Cluster

Chemiebranche trifft sich in Mitteldeutschland

28. October 2011


Mit dem 9. Kongress des Netzwerkes der europäischen Chemieregionen, dem Treffen der deutschen Chemiecluster und einem Fachsymposium des ibi-Innovationsforums fanden gleich drei hochkarätige Veranstaltungen der internationalen Chemiebranche in dieser Woche statt.

Am Donnerstag veranstalteten das Netzwerk der europäischen Chemieregionen (ECRN - European Chemical Regions Network) und das Land Sachsen-Anhalt, den 9. Kongress der Europäischen Chemieregionen in Halle (Saale).
Hintergrund ist das Jahr der internationalen Chemie, welches das Bundesland derzeit zusammen mit der EU unter dem Motto "Chemie - unser Leben, unsere Zukunft" begeht. „Der diesjährige Kongress steht ganz im Zeichen der europäischen Regionalpolitik. So wollen wir uns thematisch mit den Herausforderungen für einen nachhaltigen Einsatz von EU-Strukturfonds in europäischen Chemieregionen im Lichte der Strategie Europa 2020 befassen.“, so Prof. Dr. Wolff, Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, die auch Präsidentin des ECRN ist.
Der Kongress diente dem Austausch auf Europäischer Ebene im Chemiebereich und bot gleichzeitig einen aktiven Beitrag zur Diskussion über den künftigen Einsatz der EU-Strukturfonds. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen des Demographischen Wandels, neue Wege in der Innovationspolitik und der Beitrag der Chemielogistik zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Finanziert wurde die Konferenz aus Mitteln der Technischen Hilfe des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Das Netzwerk Europäischer Chemieregionen vertritt die Interessen von aktuell 21 Chemieregionen aus 10 EU-Mitgliedsstaaten und damit von mehr als einer Million Beschäftigten von Estland bis nach Spanien.

Bereits am Mittwoch trafen sich Experten und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in Leuna zu einem öffentlichen Fachsymposium des Innovationsforums "Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland ibi", dass sich mit der Entwicklung von marktfähigen Technologien zur stofflichen Nutzung von Braunkohle beschäftigt. Das Vorhaben ist Teil der Innovationsinitiative "Unternehmen Region Neue Länder" und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
In verschiedenen Workshops zogen die Teilnehmer der Veranstaltung eine erste Bilanz der sechs ibi-Verbundprojekte und diskutierten die weiteren Projektschritte sowie grundlegende Perspektiven der Braunkohle im Rahmen eines zukünftigen Energiemixes.
„Die Region kann mit der stofflichen Verwertung von Braunkohle zum weltweiten Technologieführer werden“, erklärt Dr. Christoph Mühlhaus, Sprecher des Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland. Dieser Weg werde aber nur erfolgreich sein, wenn durch abgestimmte Aktivitäten der Länder, des Bundes und der EU die Braunkohle als alternative Rohstoffbasis für die Chemieindustrie gefördert werde, so Dr. Christoph Mühlhaus weiter.

Foto: Dr. Christoph Mühlhaus, Sprecher Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland

In Halle (Saale) findet am heutigen Freitag das dritte Treffen deutschen Chemie-Cluster statt, zu der das Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland eingeladen hat. Es dient dem Erfahrungsaustauch der Vertreter aus den Clusterinitiativen und der Wirtschaftsministerien der beteiligten Bundesländer. Zu den Themen der Veranstaltung, deren Gastgeber der Landesverband Nordost des Verbandes der Chemischen Industrie e.V. ist, gehören unter anderem die Nutzung von Kohle und Biomasse als Rohstoff für die Chemie und die stoffliche Nutzung von CO2. Darüber diskutieren die Teilnehmer aus Bayern, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Mitteldeutschland die weitere Fortführung des gemeinsamen Dialogs.

Weitere Informationen:
Cluster Chemie/Kunststoffe
Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland (ibi)
Europäisches Netzwerk der Chemieregionen (ECRN)
Standortbroschüre mitte l punkt: Cluster Chemie/Kunststoffe


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Dr. Frank Büchner, Siemens
„Wir engagieren uns hier, weil wir die Entwicklung der Region voran treiben können.”