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Harvard-Workshop widmet sich Geschichte der WiM

16. Dezember 2011


Rund 100 Professoren aus aller Welt diskutierten am 14. Dezember bei einem Workshop der Harvard Business School die mitteldeutsche Clusterentwicklung. An der Veranstaltung nahm auch Bart Groot, der geistige Vater des Regionenmarketing für Mitteldeutschland teil.

Die Veranstaltung in Cambridge wendet sich einmal im Jahr an die Professoren von rund 100 Business Schools, die im globalen Netzwerk der Harvard Business School den Kurs "Microeconomics of Competitiveness" unterrichten. Im Rahmen des diesjährigen Workshops diskutierten die Teilnehmer die Entstehungsgeschichte zweier privatwirtschaftlicher Regional-Initiativen, darunter des Regionenmarketing für Mitteldeutschland, des Vorläufers der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.

Grundlage des Workshops bildete die Fallstudie "Cluster mobilization in Mitteldeutschland", die Dr. Christian Ketels, Forschungsleiter am Institut für Strategie und Wettbewerbsfähigkeit der Harvard Business School, zusammen mit Dr. Jeffrey Fear erstellte. Die Fallstudie widmet sich der Gründung des Regionenmarketing für Mitteldeutschland und den beginnenden Clusterprozessen in Mitteldeutschland im Zeitraum bis zum Jahr 2005. Sie gibt den Studenten Informationen zur wirtschaftlichen und soziodemographischen Entwicklung der Region seit 1990, um das Umfeld für die Entstehung der Initiative analysieren zu können. Die Fallstudie steht heute im Rahmen des Kurses rund 100 Business Schools weltweit, darunter auch an der Handelshochschule Leipzig (HHL), als Lehrmaterial zur Verfügung.

„Das Beispiel des Regionenmarketing für Mitteldeutschland ist für die Studenten aus zwei Gründen interessant:
Zum einen handelt es sich dabei nicht um eine von oben verordnete, politische Maßnahme, sondern um eine durch Unternehmen im Rahmen eines "Bottom-up"-Prozesses getriebenen Initiative.
Zum anderen zeigt sie in der Rolle von Bart Groot die Bedeutung von individuellem Engagement und Führungsbereitschaft, sowie das komplexe Motivationsgefüge, das darauf Einfluß hat“, erklärt Dr. Christian Ketels.

Foto: Dr. Christian Ketels, Forschungsleiter am Institut für Strategie und Wettbewerbsfähigkeit der HBS

Der gebürtige Holländer war als Geschäftsführer der Dow Olefinverbund GmbH in Schkopau von 1995 bis 2004 für die Privatisierung und Modernisierung der mitteldeutschen Standorte der ehemaligen BUNA-Werke zuständig. In dieser Funktion erkannte er frühzeitig, dass die Wettbewerbsfähigkeit der mitteldeutschen Unternehmen langfristig nur gesichert werden kann, wenn sich auch deren Umfeld positiv entwickelt. Sein besonderes Augenmerk lag dabei auf der länderübergreifenden Entwicklung von Clusterprozessen, um den Nachteilen einer kleinteiligen Wirtschaftsstruktur und eines administrativ geteilten Standortes zu begegnen. Bart J. Groot initiierte deshalb die Schaffung einer privatwirtschaftlichen Initiative zur Stärkung der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland, die im April 2000 zur Gründung des Regionenmarketing für Mitteldeutschland e. V., des Vorläufers der Wirtschaftsinitiative, führte.

Im Rahmen des Workshops sprach Bart J. Groot mit den Teilnehmern über seine Erfahrungen und diskutierte die damals getroffenen Entscheidungen. Eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung wird zukünftig die Fallstudie für den weltweiten Unterricht des Kurses ergänzen. „Wir legen an der Harvard Business School viel Wert auf Fallstudien, weil sie im Unterricht reale Entscheidungssituationen simulieren, denen die Studenten in ihrer zukünftigen Karriere begegnen werden. Es geht darum, eine Antwort auf die Frage zu finden: Was würde ich in dieser Situation als verantwortliche Führungspersönlichkeit tun?“, so Dr. Christian Ketels.

Foto (v.l.): Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg (HHL), Dr. Christian Ketels (HBS), Prof. Michael E. Porter (HBS), Bart J. Groot; bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Michael Porter in Leipzig im Jahr 2008

Weitere Informationen:
Harvard Business School
Kursbeschreibung Microeconomics of Competitiveness
Handelshochschule Leipzig (HHL)


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Mario Busch, S&P Ingenieure + Architekten
„Für Mitteldeutschland, für unsere Region, engagieren wir uns mit "Herzblut". Wir wollen aktiv dazu beitragen, dass diese Wirtschaftsregion durch Innovationskraft, Wachstum und Lebensqualität eine starke Zukunft hat.”