Standort

Bergner besucht Cluster Chemie/Kunststoffe

09. Dezember 2011


Der Beauftragte für die Neuen Länder Dr. Christoph Bergner traf am 5. Dezember in Leuna mit Vertretern der mitteldeutschen Chemie- und Kunststoffbranche zusammen. Dabei informierte er sich über innovative Ansätze zur Nutzung heimischer Rohstoffe in der chemischen Industrie.

„Kooperationen und Clusterbildung sind überall sinnvoll, aber in Ostdeutschland stellen sie eine überlebenswichtige Strategie dar, um die sich aus der kleinteiligen Wirtschaftsstruktur ergebenden Nachteile zu überwinden“, erklärte Dr. Christoph Bergner bei seinem Besuch am Sitz der Standortgesellschaft InfraLeuna GmbH. „Mitteldeutschland ist wieder ein Kompetenzzentrum für die Polymerherstellung und -verarbeitung. Innovative Unternehmen und anerkannte Forschungseinrichtungen bieten die Basis für eine nachhaltige Entwicklung der Region“, ergänzte Dr. Christoph Mühlhaus, Gründungs-Sprecher des Clusters Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland und Geschäftsführer a. D. der Dow Olefinverbund GmbH.

Während des Treffens informierte sich der der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium und Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Länder über gleich zwei innovative Kooperationsprojekte, welche die Nutzung heimischer Rohstoffe in der chemischen Industrie vorantreiben.

Eines davon ist das Projekt „Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland“ (ibi). „Die Braunkohle in Mitteldeutschland eignet sich aufgrund ihrer Inhaltsstoffe - einem Gemisch aus diversen organischen Verbindungen - hervorragend für eine stoffliche Nutzung. Es bietet sich daher an, diese als Rohstoffe für die chemische Industrie zu gewinnen. Neben einer höheren Wertschöpfung und der Chance auf zusätzliches Wachstum und Beschäftigung wird dadurch eine nachhaltige Sicherung der chemischen Industrie in Mitteldeutschland möglich“, erläuterte Andreas Hiltermann, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH und Sprecher des Clusters Chemie/Kunststoffe für Chemieparks und Feedstocks.

Foto: Andreas Hiltermann, InfraLeuna GmbH

Eine  weitere wichtige Zukunftsstrategie stellt der länder- und branchenübergreifende Cluster "BioEconomy" dar, in dem der Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland ein wichtiger Partner ist. Der Cluster "BioEconomy" weist neue Wege der Zusammenarbeit in der Region zur nachhaltigen Nutzung von biogenen Rohstoffen. Er beteiligt sich am gegenwärtig laufenden dritten Spitzencluster-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Kernthema des Clusters ist die nachhaltige, integrierte stoffliche und energetische Nutzung von Non-Food-Biomasse, insbesondere Buchenholz, für die Industrieproduktion. Der Clusteransatz verfolgt dabei zwei übergeordnete Ziele: Die nachhaltige Maximierung der Wertschöpfung von Non-Food Biomasse mit Schwerpunkt Holz durch Koppel- und Kaskadenproduktion zur Erzeugung von Chemikalien, Werkstoffen, neuen Materialien und Energieträgern sowie die Beschleunigung der Innovation durch die integrierte, zeitlich und räumlich abgestimmte Skalierung von Prozessen und Anlagen vom Labor- bis zum Demonstrationsmaßstab. Er verbindet dabei die für die Bio-Ökonomie relevanten Industriebereiche wie die chemische Industrie, die Kunststoff- und kunststoffverarbeitende Industrie, die Holz- und Zellstoffindustrie, die Land- und Forstwirtschaft sowie den Maschinen- und Anlagenbau in Mitteldeutschland. Ein Kern des Clusters "BioEconomy" wird das Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna werden, das die Lücke zwischen Labor und industrieller Umsetzung innovativer Verfahren schließen wird.

„Das CBP ist ein herausragendes Beispiel dafür, was in Deutschland erreicht werden kann, wenn drei Bundesministerien, ein Bundesland und über 30 Unternehmen und Forschungseinrichtungen gemeinsam ein Ziel verfolgen.“ sagte Dr. Markus Wolperdinger von der Linde Engineering Dresden GmbH, einem der Kernpartner in der Entwicklung des CBP und Generalunternehmer für Technologie bei der gegenwärtig laufenden Realisierung des CBP.

Weitere Informationen:
Cluster Chemie/Kunststoffe Mitteldeutschland
CeChemNet Central European Chemical Network
BMBF-Wachstumskern ibi Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland
Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP
BioEconomy Cluster
Innovationsnetzwerk Forschung und Entwicklung Kunststofftechnik Mitteldeutschland
InfraLeuna GmbH


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Andreas Koch, Stadt- und Kreissparkasse Leipzig
„Mitteldeutschland hat sich in den vergangenen Jahren wieder zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort mit großer Wachstumsperspektive entwickelt. Die Förderung der regionalen Wirtschaft ist der Sparkasse Leipzig seit jeher ein zentrales Anliegen. Deshalb unterstützen wir auch die Arbeit der Metropolregion Mitteldeutschland.”