Gemeinsam und auf Augenhöhe
Wie können Kommunen, Landkreise und Länder bei der Wirtschaftsförderung und Gewerbeflächenentwicklung besser kooperieren, um den Wirtschaftsraum Mitteldeutschland zu stärken? Darüber diskutierten am Dienstagabend drei Landräte beim 2. Mitteldeutschen Immobiliengespräch.
Der Ort für die Veranstaltung war gut gewählt. Denn der Flughafen Leipzig/Halle ist als mittlerweile zweitgrößter Frachtflughafen Deutschlands und Anziehungspunkt vieler Ansiedlungen der Logistik- und Automobilbranche nicht nur eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte. Er ist auch ein Beispiel für eine grenzüberschreitende Standortentwicklung, denn zu seinen Gesellschaftern gehören neben den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt auch mehrere Kommunen und der Landkreis Nordsachsen. Im ehemaligen INTERFLUG-Abfertigungsbereich des Airports diskutierten Michael Czupalla, Landrat des Landkreises Nordsachsen, Uwe Schulze, Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld sowie Dr. Gerhard Gey, Landrat des Landkreises Leipziger Land, über die Frage „Quo vadis, Mitteldeutschland".
Foto: Michael Czupalla, Landrat des Landkreises Nordsachsen
„In der Diskussion mit meinen Kollegen kam klar der breite Konsens zur engen Zusammenarbeit zum Ausdruck“, betont Michael Czupalla. Die gelte auch für die geplante, gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Region Leipzig, so der Landrat des Landkreises Nordsachsen. In diesem Zusammenhang unterstrichen alle drei Landräte in der von Dr. Michael Schädlich, Geschäftsführer des isw Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung in Halle (Saale) moderierten Gesprächsrunde, dass sich diese Zusammenarbeit aus konkreten Projekten und gemeinsamen Interessen entwickeln müsse. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf das Verhältnis der Landkreise zu den Oberzentren Leipzig und Halle (Saale). Hierbei böte sich den Landkreisen die Chance, durch engere Kooperation auch international im Standortwettbewerb wahrgenommen zu werden. Allerdings müssten die Partner gleichberechtigt und auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen.
Zuvor hatte Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Jörn-Heinrich Tobaben mit einem Impulsvortrag zur aktuellen Situation des Standortes Mitteldeutschland die Grundlage für die Podiumsdiskussion mit den Landräten gelegt. Dessen Fazit: Die wichtigsten Indikatoren aus den Bereichen Demographie, Produktivität, Innovation und Steuerkraft weisen kritische Ergebnisse und Trends auf. Eine Ausnahme bilden lediglich die positive Entwicklung der Arbeitsmarktdaten und die im Bundesdurchschnitt geringe Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Mitteldeutschland. „Beim Abbau der immer noch vorhandenen strukturellen Defizite der regionalen Wirtschaft kommt der Stärkung ihrer Innovationskraft eine zentrale Rolle zu“, so Jörn-Heinrich Tobaben. „Grade Landkreis- und Länderübergreifende Kooperationsprojekte in zukünftigen Wachstumsfeldern bieten dafür ein großes Potenzial, wie unter anderem der Erfolg des mitteldeutschen Spitzenclusters BioEconomy zeigt“. Für deren gezielte Förderung stünden mit dem EU-Rahmenprogramm HORIZON 2020 sowie dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) geeignete Instrumente zur Verfügung, so Tobaben weiter.
Foto: Jörn-Heinrich Tobaben, Wirtschaftsinitiative
Die Immobilienbranche ist ein prägender Wirtschaftsfaktor in Mitteldeutschland: als Investor, Umsetzer von Regionalentwicklung und
Standortvermarkter. Gleichermaßen ist sie - wie kaum eine andere Branche - vom Erfolg der regionalen Entwicklung abhängig. Vor diesem Hintergrund werden die Mitteldeutschen Immobiliengespräche gemeinsam von W&R IMMCOM und dem BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen LV Mitteldeutschland e.V. organisiert. Die einzigartige Plattform wendet sich an die gesamte Immobilienbranche: Wohnungswirtschaft, Bauträger/Projektentwickler, Gewerbeimmobilie und Immobilienexperten in der Region. Neben der mitteldeutschen Ausgabe finden Immobiliengespräche in Leipzig, Halle, Erfurt, Magdeburg, Dresden und ab Herbst auch in Chemnitz statt.
Weitere Informationen:
Mitteldeutsche Immobliengespräche


