial der Region. Er fordert mehr Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Jens Berger, PwC

Die mitteldeutschen Städte können in den kommenden zehn Jahren mit einem Zuwachs an Hochqualifizierten von 10 bis 15 Prozent rechnen. Das prognostiziert die Studie „Deutschland 2018 – Die Arbeitsplätze der Zukunft“. Sie beruht auf der Annahme, dass die bundesdeutsche Bruttowertschöpfung mit der gleichen Rate wie von 1994 bis 2006 zunimmt. Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und dem Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI). Sie zeigt die Entwicklung der Erwerbstätigkeit in den 429 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten.

Die Langzeitprognose kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Arbeitsplätze in den Regionen eng mit der Zahl der Hochqualifizierten verbunden ist. Regionen mit einem wachsenden Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften können langfristig eine bessere Erwerbstätigenentwicklung aufweisen als solche mit gleichbleibendem oder sinkendem Qualifikationsniveau der Beschäftigten.

Dass dabei die mitteldeutschen Städte bei der Erwerbstätigenquote auf den vorderen Plätzen liegen, freut Georg Frank, Wirtschaftsinitiative-Vorsitzender. „Angesichts der demografischen Entwicklung haben Wirtschaft und Politik in Mitteldeutschland schnell erkannt, wie wichtig Fachkräfte für den Standort sind.“ Frank sieht die Strategie der Wirtschaftsinitiative und ihr Engagement beispielsweise in Form der Absolventenmesse oder der Kreativitätskonferenz bestätigt.

Foto: Prof. Dr. Georg Frank, Wirtschaftsinitiative

Mit einem Wachstum von über 15 Prozent profitiert Leipzig am stärksten von diesem Trend. Die überdurchschnittlich guten Perspektiven zeigen sich sowohl im sachsenweiten als auch im bundesweiten Vergleich. Ebenso gute Aussichten sind mit 10 bis 15 Prozent für Dresden, Jena und Gera prognostiziert.

„Ich freue mich, dass Leipzig weiter wachsen wird. Die Stadt besitzt eine ausgezeichnete Infrastruktur und Hochschullandschaft“, sagt PwC-Partner Jens Berger. Um die wirtschaftliche Entwicklung in Mitteldeutschland weiter voranzutreiben, brauche die Region jedoch zunehmend Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. „Nur so könne die  Innovationsfähigkeit und Spezialisierung langfristig gesichert werden“, ergänzt er. Daher unterstützt PwC die Leipziger Hochschulen sowohl materiell als auch ideell. Die Leipziger Niederlassung rekrutiert mehr als 80 Prozent der Berufseinsteiger aus den
Absolventen der Stadt.

Die gesamte Beschäftigungsentwicklung in einer Region stehe und falle mit der Zahl der Arbeitsplätze für Hochqualifizierte und einem möglichst hohen Dienstleistungsanteil, so die Experten. So gingen die besten Köpfe dahin, wo die Arbeitsplätze sind. Umgekehrt entstünden die Arbeitsplätze, wo es Fachkräfte gäbe, sagt HWWI-Experte Michael Bräuninger. Ohne gezielte Investitionen in die Bildungsinfrastruktur und Anreize zur Ansiedlung wissensintensiver Branchen sind laut den Forschern daher vor allem ländliche Gegenden von einem deutlichen Rückgang der Erwerbstätigkeit bedroht.

Weitere Informationen:
Studie „Deutschland 2018 – Die Arbeitsplätze der Zukunft“
Zukunftskonferenz Mitteldeutschland
Absolventenmesse Mitteldeutschland
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Dr. Andreas Auerbach, enviaM
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