Solarwirtschaft weiter auf Erfolgskurs
Die Zukunft des Spitzencluster Solarvalley Mitteldeutschland wurde vergangenen Freitag von den führenden Branchenvertretern besprochen. Trotz Konjunkturabschwung hält Clustersprecher Hubert Aulich an den Ausbauplänen fest.
„Die garantierte Einspeisung für Solarstrom in Deutschland sichert einen Teil des Wachstums“, erklärte Hubert Aulich, Sprecher des Clusters Solar und Vorstand der PV Crystalox Solar AG, auf dem Treffen der Branchenvertreter. Deshalb sehe er die Solarindustrie trotz Konjunkturabschwung im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen gut aufgestellt. Allerdings gab Aulich zu bedenken, dass kreditfinanzierte Werkerweiterungen schwerer zu realisieren seien. Auch würden Großkunden Investitionen aufschieben. Gründe seien die Unsicherheit am Markt oder ausbleibende Kredite.
Gezielte Konjunktur fördernde Maßnahmen kündigte auf dem Treffen deshalb Wirtschaftsminister Reiner Haseloff an. Um die wirtschaftliche Infrastruktur sowie die Förderung von Forschung und Entwicklung zu stärken, sollen Investitionen vorgezogen werden. Die landeseigene Investitionsbank soll diese Investitionen absichern und Bürgschaften erteilen. Von dieser Hilfe soll laut Haseloff auch das Solarunternehmen CSG Solar in Bitterfeld-Wolfen profitieren. Produktionsprobleme und die Finanzkrise haben dazu geführt, dass das Unternehmen vergangene Woche die Produktion vorerst einstellen musste.
Der Ausbau eines Fachkräftepools, die stärkere Vernetzung von Unternehmen sowie weitere Fördermöglichkeiten im Bereich Forschung und Entwicklung waren gleichfalls Themen des Treffens und sollen zugleich die langfristigen Ausbaupläne der Photovoltaikbranche sichern.
Beispielsweise investiert das Unternehmen ersol Solar Energy in neue Fertigungskapazitäten für kristalline Solarzellen und Module am thüringischen Standort Arnstadt. Dafür sollen bis 2012 rund 530 Millionen Euro investiert werden. „Durch unser Engagement möchten wir den Standort Mitteldeutschland stärken“, sagt Holger von Hebel, Vorstandsvorsitzender der ersol Solar Energy AG.
Foto: Holger von Hebel, ersol Solar Energy
Das Cluster Solarvalley Mitteldeutschland war das einzige länderübergreifende Cluster beim Spitzenclusterwettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Als Gewinner erhielt es eine Millionenförderung vom Bund. Mit dem Geld ergänzen die Unternehmen ihre Investitionen für Entwicklungen, damit Solarstrom in fünf bis sieben Jahre zu gleichen Preisen wie konventioneller Strom angeboten werden kann.
Dafür wird ein integrativer, mit allen Partnern abgestimmter, Entwicklungsplan für Forschung und Entwicklung, Bildung und Clusterentwicklung umgesetzt. In dem Vorhaben konzentrieren sich die regionalen Aktivitäten innerhalb der Solarbranche: Hier sind alle Wertschöpfungsstufen der Branche mit eigenen Forschungsvorhaben eingebunden. Damit steht das Solarcluster exemplarisch für den Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland.
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