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Wirtschaftsinitiative begrüßt sächsische Energiepolitik

10. Juni 2011


Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland unterstützt das Bekenntnis des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich zu einem zuverlässigen, bezahlbaren, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Energie-Mix im Freistaat.

„Das Ziel, Sachsen zum Energieland Nr. 1 in Deutschland zu machen, bietet attraktive Perspektiven für die sächsischen Unternehmen, dient dem Klimaschutz und wird die Lebensqualität der Region weiter steigern", erklärt dazu deren Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben. Besonders wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der sächsischen und mitteldeutschen Wirtschaft sei die sichere Versorgung mit preiswerter Energie, so Jörn-Heinrich Tobaben weiter.

„Bezahlbare Energie ist die Grundlage für unseren Wohlstand", bekräftigte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich in seiner heutigen Regierungserklärung. Deshalb sei die heimische Braunkohle als kostengünstige und zuverlässige Energiequelle „vorerst unerlässlich" und ein wichtiger Partner beim angestrebten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Damit auch zukünftig die Braunkohlenutzung mit den Erfordernissen des Klimaschutzes vereinbar ist, müssten die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vorangetrieben werden. „Unser Ziel: Sächsische Unternehmen erlangen die Technologieführerschaft bei der umweltgerechten Nutzung von Braunkohle", so Sachsens Ministerpräsident. In diesem Zusammenhang verwies Stanislaw Tillich auch auf das gemeinsam von der Landesregierung Sachsen-Anhalts und der Sächsischen Staatsregierung unterstützte Projekt "Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland" (ibi), das einen weiteren Innovationsschub für die Chemieindustrie bringen werde.

Ziel des Vorhabens ist die verstärkte Nutzung der mitteldeutschen Braunkohle als Rohstoff der chemischen Industrie, etwa zur Herstellung von Montanwachsen, Paraffinen, Schmierstoffen, Kraftstoffen oder Synthesegas. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das am 1. April 2011 gestartete ibi-Verbundvorhaben aus elf Unternehmen und zwei Hochschulen aus Sachsen-Anhalt und Sachsen im Rahmen des Programms "Innovative Regionale Wachstumskerne" über drei Jahre mit 14 Millionen Euro. Weitere 7,1 Millionen Euro steuern die Industriepartner zur Finanzierung der insgesamt sechs Forschungsprojekte bei.

„Die seit Jahren steigenden Preise bei Erdöl und Erdgas sowie die Frage der Versor-gungsicherheit haben die Notwendigkeit alternativer Kohlenwasserstoffquellen als Basisrohstoff für die chemische Industrie deutlich gemacht. Wir verfügen in Mittel-deutschland über große Vorkommen besonders bitumenreicher Braunkohle, die sich bestens zur Gewinnung der für die Chemie und Kunststoffproduktion benötigten Kohlenstoffe eignet", erklärt Dr. Christoph Mühlhaus, Sprecher des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland. Mitteldeutschland verfüge über eine große Tradition in der kohlebasierten Chemie. Jetzt komme es darauf an, die Grundlagen für moderne und umweltfreundliche Verfahren zu entwickeln, so der Clustersprecher weiter. Ziel sei eine Komplettlösung, welche die einzelnen Prozessschritte von der Lagerstätte über die Gewinnung und Aufbereitung bis zur stofflichen Umsetzung im Gesamtverbund eines Braunkohlen-Chemieparks vernetze. Als Ergebnis soll bis zum Jahr 2020 am Standort Leuna die erste großtechnische Umsetzung des Konzeptes realisiert werden. „Die angestrebte stoffliche Verwertung der Braunkohle ist bereits ab einem Erdölpreis von rund 80 Dollar pro Barrel wirtschaftlich sinnvoll, wobei der Großteil der Wertschöpfung im Gegensatz zu heute dann in der Region stattfinden wird", prognostiziert Dr. Christoph Mühlhaus.

Foto: Dr. Christoph Mühlhaus, Sprecher Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland

Mit Hinblick auf den Klimaschutz betont der Clustersprecher, dass bei der stofflichen Verwertung der Braunkohle circa 50 Prozent der Kohlenstoffe in den chemischen Endprodukten verbleiben und so nicht als CO2 in die Umwelt gelangen. Parallel zum ibi-Projekt arbeite man aber bereits an der Konzeption von Verfahren, mit denen auch das restliche Klimagas stofflich verwertet werden kann. „So wollen wir die Umweltbilanz des heimischen Energieträgers Braunkohle langfristig weiter verbessern", so Dr. Christoph Mühlhaus.

In der Wirtschaftinitiative für Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen sowie Kammern und Städte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der traditionsreichen Wirtschaftsregion Mitteldeutschland.

Weitere Informationen:
"Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland" (ibi)
Cluster Chemie/Kunststoffe


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Steffen Beck, TÜV Nord
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