Cluster

Chemie/Kunststoffe untersucht Innovationsprozesse

08. Mai 2009


Zwischen den Unternehmern und Forschern im Bereich der Spritzgusstechnologie herrscht Übereinstimmung über Zukunftsthemen und -Technologien. Dies zeigt die Befragung des Clusters Chemie/Kunststoffe. Sprecher Christoph Mühlhaus freut sich auf eine „neue Qualität der Arbeit“.

Die Bereiche Materialforschung, Nanotechnologie und Automobiltechnologie gelten bei den Spritzgusstechnikern in Mitteldeutschland als die bedeutendsten Felder, auf denen künftig Innovation stattfinden wird. Dieses gilt vor allem für faserverstärkte Materialien und Schäume. Die Einsparung von Energie, die Kombination verschiedener Verfahren sowie die Weiterentwicklung der Prozesskontrolle haben hier künftig höchste Priorität.

Diese ersten Ergebnisse der Befragung zur „Technologie-Roadmap“ im Bereich „Spritzguss“, hat das von der Wirtschaftsinitiative unterstützte mitteldeutsche Cluster Chemie/Kunststoffe am Montag in Halle (Saale) präsentiert. Das Bemerkenswerte: Die befragten Unternehmer und Forscher liegen in ihren Einschätzungen sehr nahe beieinander. „Das zeigt, dass wir an den richtigen Themen für die Unternehmen der Region arbeiten“, freute sich Ralf Wehrspohn vom gastgebenden Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik (IWM), dass die Befragung zusammen mit dem Kunststoff-Netzwerk Polykum und dem Clustermanagement in allen drei Ländern durchgeführt hat.

Mit der auf zwei Jahre angelegten Befragung solle „systematisch und methodenorientiert“ der Bedarf für Innovationsprozesse in der mitteldeutschen Kunststoffindustrie ermittelt werden, erläuterte Clustersprecher Mühlhaus: „Damit erreichen wir ein höheres Niveau der Arbeit im Cluster.“ Nach dem Auftakt im Bereich Spritzgusstechnologie folgen nun die Befragunen bei Unternehmern und Forschern in den Bereichen Folien und Tiefziehtechnik.

Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschern vor allem im Bereich Wissenstransfer sowie bei der Benutzung von Geräten von hoher Bedeutung ist. Fraunhofer IWM-Leiter Wehrspohn gab erste Empfehlungen, wie diese Zusammenarbeit gestärkt werden könnte. So könnten kleinere und mittlere Unternehmen durch Innovationsvoucher (Gutscheine bis 50.000 EUR) zu mehr Forschung angeregt werden. Europäische Netzwerke könnten zum Wissensaustausch beitragen und ein mitteldeutscher Fachbeirat zu verstärkter Beteiligung an Projekten der Europäischen Union (EU) sorgen.

Die Intensivierung des Forschungstransfers von der Wissenschaft in die Wirtschaft könne laut Wehrspohn durch Innovationsassistenten („Technology Angels“) verstärkt werden, dabei würden Forscher zeitweise in Unternehmen arbeiten. Zur Erschließung neuer Märkte, so Wehrspohn, müssten Unternehmen mit Unterstützung der Forscher auch über neue Geschäftsmodelle nachdenken. Eine höhere Wertschöpfung als auch bestimmte Innovationen ließen sich nur durch System- und Verbundkooperationen erreichen, beispielsweise mit Metallverarbeitern für den Automobilmarkt und mit Anlagenbauern im Bereich Energieeffizienz.

Alle Ergebnisse der Befragung können Sie hier herunterladen (pdf).


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Markus Kopp, Mitteldeutsche Airport Holding
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