Cluster

Kunststoff trifft Automobil

10. Dezember 2010


Mehrere mitteldeutsche Cluster wollen neue Kunststoffprodukte für den Automobilbau entwickeln. „So können die Stärken der Region als Automobil- und als Kunststoff-Standort weiter ausgebaut werden“, erklärt Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Prof. Dr. Georg Frank.

„Immer mehr Innovationen entstehen an den Schnittstellen zwischen benachbarten Wirtschaftszweigen“, so Prof. Dr. Frank weiter. Deshalb seien Ansätze wie die Veranstaltungsreihe „Cluster trifft Cluster“ zunehmend wichtiger für die Wettbewerbsfähigkeit der mitteldeutschen Wirtschaft. Jüngstes Beispiel dafür ist die Tagung „Kunststoff trifft Automobil“, die am gestrigen Donnerstag im Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KuZ) stattfand. Zu der Veranstaltung hatten der Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD), der Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland und das Netzwerk Automobilzulieferer Kunststofftechnik Sachsen (AMZK) gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Sachsen eingeladen.

Im Mittelpunkt der Tagung standen neue Technologien der Kunststofftechnik für den Automobilbau, welche den anspruchsvollen Anforderungen an das Auto der Zukunft gerecht werden: leichter, sicherer, sparsamer, komfortabler und zugleich preiswert und ökologisch verträglich. Um die richtigen Lösungen ist längst ein harter Wettbewerb unter der Vielzahl konkurrierender Werkstoffe und Technologien in der Kunststoffindustrie zu beobachten.

„Kunststoffe sind nicht länger nur Bestandteil der Interieurgestaltung und Außenverkleidung, sondern erfüllen zunehmend auch funktionale Aspekte“, weiß auch Dipl.-Ing. Dietmar Bacher, Geschäftsführer des Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD). Durch ihren Einsatz könnten Gewichtseinsparungen erzielt und gleichzeitig belastbarere Bauteile realisiert werden. Durch die beginnende Massenproduktion der ersten Elektro-Serienfahrzeuge habe das Thema in jüngster Zeit noch weiter an Bedeutung gewonnen. „Die Herstellung und der Einsatz neuer Kunststoffe, etwa sogenannter Verbundwerkstoffe setzt jedoch ein hohes Kosten- und Verarbeitungs-Know-how bei Herstellern und Zulieferern voraus“, so Dietmar Bacher weiter. Die jetzt gemeinsam organisierte Tagung stelle einen gelungenen Auftakt für den  clusterübergreifenden Austausch von Wissen und Erfahrungen zu technologischen Trends dar, an dessen Ende die gezielte Entwicklung von individuellen Materialdesigns stehen könnte.

Foto: Dietmar Bacher, Automotive Cluster Ostdeutschland

„Die äußerst komplexen Entwicklungsprozesse für kunststofftechnische Lösungen im Automobilbau erfordern auf der einen Seite gezielte Werkstoff- und Technologieentwicklungen bei den einzelnen Zulieferern. Auf der anderen Seite sind die anstehenden Herausforderungen aber nur durch intensives Zusammenwirken zwischen Automobilbauern, Zulieferern sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen lösbar“, bekräftigt auch Dr.-Ing. Herbert Patzschke vom Netzwerk Automobilzulieferer Kunststofftechnik Sachsen (AMZK).

Foto: Dr.-Ing. Herbert Patzschke, Netzwerk Automobilzulieferer Kunststofftechnik Sachsen

Mitteldeutschland verfüge über eine große Tradition und ein umfangreiches Know-how im Bereich der Kunststoffverarbeitung. Innovative Lösungen für den Automobilbau böten jetzt die Chance, die Wettbewerbsfähigkeit der Kunststoffproduzenten weiter zu stärken. Umso wichtiger sei der Ausbau von Netzwerken auf dem Gebiet der Kunststofftechnik in Mitteldeutschland. „Deshalb werden wir die Zusammenarbeit der Ländernetzwerke Automobilzulieferer Kunststofftechnik Sachsen (AMZK),  POLYKUM e.V. (Sachsen-Anhalt), PolymerMat e.V. (Thüringen) und Kunststoff-Verbund Brandenburg Berlin (KuVBB) weiter intensivieren und zukünftig national und international gemeinsam auftreten“, kündigt Herbert Patzschke an.

Weitere Informationen:
Cluster Chemie/Kunststoffe
Automotive Cluster Ostdeutschland
Netzwerk Automobilzulieferer Kunststofftechnik Sachsen
Kunststoff-Zentrum in Leipzig


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Dr.-Ing. Arne Kolbmüller, ICL
„Metropolregion Mitteldeutschland, eine Marke, eine Chance, deren latentes Potential die Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH in Verbindung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik entwickelt und befördert.”