Standort

Straßenkarte für die Kunststoffbranche

23. September 2011


Die mitteldeutsche Kunststoffindustrie kann aktuell auf eine positive Geschäftsentwicklung verweisen. Die Frage nach den richtigen Weichenstellungen für die Zukunft der dynamisch wachsenden Branche stand im Mittelpunkt der Sitzung des Clusterboards Chemie/Kunststoffe.

Thüringen ist das mitteldeutsche Zentrum der Kunststoffindustrie. Im Jahr 2009 erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von 2,1 Mrd. EUR und lag damit gleichauf mit der optischen Industrie. Mit einer Verdoppelung der Beschäftigtenzahl auf rund 15.000 in den Jahren 2000 bis 2008 gehört die Kunststoffindustrie auch zu den am dynamischsten wachsenden Industriezweigen im Freistaat. Die aktuelle Situation der Branche und ihre zukünftige Entwicklung stand im Mittelpunkt der Sitzung des Clusterboards Chemie/Kunstoffe Mitteldeutschland, die am 19. September 2011 bei der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG Thüringen) in Erfurt stattfand.

„Die mitteldeutsche Kunststoffindustrie entwickelt sich derzeit sehr dynamisch, die Unternehmen der Branche verzeichnen seit dem schwierigen Geschäftsjahr 2009 wieder teilweise zweistellige Wachstumszahlen beim Umsatz“, fasst Clustermanager Andreas Dockhorn das Feedback der Teilnehmer in der eröffnenden Diskussion zusammen. Mit den Rahmenbedingungen für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Kunststoffindustrie in Thüringen beschäftigten sich anschließend zwei Vorträge. So stellte Thomas Müller, Leiter des Referates Industriepolitik, Cluster, Analyse im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie, den aktuellen Stand der "Kunststoffinitiative Thüringen" vor. Mit der 2009 von der Landesregierung gestarteten Initiative soll Thüringen in den kommenden Jahren zu einem überregional bedeutenden Standort der Kunststoffindustrie ausgebaut werden. Eines der damit verbundenen Vorhaben ist die Erstellung einer Technologie-Roadmap für die Thüringer Kunststoffindustrie.

Die Ergebnisse dieses Roadmap-Prozesses stellte Prof. Dr. Michael Koch, Inhaber der Stiftungsprofessur für Kunststofftechnik an der Technischen Universität Ilmenau, den Sitzungsteilnehmern vor. Demnach wurden 15 kunststofftechnologische Trends mit einem stark interdisziplinären Charakter identifiziert, die zukünftige Wachstumspotenziale für die Branche ermöglichen. Zu den daraus abgeleiteten Technologiefeldern mit einem hohen Wertschöpfungspotenzial gehören die Themen Faserverbundkunststoffe und Leichtbau, Prozess- & Funktionsintegration, Grenz- & Oberflächentechnik, Polymerengineering und Qualitätssicherung. Diese Innovationsthemen müssten zukünftig in der Zusammenarbeit mit anderen Branchen wie den Bereichen Medizintechnik, Bau & Möbel sowie Mobilität gezielt vorangetrieben werden. Als dazu notwendige Rahmenbedingungen nannte Prof. Koch in seinem Vortrag unter anderem gezielte Technologie- Förderprogramme, die bessere Abstimmung von Ausbildungsinhalten an den Hochschulen und eine Fokussierung der F&E-Aktivitäten analog der genannten Themenschwerpunkte.

Foto: Prof. Dr. Michael Koch, Technische Universität Ilmenau

Ebenfalls wurden auf der Clusterboardsitzung gemeinsame Auftritte und Aktivitäten des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland auf der ILA Berlin Air Show im August 2012 und der weltgrößten Fachmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie "K", die 2013 in Düsseldorf stattfindet, verabredet. Zu den für die nächsten Monate geplanten Veranstaltungen gehört auch ein Informationsabend "Innovative Kunststofftechnik als Voraussetzung für High-Tech-Entwicklungen" mit Bundestagsabgeordneten in Berlin. „Uns geht es darum, anhand der vielfältigen Einsatzfelder von Kunststoffen die Bedeutung der Branche für den Innovationsstandort Deutschland aufzuzeigen und die Parlamentarier für die Bedürfnisse der mitteldeutschen Kunststoffindustrie zu sensibilisieren“, erklärt dazu Clustermanager Andreas Dockhorn.

Foto: Clusterboardsitzung Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland

Weitere Informationen:
Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland
Standortbroschüre mitte l punkt: Cluster Chemie/Kunststoffe
Nachricht: Neue Anlagen für innovative Chemie


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Dr. Klaus Wittenbecher, RKB Raffinerie-Kraftwerks-Betriebs GmbH
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