Cluster

Neue Anlagen für innovative Chemie

15. Juli 2011


Mitteldeutschland ist Vorreiter bei der Erforschung neuer Rohstoffe. Jetzt sollen auch die entsprechenden Kompetenzen der Anlagenbauer in der Region ausgebaut werden, so das Ergebnis einer Sitzung des Clusterboards Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland.

Seit Jahrzehnten ist Erdöl der wichtigste Ausgangstoff für die moderne Chemieindustrie. Doch angesichts der sich abzeichnenden Endlichkeit der fossilen Ressource wird zunehmend an alternativen Rohstoffen für die Branche geforscht. Mit der Frage, welche neuen Herausforderungen diese Entwicklung für die Hersteller von Anlagen für die chemische Industrie mit sich bringt, beschäftigten sich die Teilnehmer einer Sitzung des Clusterboards Chemie/Kunstoffe Mitteldeutschland, die am 6. Juli in der Niederlassung der TÜV SÜD Industrie Service GmbH in Leipzig stattfand.

„Wir begrüßen, dass sich das Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland nun verstärkt dem wichtigen Thema Pipeline-und Anlagenbau widmen will", so Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative. Durch die geplanten Aktivitäten werde ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der gesamten mitteldeutschen Chemiebranche geleistet, so Jörn-Heinrich Tobaben weiter

„Alternative Konzepte zur Rohstoffversorgung der chemischen Industrie machen neue Technologien im Anlagenbau und umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur notwendig", betont Dr. Christoph Mühlhaus, Sprecher des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland, die Bedeutung des Themas. Damit seien große wirtschaftliche Potenziale für die mitteldeutschen Unternehmen des Anlagenbaus verbunden. Darüber hinaus erhöht sich die Chance, die bereits vorhandenen Kompetenzen bei der Erforschung alternativer Rohstoffe in der Region weiter auszubauen, so Dr. Mühlhaus weiter. So wird im Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna an neuen Verfahren zur effizienten und effektiven stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe wie Pflanzen, Stroh, Holz oder Mikroalgen geforscht. Außerdem widmet sich das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Vorhaben "Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland" der stofflichen Verwertung von Braunkohle als Grundstoff für die chemische Industrie.

„Bereits in den 1990er Jahren wurde Mitteldeutschland als Geburtsort der Chemieparks zum weltweiten Vorbild für die gesamte Branche. Die Erforschung neuer Rohstoffquellen und deren Überführung in den industriellen Maßstab bietet jetzt die Chance, sich bei der Entwicklung einer Chemie im Nach-Öl-Zeitalter an die Spitze der Entwicklung zu setzen", erklärt Dr. Gunthard Bratzke von der ibi-Geschäftsstelle und Geschäftsführer des isw-Institutes.  

Neben dem Erfahrungsaustausch mit Vertretern von Unternehmen aus der Region und der Vorstellung der Aktivitäten des Vereins Deutscher Ingenieure stand dabei die angestrebte Bündelung der mitteldeutschen Kompetenz auf dem Gebiet des Pipeline- und Anlagenbaus im Mittelpunkt der Clusterboardsitzung. So diskutierten die Verantwortlichen des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland mit den anwesenden Vertretern des Netzwerks Pipeline- und Anlagenbau sowie des Zweckverbands zur Förderung des Maschinen- und Anlagenbaus FASA e. V. über eine bedarfsorientierte Intensivierung der Netzwerkaktivitäten und die gemeinsame Bearbeitung von Zukunftsthemen. „Es wurde vereinbart, basierend auf den Ergebnissen des Treffens eine Matrix zu erstellen, welche die wichtigsten Zukunftsthemen und Herausforderungen für die Unternehmen der Branche definiert", kündigt Dr. Christoph Mühlhaus an. Diese werde dann auf einer weiteren Veranstaltung vorgestellt und solle als Grundlage für konkrete Projekte dienen.

Weitere Informationen:
Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland
Standortbroschüre „mitte l punkt Cluster Chemie/Kunststoffe"
Nachricht: LANXESS wird Mitglied der Wirtschaftsinitiative


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