Innovation

Ein Q.ANTUM Sonne

05. August 2011


IQ-Preisträger 2011 im Portrait: Für neuartige Hochleistungssolarzellen, die Strom aus Sonnenenergie kostengünstiger machen, erhielt das Unternehmen Q-Cells SE den IQ-Clusterpreis Solarwirtschaft. Und die Rekordjagd nach höheren Wirkungsgraden von Solarzellen geht weiter.

Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben ein unerschöpflicher Energielieferant. Und sie schreibt uns — laut einem oft benutzten Bonmot – keine Rechnung. Trotzdem liegt der Anteil des durch Photovoltaik erzeugten Stromes an der deutschen Gesamtproduktion im Jahr 2011 noch bei rund vier Prozent. Die fortlaufende Steigerung der Wirkungsgrade von Solarzellen ist ein maßgeblicher Faktor für den erfolgreichen Ausbau der Photovoltaik. In der Vergangenheit konnte der Wirkungsgrad durchschnittlich um 0,3 Prozent pro Jahr gesteigert werden. Die Firma Q-Cells mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen ist dieser Entwicklung voraus: Mit seinem neuen Q.ANTUM-Zellkonzept für Hochleistungssolarzellen ist dem Unternehmen ein großer Schritt in die Zukunft gelungen. Durch das innovative Zellkonzept konnte der Wirkungsgrad der Solarzellen von Q-Cells um rund zehn Prozent erhöht werden. Dafür wurde das Unternehmen mit dem diesjährigen IQ Innovationspreis Mitteldeutschland im Cluster Solarwirtschaft ausgezeichnet.

„Mit der Q.ANTUM Technologie ist es uns gelungen, ein hocheffizientes Solarzellenkonzept zu realisieren, das im nächsten Schritt in die Massenfertigung überführt wird. Dafür war neben der Erforschung neuer physikalischer Eigenschaften der Zelle auch die Entwicklung neuer Prozesse für die Produktion erforderlich“, sagt Peter Engelhart, Senior Staff Expert, R&D von Q-Cells. Die wichtigste Eigenschaft der neuen Q.ANTUM-Zellen besteht in einer zehntausendstel Millimeter dünnen Nanoschicht, die auf die Rückseite der Solarzelle aufgetragen wird. Sie wirkt wie ein optischer Spiegel, der das Sonnenlicht in die Solarzelle zurück reflektiert. Durch diese Rückseitenpassivierung wird das Licht — auch im bislang kaum genutzten infraroten Bereich — effizienter zur Erzeugung von Ladungsträgern genutzt. Gleichzeitig verbessern per Laser erzeugte Kontakte die elektrischen Eigenschaften der Rückseite. Die freigesetzten Ladungsträger können so gezielter aufgefangen werden. Im Ergebnis erhöhen sich Wirkungsgrad und Leistung der Solarzelle.

Der Endanwender kann mittels dieser Innovation mehr elektrische Energie durch seine Photovoltaikanlage auf der gleichen Fläche gewinnen. Das führt zu einer schnellen Amortisierung der Kosten und ist besonders bei nur begrenzt zur Verfügung stehendem Platz, etwa auf Hausdächern interessant. „Durch die Q.ANTUM-Technologie werden wir einen nennenswerten Beitrag zur Kostensenkung und damit zur Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom leisten“, so Peter Engelhart.

Foto (v.l.): Dr. Klaus Schaffner, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Dr. Andreas Mohr, Dr. Jörg Müller, Daniel Paul Schreiter (alle Q-Cells SE) und Stefania Mandler, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Welches Potenzial in der Innovation steckt, zeigt auch die Tatsache, dass Q-Cells seit der IQ-Preisverleihung am 21. Juni den Wirkungsgrad seiner Hochleistungszelle fortlaufend gesteigert hat. Aktuell hält Q-Cells mit einem Wirkungsgrad von 19,5 Prozent bei multikristallinen Solarzellen und 18,1 Prozent bei den daraus hergestellten Solarmodulen die jeweiligen Bestmarken. „Damit unterstreichen wir das technologische Potenzial und den Führungsanspruch unseres Unternehmens“ erklärt Peter Engelhart. Im Jahr 2011 hat das Unternehmen bereits vier Weltrekorde verkündet. Wichtig für die Weiterentwicklung der neuen Zelltechnologie sei die Qualitätssicherung in Bezug auf die stabile Leistung und Sicherheit der Solarzellen und -Module in der Massenfertigung. Dazu laufen weitergehende Tests und Untersuchungen auf dem eigenen Freiflächentestgelände der Q-Cells SE. „Darüber hinaus arbeiten wir an weiteren Optimierungen unserer Prozessanlagen, bevor der Produktivbetrieb starten wird“, erläutert Peter Engelhart.

Bereits am 25. Juli dieses Jahres hat die Q-Cells SE eine eigene Produktionslinie für die Modulfertigung an seinem Hauptsitz in Bitterfeld-Wolfen in Betrieb genommen. Zukünftig werden in dieser Anlage die neuen Hochleistungsmodule von Q-Cells — “Q.PEAK“ - produziert. Genau zehn Jahre zuvor, am 25. Juli 2001, lief in Bitterfeld die erste Solarzelle von Q-Cells vom Band, die damals auch einen Rekord beim Wirkungsgrad markierte. Ganz weit vorn zu sein, hat in Bitterfeld-Wolfen also bereits Tradition.

Weitere Informationen:
IQ Innovationspreis Mitteldeutschland
IQ-Finalistenportrait
Q-CELLS SE

IQ-Gewinner-Portrait:
FiberCheck "Neuer Schwung aus Chemnitz"
Styron "Kautschuk für 'grüne' Reifen"
TU Dresden "Schokolade aus einem Guss"
IFA Rotorion Gruppe "Neue Ideen für das Auto"
IronShark "Ansporn für neue Ideen"
Scil Proteins "IQ Innovationspreis 2011 für neue Krebs-Therapie"

Downloads:
IQ-Gewinner 2011
IQ-Publikation zu den Finalisten 2011
IQ- Fotogalerie 2011


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Andreas Stemmler, TÜV SÜD
„Die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland ist wichtig, weil Zukunft nur gemeinsam funktioniert.”