Die IQ-Finalisten 2009 stehen fest
Insgesamt zwölf Unternehmen aus den sechs Clustern stehen im Endausscheid um den IQ Innovationspreis Mitteldeutschland. Projektleiterin Hanka Fischer freut sich auf eine „spannende Preisverleihung“ nächste Woche in Halle.
Am 10. Juni 2009 gibt die Wirtschaftsinitiative gemeinsam mit den Preisstiftern die IQ-Gewinner und die Sieger der lokalen Innovationspreise Dessau-Roßlau, Halle (Saale), Jena, Leipzig und Ostthüringen bekannt. Die feierlichen Preisverleihung findet im Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale) statt. Neben dem mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis werden sechs Clusterpreise zu je 7.500 Euo verliehen.
Die zwölf Finalisten hoben sich in den bisher zwei Bewertungsstufen aus insgesamt 132 Einreichungen hervor. „Auch im fünften Jahr beeindruckt mich die Innovationskraft der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland. Kaum eine andere Veranstaltung macht das so deutlich wie der IQ Innovationspreis. Ich bin mir sicher, dass wir einmal mehr spannende Projekte ausgewählt haben, die die mitteldeutschen Cluster bereichern“, versichert Klaus Wurpts, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.
Die Finalisten des IQ Innovationspreises Mitteldeutschland 2009 in den einzelnen Clustern sind:
ENERGIE/UMWELT:
Preisstifter: MIBRAG mbH
MAZeT GmbH, Jena
– Innovation: Geregelte LED-Farblichtsteuerung – langfristig exakte Farb- und spektrale Zusammensetzung
Kaum ist die europaweite Ablösung der Glühbirne durch Energiesparlampen beschlossen, da steht deren Nachfolgetechnologie bereits in den Startlöchern. LEDs sind noch sparsamer, langlebiger und flexibler einsetzbar. So lässt sich mit Hilfe von LED-Lichtquellen in den Farben Rot, Grün und Blau Licht in jedem beliebigen Farbton innerhalb des RGB-Farbraums erzeugen. Durch Toleranzen bei der Herstellung, Temperaturschwankungen beim Betrieb und Alterungseffekte über die Lebensdauer der LEDs verändert sich die Farbe des durch Mischung von Rot, Grün und Blau erzeugten LED-Lichts. Bislang gelang es nicht, diese „Umwelt- und Alterungseffekte“ durch Sensoren vollständig zu unterbinden. Mit dem von der MAZeT GmbH aus Jena entwickelten True-Color-Sensor lässt sich nun das Farblicht einer beliebig großen Anzahl von RGB-LEDs in bislang nicht erreichter Genauigkeit regeln. Möglich wird dies durch die Normspektralwertfunktion des Sensors, mit der das Farbsehen des menschlichen Auges exakt nachgebildet wird. Im Ergebnis findet die Nachregelung mit einer Genauigkeit statt, die Farbveränderungen unsichtbar werden lässt. Gleichzeitig unterliegt der Sensor nicht den Einflüssen durch Temperatur oder Alterung. Deshalb soll er überall zum Einsatz kommen, wo es auf die Genauigkeit und Stabilität des Farblichts ankommt. Bei der Kalibrierung des Kabinenlichts in Flugzeugen, in der Hintergrundbeleuchtung von LCD-Displays oder beim Farbmanagement in Digitalkameras. Mit dem Sensor lässt sich auch effizientes und gesundes Licht herstellen. Dazu misst er die spektrale Zusammensetzung des natürlichen Lichts und setzt mit Hilfe der LEDs nur die fehlenden spektralen Anteile zu, die für die gewünschte Lichtstimmung erforderlich sind.
www.mazet.de
AUTEV AG, Brandenburg
– Innovation: AuLED – ökologisch verträgliche LED-Straßenleuchten
Der Mensch macht die Nacht zum Tag. Schuld daran sind Millionen künstlicher Lichtquellen, die ihr Licht zum großen Teil ungenutzt in die Atmosphäre abstrahlen. Lichtverschmutzung ist nicht nur Energieverschwendung. Die künstliche Beleuchtung verändert den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus und damit den Hormonhaushalt des Menschen. Pflanzen werden in ihrem Wachstumszyklus beeinflusst. Und rund eine Milliarde Insekten gehen in einer Sommernacht in Deutschland an Straßenlaternen zugrunde. Diese Probleme löst die AUTEV GmbH aus Brandenburg/Havel mit ihrer innovativen LED Straßenleuchte namens AuLED. Sie verbraucht gegenüber Natrium- und Quecksilberdampflampen 30 bis 50 Prozent weniger Energie. AuLEDs können über PowerLine, ein durch die Stromleitung versendetes Steuersignal, stufenlos gedimmt werden. Damit wird erstmals eine je nach Jahres- und Tageszeit intelligente Beleuchtungsplanung möglich. Eine weitere Innovation ist der flexible Lampenkopf. Die 72 LEDs sind auf drei Flügeln aufgebracht, von denen zwei verstellbar sind. So kann der „Lichtkegel“ individuell eingestellt und eine unnötige Lichtverschmutzung vermieden werden. Durch die AuLED können Kommunen ihre Stromkosten dauerhaft senken. Das farbechtere Licht lässt Farben und Konturen besser erkennen und sorgt so für mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen. Erste Städte und Gemeinden wollen die innovative LED Straßenleuchte bereits einführen. Darüber dürften sich auch die nachtaktiven Insekten freuen, denn die Taktung der LEDs führt zu einem für den Menschen unsichtbaren Flackern des Lichtes, das sie von der Lampe fernhält.
www.autev.de
CHEMIE/KUNSTSTOFFE:
Preisstifter: Dow Olefinverbund GmbH
Qpoint composite GmbH, Dresden
– Innovation: Kohlefaserheizstrukturen für Faserverbunde – drastisch gesenkter Energiebedarf
Je weniger Masse ein Gegenstand besitzt, umso weniger Energie ist nötig, ihn in Bewegung zu setzen. Deshalb gewinnen Leichtbaukonzepte in der Luftfahrt, im Fahrzeug- und Maschinenbau an Bedeutung. Vor allem Faserverbundstoffe könnten den Energiebedarf für unsere Mobilität reduzieren. Dem stehen aber technologische Probleme gegenüber. Denn die Fertigung erfordert eine Erwärmung der formgebenden Werkzeuge und so zeit- und energieintensive Arbeitsschritte für jedes einzelne Bauteil. Um diese Probleme zu lösen, machte die Dresdner QPOINT Composite GmbH mit ihren neuartigen Kohlenstofffaser-Heizstrukturen den Zweck zum Mittel. Dieses textile Heizgewebe wird während der Fertigung in die Faserbundstoffe integriert und erzeugt anschließend durch das Anlegen einer Spannung Wärme. Damit können zum einen Formwerkzeuge aus Faserbundstoff zur Herstellung von Faserverbundstoffen entwickelt werden. Die aktiv beheizbaren Formen sind leichter als bisherige Metallformen und der Energieverbrauch gegenüber der Erwärmung in Industrieöfen sinkt drastisch. Durch die Anordnung der Heizstruktur ist die Flächenheizleistung individuell einstellbar. Die textile Form ermöglicht außerdem
die Herstellung beliebiger geometrischer Formen. Darüber hinaus werden Wärmespannungen vermieden, da Form und Formteil aus dem gleichen Material bestehen. Durch die direkte Erwärmung des dicht unter der Oberfläche liegenden Heizgewebes ergeben sich kurze Aufheiz- und Abkühlzeiten. Zum anderen erlaubt die Integration der Heizstrukturen in Faserverbundstoffe auch ganz neue Funktionen, etwa in Form beheizbarer Flugzeugflügel als Schutz vor Vereisung. Damit wird weniger tatsächlich mehr.
www.qpoint-composite.de
PANADUR GmbH, Halberstadt
– Innovation: PANADUR antimikrobiell – die antiseptische Oberfläche
Wer ein Krankenhaus aufsucht, hofft auf Heilung. Doch stecken sich dort immer mehr Menschen mit einem gefährlichen Erreger an. Multiresistente Stämme des Bakteriums Staphylococcus Aurels (MRSA) sind immun gegen Antibiotika und pro Jahr in Deutschland für 30.000 Infektionen verantwortlich. Etwa 1.500 davon sind tödlich. Ein Impfstoff gegen die Krankenhauskeime, die längst auch an anderen Orten auftreten, ist nicht in Sicht. Deshalb wird versucht, Oberflächen mit antiseptischen Anstrichen zu behandeln. Deren Wirkung ist meist nur kurzfristig gegeben und giftige Inhaltsstoffe schränken die Anwendbarkeit ein. Einen neuen Weg geht die PANADUR GmbH aus Halberstadt mit ihrer Beschichtung PANADUR antimikrobiell. Diese wird bereits im Fertigungsprozess auf die Kunststoffe aufgebracht. Dazu werden innerhalb des Kunststoffes zuerst winzige Wasserdepots erzeugt und anschließend Nanopartikel aus Silber eingebracht. Die freigesetzten, antiseptischen Silberionen wandern an die Oberfläche. Dort greifen sie in den Stoffwechsel der Bakterien ein, die dadurch absterben. Die Kombination mit „Ködern“, welche die Bakterien
bevorzugt fressen, verstärkt diese Wirkung. Die sich ständig bildenden Silberionen sorgen für eine dauerhafte antiseptische Wirkung, ohne dass die Bakterien eine Resistenz ausbilden können. Gleichzeitig besteht keine negative Auswirkung auf die Umwelt. Damit eignet sich PANADUR antimikrobiell nicht nur für die Beschichtung von Pflegematratzen, OP-Auflagen oder Krankenhaustüren. Auch an vielen anderen Orten, etwa in der Lebensmittelindustrie, in Lüftungsschächten oder auf Kinderspielzeug, ist der Einsatz möglich.
www.panadur.de
BIOTECHNOLOGIE - LIFE SCIENCES:
Preisstifter: KPMG AG
BioPlanta GmbH, Leipzig
– Innovation: Industrielle Produktion von Phytowirkstoffen in Biofabriken – effiziente Nutzung von Licht und Produktionsfläche
Naturprodukte liegen bei der Herstellung von Arzneien und Kosmetika
im Trend. Entsprechend wächst weltweit die Nachfrage nach Pflanzen und deren Wirkstoffen. Der Anbau auf Feldern, in Gewächshäusern oder die Wildsammlung sind arbeitsintensiv und können den Bedarf perspektivisch nicht mehr decken. Die Alternative dazu ist die Produktion in Bioreaktoren in vitro (lat. im Glas). Diese sind aber bisher primär nicht auf die Produktion ganzer
Pflanzen und Pflanzenorgane ausgelegt. Der geringe Automatisierungsrad
und die wenig flexiblen Größen stehen außerdem einem Einsatz im industriellen Maßstab entgegen. Genau dafür hat die Leipziger BioPlanta GmbH ein weltweit einzigartiges und industriell einsetzbares Kultursystem mit neuartigen
Pflanzenbioreaktoren entwickelt. Die modular in Hochregallagern aufgebaute Anlage ist für die Produktion unterschiedlicher Mengen an Pflanzenbiomasse geeignet: vom Kleinanwender bis zur großen Biofabrik. Jeder Bioreaktor verfügt über eine eigene, ausschließlich durch Schwerkraft und nicht wie bisher durch Druckluft geregelte Nährmedienversorgung, die erstmalig zentral gesteuert und einzeln geregelt werden kann. Der Nährmedienfüllstand wird mittels Sensoren erfasst und dem Pflanzenwachstum angepasst. Für die richtige Beleuchtung sorgen LED-Lampen, die eine geringere Wärmeabstrahlung aufweisen, als die bisher verwendeten Leuchtmittel. So kann auf zusätzliche Kühlkreisläufe verzichtet werden. Durch integrierte Sensor- und Steuerungstechniken wird der gesamte Produktionsprozess zentral überwacht, was jederzeit eine hohe Produktqualität, etwa bei der Wirkstoffkonzentration, gewährleistet. Ein wichtiger Schritt für die industrielle Pflanzenproduktion. So bleiben die gefährlichen Erreger zukünftig auf der Strecke.
www.bioplanta-leipzig.de
Analytik Jena AG, Jena
– Innovation: Identifikation human pathogener Erreger in Zecken – schnelle Analyse mit optimiertem Detektionssystem
Sie sind nur wenige Millimeter groß und doch gefährlich. Wer zwischen März und November Wälder und Wiesen durchstreift, geht zunehmend das Risiko ein, von einer Zecke gebissen zu werden. Denn deren Verbreitungsgebiet dehnt sich durch den Klimawandel auch in nördliche Gefilde aus. Die eigentliche Gefahr liegt in der möglichen Übertragung einer Vielzahl von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren, die im Speichel der Blutsauger enthalten sein
können. Deshalb kommt es nach einem Biss auf eine schnelle Untersuchung
der Zecke auf eventuelle Erreger an. Bislang mussten dazu Ärzte oder Apotheker die Probe zur Analyse an ein Labor schicken, was für den Patienten mit Wartezeiten von bis zu einer Woche verbunden war. Mit dem neuen Schnelltestsystem der Analytik Jena AG liegt das Ergebnis jetzt bereits nach 1,5 Stunden vor. Denn durch die Kombination mehrerer technologischer Neuerungen lässt sich der Test mit minimiertem Geräteaufwand auch in kleinen Laboren und Arztpraxen durchführen. Das spart Zeit und bis zu 70 Prozent der Kosten. Als Ausgangsmaterial wird lediglich die Zecke benötigt. Zuerst wird diese in einem neuartigen Homogenisator (SpeedMill P12) zerkleinert und homogenisiert, um anschließend die Nukleinsäuren, d.h. DNA oder RNA zu extrahieren. Diese werden mittels eines zum Patent angemeldeten Verfahrens („Rapid-Amplification-Hybridization“) auf das Vorhandensein von Bakterien und Viren untersucht. Abschließend erfolgt der optische Nachweis des Erregers auf einem Teststreifen. Dank des einfachen Verfahrens können Ärzte und Apotheker ihren Kunden nicht nur eine neue Dienstleistung anbieten. Das Schnelltest-
System gibt vor allem schnelle Sicherheit nach einem Zeckenbiss.
www.analytik-jena.de
ERNÄHRUNGSWIRTSCHAFT:
Preisstifter: ÖHMI Analytik GmbH
Viba sweets GmbH, Floh-Seligenthal
– Innovation: Nougolade – bissfeste Nougat-Schokoladen-Kombination mit zartem Schmelz
Nougat und Schokolade gehören zu den süßen Dingen des Lebens. Mit Nougolade kann man sie zusammen genießen. Während bisher Nougat meist als Füllung in Schokolade oder Nougat mit Schokolade in abwechselnden Schichten angeboten wird, ist die von der Thüringer Viba sweets GmbH entwickelte Nougolade die Verschmelzung von hochwertiger Schokolade und edelstem Nougat in einer Masse. Das Verzehrerlebnis ändert sich. Die Nougolade hat die höhere Festigkeit und kräftigere Kakaonote der Schokolade, behält jedoch viel vom zarten Schmelz des Nougats. Bisher wurden drei Geschmackskombinationen entwickelt. Bei der Variante „Amoroso“ wird zart schmelzender Mandel-Nougat mit edler Vollmilchschokolade gemischt, bei „Grazioso“ wird klassischer Nuss-Nougat mit Vollmilchschokolade kombiniert und bei „Marcato“ verschmilzt Zartbitterschokolade mit Nuss-Nougat. Das optisch Besondere ist ein feiner Nadelstreifen inmitten der Praline, der sich auch geschmacklich in allen drei Sorten unterscheidet. Die Nougolade wird mit einer neuen Technologie gefertigt, bei der es möglich ist, in einem fließenden Prozess die verschiedenen Nougolademassen aufeinander zu gießen. So werden dunkle und helle Massen mit höchster Präzision und unterschiedlicher Dicke so aufeinander gegossen, dass ein dreischichtiger Nougoladeteppich entsteht, der abschließend in Pralinenportionen geschnitten wird. Die Namen für die unterschiedlichen Geschmacksausprägungen sind der Musikwelt entlehnt. Es wurden Tempibezeichnungen gewählt, die eine hohe Übereinstimmung mit dem Geschmacksbild haben und die gestalterisch durch passende Musikinstrumente auf der Verpackung ihre Entsprechung finden.
www.viba-sweets.de
Prof. Dr. Gerd Birkenmeier (Universität Leipzig), Dr. Wilhelm Gerdes (Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, IZI)
– Innovation: Curcuminbrotaufstrich – Anti-Krebsmittel auf dem Frühstücksbrot
Nahrungsmittel können weit mehr tun, als nur satt machen. Zum Beispiel dabei helfen, Krankheiten vorzubeugen. Bei der Entwicklung solcher funktionellen Lebensmittel steht eine besondere Gruppe von pflanzlichen Substanzen, die Polyphenole im Mittelpunkt. Sie sind auch in Curcumin, einem Bestandteil des Gewürzes Curcuma, enthalten. Dessen positive gesundheitliche Wirkung ist
bereits länger bekannt. Wissenschaftlern vom Institut für Biochemie der Universität Leipzig und dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie ist es jetzt gelungen, dessen Wirkungsweise zu erforschen. Danach hemmt Curcumin das Enzym Glyoxalase, welches im Zuckerstoffwechsel von Zellen eine Rolle spielt. Curcumin dämmt Entzündungen im Körper ein, die für viele Krankheiten, darunter Tumore, Diabetes und Alzheimer, die Grundlage bilden. Um gesundheitsfördernd zu wirken, muss eine tägliche Dosis von einigen Gramm aufgenommen werden. Problematisch ist jedoch die schlechte Wasserlöslichkeit des Curcumins, welches die Aufnahme in das Blut erschwert. Dieses Problem haben die Biochemiker gelöst, indem sie das Curcumin in Liposome (Fetthüllen) eingebracht und so für eine bessere Aufnahme gesorgt haben. Zusätzlich wird es mit Omega-3-Fettsäuren und Vitaminen angereichert und so die positive Wirkung verstärkt. Damit möglichst viele Menschen täglich Curcumin essen, wurde die Idee des Brotaufstrichs „CurcuNat“ entwickelt. Dieser könnte zusammen mit einem Partner aus der Lebensmittelindustrie durch Zugabe von biologischen Zusätzen und pflanzlichen Geschmacksstoffen entstehen. Damit würde das Frühstück nicht nur zu einer leckeren, sondern auch zu einer gesunden Angelegenheit.
www.uni-leipzig.de
AUTOMOTIVE:
Preisstifter: MARSH GmbH
Namos GmbH, Dresden
– Innovation: Katalysatorenherstellung mit biologischen Templates – Einsparung von Edelmetallen bei Fahrzeugkatalysatoren
Als die Bundesregierung 1984 beschloss, den Einbau von Katalysatoren in Neufahrzeugen ab 1989 zur Auflage zu machen, wurde noch viel über den Sinn der neuen Technik diskutiert. Heute ist die Umwandlung von Schadstoffen wie Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide in Kohlendioxid, Wasser und Stickstoff mit Hilfe der im Katalysator enthaltenen Edelmetallbeschichtung längst selbstverständlich. Doch ein Großteil dieser Platinmetalle kann nicht für die Abgasreinigung genutzt werden, denn die Nanopartikel wachsen aufgrund der hohen Betriebstemperaturen zu größeren Kristallen zusammen und werden so katalytisch unwirksam. Auch die Position der Partikel auf dem Wabenkörper des Katalysators hat großen Einfluss auf deren Wirkung, ist aber derzeitig
kaum beeinflussbar. Hier setzt das innovative Biotemplating-Verfahren der Namos GmbH aus Dresden an, das dazu die moderne Molekularbiologie
nutzt. Dabei werden die Edelmetallpartikel bei der Beschichtung an komplexe Biomoleküle gebunden, die über steuerbare Eigenschaften der Selbstorganisation verfügen. Mit deren Hilfe können die Position der katalytischen Nanopartikel auf der Beschichtung sowie ihre Oberflächenstruktur gezielt beeinflusst werden. Und das ohne größere Änderung der Herstellungsprozesse. Die Vorteile sind dagegen ganz erheblich. Rund 50 Prozent der bisher notwendigen Menge an Edelmetall, rund 1,5 Gramm pro Katalysator, können dadurch eingespart werden. Das klingt erstmal nicht viel, aber bei 80 Millionen jährlich weltweit hergestellten Katalysatoren bedeutet das eine Einsparung von rund 115 Tonnen Edelmetall im Wert von rund drei Milliarden Euro. Kleine Ursache, große Wirkung.
www.namos.de
TeMaK, Chemnitz
– Innovation: Verarbeitung von Knetlegierungen aus Magnesium – Gießwalzen macht Produktion preiswerter
Magnesium ist ein ambivalentes Metall. Einerseits überzeugt es durch hohe Stabilität und ist dabei wesentlich leichter als Stahl und selbst Aluminium. Außerdem ist es nahezu unbegrenzt verfügbar. Das macht es ideal für Leichtbaukonzepte im Fahrzeugbau, mit deren Hilfe sich Energieverbrauch und Umweltbelastung drastisch reduzieren lassen. Doch Knetlegierungen aus Magnesium (Mg-K) lassen sich nicht kalt umformen, sondern müssen in mehreren Schritten immer wieder erwärmt und ausgewalzt werden. Das macht die Bearbeitung bislang extrem aufwändig und teuer. Auch die hohe Korrosionsanfälligkeit und fehlende Recyclingkonzepte lassen Magnesium bislang ein Schattendasein fristen. Diesen Zustand zu beenden, hat sich die Initiative „TeMaK“, ein Zusammenschluss von 16 Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen und Thüringen auf ihre Fahnen geschrieben. Innovationen entlang der gesamten Prozesskette machen dabei den wirtschaftlichen Einsatz von Magnesiumlegierungen möglich. Am Beginn wird die Magnesium-Knetlegierung eingeschmolzen und mit einem neu entwickelten Gieswalzverfahren in einem Arbeitsschritt zu Blechen ausgewalzt. Einen zweiten Innovationsschwerpunkt bilden neue Techniken zum Umformen, Trennen und Fügen des Werkstoffs Magnesium. Ersteres erfolgt mittels Erwärmung der Legierung durch die Induktionsspannung eines elektromagnetischen Feldes. Auch die Korrosionsgefahr wurde durch eine neu entwickelte Oberflächenbeschichtung gebannt. Am Ende der Kette steht ein Verfahren zum Recycling und der anschließenden Wiederverwertung von Formteilen aus Magnesium. Damit steht dem Siegeszug des bisher verkannten Metalls nichts mehr im Weg.
www.temak-sachsen.de
INFORMATIONSTECHNOLOGIE:
Preisstifter: GISA GmbH
DieMount GmbH, Wernigerode
– Innovation: Optospider simplex – vereinfachte optische Datenübertragung
Die Nutzung multimedialer Angebote ist heute für die meisten Menschen selbstverständlich. Doch viele ältere Wohnhäuser und Bürogebäude sind aufgrund fehlender Kabelschächte dafür nicht gerüstet. Die nachträgliche Verlegung von Kuper- oder Glasfaserleitungen ist aufwendig und teuer, während WLAN-Netze die wachsenden Datenmengen nicht zuverlässig übertragen. Eine Alternative sind Polymer-Optische Fasern (POF). Die Kunststoff-Lichtwellenleiter übertragen Daten mit einer Geschwindigkeit von 100 Mbit/s. Dabei wandelt ein Medienkonverter das elektrische Signal des Netzwerkanschlusses in ein optisches Signal um. Bislang konnte eine Kabelader die Daten aber nur in eine Richtung übertragen. Das machte zweiadrige Kabel für die Übertragung in beide Richtungen (Duplexkabel) notwendig. Ein Problem, das die DieMount GmbH aus Wernigerode mit ihrem Medienkonverter „Optospider DMMC 650nm simplex“ gelöst hat. Er ist in der Lage, optische Signale im Duplexbetrieb auf nur einer Ader eines POF-Kabels zu übertragen und sie trotz der gleichen Wellenlänge zu trennen. Die so mögliche Verwendung von Simplex-Kabeln bietet viele Vorteile. Sie kosten im Vergleich zu Duplex-Kabeln weniger als 50 Prozent, sind nur halb so dick, in jede Richtung biegbar und müssen nicht ummantelt werden. Deshalb können sie günstiger, flexibler und unauffälliger verlegt werden. Damit werden POF-Kabel wirtschaftlich wettbewerbsfähig. Der Medienkonverter überzeugt noch durch ein weiteres Detail. Er bezieht seinen Strom über eine USB-Verbindung vom Endgerät. Ist es ausgeschaltet, verbraucht auch er keinen Strom. So steht einer bunten und kostengünstigen Multimedia-Zukunft nichts mehr im Weg.
www.diemount.com
Moyar UG, Jena
– Innovation: Infotainmentsysteme auf dem Wasser – Einsatz auf kleinen Motorbooten und Segelyachten
Mobile Unterhaltungsgeräte haben alle Bereiche unseres Lebens erobert. Ob zu Hause, unterwegs, im Auto oder im Flugzeug: Auf Infotainment durch Musik, Filme und Internet muss nirgendwo mehr verzichtet werden. Nur die Besitzer von kleineren Motor- und Segelbooten sowie Yachten hatten bislang in Sachen Multimedia das Nachsehen. Denn normale Consumer-Elektronik eignet sich
aufgrund direkter Sonneneinstrahlung, hoher Luftfeuchtigkeit sowie starken Erschütterungen kaum für den Einsatz auf dem Wasser. Den letzten unterhaltungsfreien Lebensraum zu erobern, ist die Vision der Moyar UG, einer Ausgründung der Bauhaus Universität Weimar. Das neu entwickelte Moyar Infotainment-System (MIS) verbindet Internet, TV, Video, Musik, Bordinformationen und Navigation in einem kompakten und einfach zu installierenden Gerät.
Für die Daten- und Stromversorgung entwarf das Unternehmen völlig neuartige Geräteverbindungen. Herkömmliche Marineelektronik ist fest und wasserdicht installiert. Beim neuen Moyar Infotainment-System (MIS) geschieht der Datentransfer über eine optische Verbindung, die völlig wasserunempfindlich
ist. Die Stromversorgung wird durch Induktionsladung mittels eines elektromagnetischen Feldes realisiert. Dadurch ist kein offener elektrischer Kontakt mehr vorhanden, der durch Spritzwasser gefährdet ist. Damit eignen sich die Geräte auch für den mobilen Einsatz auf und außerhalb des Bootes. Eine weitere Neuerung ist das intuitiv zu bedienende Touchscreen-Display. Die für das Gerät entwickelte Navigationssoftware erlaubt eine einfache Orientierung und Routenplanung. Für Verspätungen und Langeweile auf dem Wasser gibt es also keine Entschuldigung mehr.
www.moyar.de
Weitere Informationen:
www.iq-mitteldeutschland.de
www.mitteldeutschland.com


