Standort

Neue Studie zu Medien- und Kreativstandort Leipzig

17. Juni 2011


Eine neue Studie zum Medien- und Kreativstandort Leipzig wurde der Öffentlichkeit vorgestellt. „Die Ergebnisse zeigen auch das große Potenzial der Branche für die wirtschaftliche Entwicklung der Region", so Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben.

Denn neben Leipzig hätten sich auch andere mitteldeutsche Städte wie Halle/Saale, Erfurt, Magdeburg und Dresden zu attraktiven Standorten für die Medien- und Kreativwirtschaft entwickelt, erklärte Jörn-Heinrich Tobaben weiter. Er begrüßte darüber hinaus auch die Tatsache, dass durch die verfeinerte Strukturierung der neuen Studie jetzt auch ein Vergleich mit Kultur- und Kreativwirtschaftsberichten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen möglich sei. „Das schafft eine belastbare Grundlage für weitere, gemeinsame Aktivitäten zur Förderung der Medien- und Kreativwirtschaft in Mitteldeutschland", so Tobaben.

Die vom Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig, der Sächsischen Staatskanzlei und der DREFA Media Holding GmbH in Auftrag gegebene Studie zum Medien- und Kreativstandort Leipzig 2010/2011 analysiert im Gegensatz zu den sechs Vorgänger-Studien neben der klassischen Medien- und Kommunikationswirtschaft zusätzlich den Bereich der Kreativwirtschaft. Hintergrund ist die neue Cluster-Definition „Medien- und Kreativwirtschaft“ der Stadt Leipzig, welche das bisherige Cluster „Medien/ Kommunikation/IT“ um die Teilmärkte Kultur- und Kreativwirtschaft erweitert.

„Auch unter dem Aspekt, dass mit dem Kreativbereich ein neuer Wirtschaftszweig mit eigenen Firmen und Mitarbeitern in die Studie eingeflossen ist, lässt sich für das Cluster „Medien-und Kreativwirtschaft" eine insgesamt positive Entwicklung mit weiter gewachsenen Unternehmens- sowie Beschäftigtenzahlen feststellen“, erklärte Uwe Albrecht, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft und Arbeit der Stadt Leipzig, bei der gestrigen Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Studie.

Laut deren Ergebnissen gehören 4.400 Unternehmen in Leipzig und dem Umkreis von zehn Kilometern dem Cluster Medien- und Kreativwirtschaft an. Das sind 7,3 Prozent aller Unternehmen in dieser Region. Etwa drei Viertel davon sind gewerbliche Einzelunternehmen (39,6 Prozent) und GmbHs respektive UGs (zusammen 36 Prozent). Die Unternehmen des Clusters erwirtschaften einen jährlichen Gesamtumsatz von drei bis vier Milliarden Euro, wobei ein Teil davon außerhalb der Region erbracht wurde. Die höchsten Gesamtumsätze wurden von Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnologie erzielt, gefolgt von Rundfunk und Film sowie Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Messe- und Ausstellungswesen. Die höchsten Umsätze innerhalb der Region erwirtschafteten hingegen die Bereiche Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Messe- und Ausstellungswesen, gefolgt von Informations-und Kommunikationstechnologie sowie Rundfunk und Film.

Insgesamt arbeiten ca. 44.500 Menschen als „feste“ und „freie“ Mitarbeiter in Unternehmen der Medien- und Kreativwirtschaft. Dies entspricht einem Anteil von 11,6 Prozent an der Gesamtbeschäftigtenzahl. Die meisten Beschäftigten arbeiten in der Informations- und Kommunikationstechnologie. Es folgen Medien- und kulturelle Dienstleistungen, Künste und Musik; Marketing, Öffentlichkeitsarbeit; Messe- und Ausstellungswesen. Insgesamt verzeichnet die Leipziger Medien- und Kreativwirtschaft eine Ausbildungsquote von 16,9 Prozent. Besonders Unternehmen aus dem Bereich Rundfunk und Film setzen dabei auf die Ausbildung junger Fachkräfte.

Die befragten Unternehmen des Clusters Medien- und Kreativwirtschaft zeigten sich mehrheitlich mit ihrer aktuellen Geschäftsentwicklung zufrieden. So sagte mit 45,7 Prozent fast jeder Zweite eine bessere wirtschaftliche Entwicklung als im Jahr 2010 voraus. Unverändert gegenüber dem Jahr 2010 schätzen 32,4 Prozent ihre Situation ein. Hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den nächsten ein bis zwei Jahren äußern sich 50,7 Prozent sehr zuversichtlich, 23,0 Prozent erwarten eine ähnliche Entwicklung wie 2010. Die Zufriedenheit mit dem Standort Leipzig zeigen auch folgende Zahlen: 81,1 Prozent der befragten Unternehmen sind mit dem Standort Leipzig zufrieden bzw. sehr zufrieden. Für 90,8 Prozent kommt in den nächsten ein bis zwei Jahren ein Standortwechsel nicht in Frage.

Die Feldarbeit und die Datenaufbereitung für die Studie leistete das Leipziger Institut für Marktforschung. Die anschließende Auswertung, Darstellung und Interpretation der Daten oblag dem Lehrstuhl für Öffentlichkeitsarbeit / PR des Institutes für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig. Die Erstellung der Studie wurde im Rahmen des EU Projektes CLUSNET mit Mitteln aus dem EU Programm INTERREG IVC gefördert.

Weitere Informationen:
Studie zum Medien- und Kreativstandort Leipzig, 2010/2011
Kulturwirtschaftsbericht der Bundesregierung, 2009
Kulturwirtschaftsbericht Sachsen, 2008
Kulturwirtschaftsbericht Sachsen-Anhalt, 2006
Kulturwirtschaftsbericht Thüringen, 2009

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Klaus Papenburg, GP Günter Papenburg AG
„Die Wirtschaftsinitiative engagiert sich seit nunmehr 13 Jahren für die aktive Gestaltung des Wirtschaftsstandortes Mitteldeutschland und trägt so zu dessen nachhaltiger Entwicklung und Profilierung bei. Dabei nutzt die Initiative das vorhandene Potential der führenden Unternehmen sowie der hiesigen Verwaltung und fokussiert auf die Region Mitteldeutschland als Ganzes. Erfolgreiche Unternehmen brauchen eine starke Region.”