Cluster wollen Leichtbau-Kompetenzen stärken
Mitteldeutschland soll zum „Land der Hybrid-Technologie“ werden. Das ist das Ergebnis des Innovationsforums „Hybridteile Mitteldeutschland“, das am Dienstag und Mittwoch dieser Woche mit einer Fachtagung im Innovations- und Gründerzentrum Barleben bei Magdeburg zu Ende ging.
„Die Erfahrungen des Innovationsforums zeigen, dass Mitteldeutschland bereits über vielfältige Kompetenzen auf dem Gebiet dieser Hybridtechnologie verfügt“, erklärt Prof. Dr. Georg Frank, 1. Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative. Die Ergebnisse des Innovationsforums würden dazu beitragen, die Zukunftstechnologie qualitativ und quantitativ noch stärker in den Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen der Region zu verankern, so Prof. Dr. Frank weiter.
Als Hybridteile werden Bauteile bezeichnet, die aus mindestens zwei unterschiedlichen Werkstoffen bestehen, z.B. Metall-Kunststoff-Materialkombinationen. Sie gelten als wichtige Innovationstreiber im Fahrzeug- und Flugzeugbau und darüber hinaus in der Medizintechnik, dem Maschinen- und Anlagenbau sowie bei der Herstellung von Elektrogeräten. Hybridwerkstoffe zeichnen sich durch optimierte Materialeigenschaften aus und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Gewichtsreduzierung von Bauteilen.
Bild rechts: Prof. Dr. Georg Frank, Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.
„Auch nach dem Abschluss des Innovationsforums werden die darin organisierten Partner ihre enge und branchenübergreifende Zusammenarbeit fortsetzen“, kündigt Dr. Christoph Mühlhaus, Sprecher des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland, an. Dabei gehe es vor allem darum, die vorhandene technologische Basis der Unternehmen in der Region zum Thema Hybridteile zu verbreitern. „Dazu sind auf Grundlage der Ergebnisse des Innovationsforums bereits erste konkrete Projekte entstanden, die nun gemeinsam umgesetzt werden“, führt Dr. Christoph Mühlhaus weiter aus.
So wurde vereinbart, einen Innovationsatlas Hybrid Mitteldeutschland zu initiieren. Er soll die Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen sowie Kompetenzzentren auf dem Gebiet der Hybrid-Technologie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erfassen. Eine neu gegründete Arbeitsgruppe „Hybrid Mitteldeutschland“ wird ab sofort gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den Bereichen Kunststoffe und Automotive planen und abstimmen. Aufgabe des ebenfalls ins Leben gerufenen Dialog-Teams „Hybrid-Mitteldeutschland“ ist es, wissenschaftliche Institutionen in die Projektarbeit einzubinden sowie die Beratung und den Know-how-Transfer für kleine und mittlere Unternehmen sicherzustellen. Mit dabei sind u.a. das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM und das Institut für Kompetenz in AutoMobilität IKAM in Sachsen-Anhalt.
Das Innovationsforum war im Oktober 2010 unter dem Thema „Hybridteile - Innovative Technologien für den Leichtbau - ein branchen- und netzwerkübergreifender Ansatz in Mitteldeutschland“ gestartet worden. An den Auftakt- und Abschlusskonferenzen sowie den fünf Workshops nahmen rund 130 Forscher, Entwickler, Hersteller und Anwender teil. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des „Förderprogramms Unternehmen Region, Innovationsforen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für die neuen Länder.“ Tragende Säulen des Innovationsforums Hybridteile sind drei mitteldeutsche Cluster: der Zukunftscluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland, der Cluster MAHREG Automotive und der Verein POLYKUM e. V. – Fördergemeinschaft für Polymerentwicklung und Kunststofftechnik in Mitteldeutschland. Koordiniert und ausgerichtet wurde das Innovationsforum vom isw Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gGmbH, Halle (Saale).
Weitere Informationen:
isw Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung
POLYKUM e. V.
Cluster MAHREG Automotive
Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland

