Cluster

„Alternative Rohstoffe benötigt“

10. Juli 2009


Das Cluster Chemie/Kunststoffe hat sich bei einer Konferenz mit den EU-Empfehlungen zur Chemiepolitik befasst. Laut Sprecher Christoph Mühlhaus stehen für Mitteldeutschland die Themen Innovation, Logistik, neue Rohstoffe und die länderübergreifende Zusammenarbeit im Fokus.

Über 100 hochrangige Mitglieder und Partner des Clusters waren am Mittwoch nach Leuna gekommen, um die Empfehlungen der von der Europäischen Kommission eingesetzten „Hochrangigen Gruppe zur Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie“ (High Level Group, HLG) zu diskutieren. Neben zahlreichen EU-Kommissaren, Ministern und Industrievertretern aus ganz Europa hatte darin auch das mitteldeutsche Cluster über Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Reiner Haseloff in seiner Funktion als Präsident des Netzwerks der Europäischen Chemieregionen (ECRN) mitgewirkt.

Die insgesamt 39 Empfehlungen an die Kommission umfassen die Bereiche Innovation und Forschung, Rechtsetzung, Humanressourcen, Energie und Rohstoffe, Logistik, sowie Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Handel. Diese wurden von den Teilnehmern der von der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland unterstützen Veranstaltung allesamt begrüßt. „Wir werden die Empfehlungen der High Level Group auch aktiv in Mitteldeutschland aufgreifen“, sagte Clustersprecher Christoph Mühlhaus. Mehrere Projekte wurden dafür bereits vom Cluster initiiert.

So verwies Andreas Hiltermann, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH und Clustersprecher für den Bereich Rohstoffe, auf die Erschließung von Braunkohle und Biomasse als Rohstoffe für die Chemieindustrie. „Wir sind in hohem Maße vom Rohstoff- und Energieimport abhängig“, sagte Hiltermann. Angesichts steigender Preise müssten Alternativen erschlossen und die Basis verbreitert werden. Zur Verwertung der Braunkohle wurde eine länderübergreifende Projektgruppe gegründet. Dies könne laut Hiltermann durch die Entwicklung neuer Technologien zu einer breiten Wertschöpfung in der Region beitragen.

Mit dem geplanten Chemisch-Biotechnischen-Prozesszentrum der Fraunhofer-Gesellschaft in Leuna sollen bisher erprobte labortechnische Verfahren zur Verwendung von Biomasse für die Herstellung chemischer Basisprodukte zu großtechnischen Verfahren weiter entwickelt werden („upscaling“). Die Einbindung natürlicher Rohstoffe über den Wertschöpfungskreislauf der Chemie würde insgesamt auch zu einer besseren Ausnutzung führen als eine alleinige energetische Nutzung, sagte Hiltermann.

Ein weiteres Projekt des mitteldeutschen Clusters von europäischer Dimension ist der angestrebte Ausbau der Chemielogistik und der Aufbau eines Stoffverbundes nach Mittel- und Osteuropa. Dies erläuterte Wolfgang Schnabel von der Dow Olefinverbund GmbH. Eine verbesserte Logistik-Infrastruktur in Osteuropa würde die Exportmöglichkeiten der mitteldeutschen Chemie verbessern, ein integrierter Stoffverbund über Pipelines, wie er bereits in Westeuropa existiere, könnte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit aller Standorte beitragen. Die Themen sollen nun im Rahmen des von der EU geförderten Projekts „Chemlog“ mit zahlreichen Partnerregionen Osteuropas beraten und laut Schnabel in konkrete Projektvorschläge umgesetzt werden.

Download: HLG-Report

Weitere Informationen:
Cluster Chemie/ Kunststoffe
European Chemicals Regions Network (ECRN)
News: Chemie/Kunststoffe lädt zur EU-Konferenz


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Dr. Percy Dahm, arvato Systems perdata GmbH
„Wir engagieren uns in der Metropolregion Mitteldeutschland, weil wir damit auch in Zukunft diesen hervorragenden Wirtschaftsstandort mitgestalten werden.”