Cluster

Chemie/Kunststoffe nimmt Fachkräfte ins Visier

20. March 2009


Sprecher Christoph Mühlhaus präsentierte bei der jüngsten Clusterboardsitzung im Chemiepark Bitterfeld eine umfangreiche Agenda der mitteldeutschen Aktivitäten.

Dr. Christoph Mühlhaus, Sprecher Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland

Das Thema „Fachkräftesicherung“ stand im Zentrum der jüngsten Clusterboardsitzung vergangene Woche im Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) Bitterfeld-Wolfen. Wolfgang Blümel vom Nordost-Verband der Chemischen Industrie (VCI) präsentierte die Ergebnisse einer Befragung, nach denen nahezu die Hälfte der Unternehmen aus der Branche in Ostdeutschland künftig einen Fachkräftemangel erwartet. „Ganze Belegschaften spazieren in die Rente“, heißt es warnend auch im neuen Sondernewsletters des Clusters Chemie/Kunststoffe.

Blümel, seit kurzem stellvertretender Clustersprecher für den Bereich Chemie, zeigte, dass die Unternehmen vor allem Hochschulabsolventen benötigten. Am meisten würden Ingenieure der Bereiche Verfahrenstechnik, Elektrotechnik und Maschinenbau gesucht. Der VCI, die Bundesländer, aber auch zahlreiche Bildungsträger wie das Qualifizierungsförderwerk Chemie (QFC) sind zudem mit zahlreichen Programmen zu Sicherung des Fachkräftebedarfs aktiv. Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts wies auf die nächste Mitteldeutsche Absolventenmesse am 3. November in Leipzig hin. Deren Ziel sei es, Hochschulabsolventen und Arbeitgeber aus der Region zusammen zu bringen.

Clustersprecher Mühlhaus schlug vor, dass neben der Innovation und der Fachkräftesicherung künftig auch die Themen Biomasse und Kohlechemie eine wichtige Rolle für das Clusterboard werden sollten. Zum Thema „Innovative Braunkohle“ wurde bereits ein Innovationsforum Ende Februar im sächsischen Freiberg veranstaltet, das laut Mühlhaus große Resonanz gefunden habe. Die Braunkohle würde als Rohstoff für die Chemie wieder interessant.

Foto: Wolfgang Blümel, VCI

Die Kompetenz der Region in der nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe und die Verwendung industriell-biotechnologischer Verfahren wird vor allem durch die geplante Etablierung des Chemisch-Biotechnologischen Prozesszentrums (CBP) am Standort Leuna weiter gestärkt. Im Clusterboard werden diese Themen künftig von InfraLeuna-Geschäftsführer Andreas Hiltermann als Sprecher vertreten.

Das Cluster Chemie/Kunststoffe hat in den nächsten Wochen eine umfangreiche Agenda, wie Mühlhaus präsentierte. Am 24. März sei eine Sitzung bei der BASF Schwarzheide geplant, um eine Stärken-/Schwächen-Analyse für das EU-Projekt „ChemLog-Chemical Logistics Cooperation in Central and Eastern Europe" zu erarbeiten. Mitte April ist ein Treffen des Netzwerks der europäischen Chemie-Region (ECRN) im polnischen Usti nad Labem vorgesehen, bei dem ein Positionspapier an die Europäische Kommission ausgearbeitet werden soll. Hier möchte sich das mitteldeutsche Cluster laut Mühlhaus vor allem für die Themen Wettbewerbsfähigkeit, energieintensive Industrien und die Chemielogistik zwischen Ost- und Westeuropa stark machen.

Weitere Informationen:
Cluster Chemie/Kunststoffe
Absolventenmesse Mitteldeutschland
Pressemitteilung: Mitteldeutsche Wirtschaft fördert Chemie/Kunststoffe-Ideen
Nachricht: Cluster Chemie/Kunststoffe hat drei neue Sprecher
Nachricht: Standortattraktivität entscheidend für Fachkräfte

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Dr. Chr. Schleicher, Bayer Bitterfeld
„Mitteldeutschland finde ich klasse durch den interessanten Mix von Wirtschaft, Wissenschaft und Kulturgeschichte.”