Dow: Brauchen starkes Mitteldeutschland

26. Januar 2007


Die Förderung von Innovationsprozessen sowie die Entwicklung der regionalen Wertschöpfungsketten sind die wichtigsten Ziele des mitteldeutschen Clusters Chemie/Kunststoffe. Sprecher Christoph Mühlhaus von der Dow Olefinverbund GmbH präsentierte den Arbeitsstand bei der gestrigen Cluster-Ringvorlesung.

Neben Mühlhaus war der Direktor der international agierenden Cluster-Beratungsfirma ECOTEC, Adrian Healy, aus England der zweite Referent bei der gemeinsamen Veranstaltung der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland und HHL - Leipzig Graduate School of Management. Healy stellte die verschiedenen Entwicklungsstadien eines Clusterprozesses und die notwendigen Arbeitsschritte vor.

Darüber hinaus gab Healy einen Einblick in die europäische Cluster-Beratungsszene. Die Bandbreite der Tätigkeiten umfasse die Erstellung von Konzept, Analysephase, Strategie, Aktivierung und Institutionalisierung des Clusters bis hin zur Evaluation. Studien würden eher für Regierungen und ähnliche Organisationen durchgeführt, wohingegen die praktische Beratung und Umsetzung eher für Kunden auf Regional- und Unternehmensebene angefragt werde. Die Entwicklung von Clusterstrategien teilte Healy in die Kategorien national, regional, lokal oder sektoral. Innerhalb eines entstehenden Clusters nutze den Akteuren insbesondere Beratung zur Netzwerkbildung, Fachkräfteausbildung, Unterstützung für Forschung & Entwicklung und Zugang zu Kapital.

Vor rund 30 Gästen berichtete Dr. Christoph Mühlhaus von der Entwicklung des Clusters. Sein Bericht zeigte den Werdegang und die Aufgaben für den Bereich Chemie/Kunststoffe. Insbesondere das Fehlen eines gemeinsamen Endproduktes, wie etwa im Bereich Automotive, stellte die Initiatoren vor eine Herausforderung. Dieser begegnete man mit einem Strategiedialog zwischen zahlreichen Netzwerken in Mitteldeutschland und Brandenburg.

Auf der Zukunftskonferenz 2004 der Wirtschaftsinitiative wurde die Strategie vorgestellt, die bis heute zahlreiche Netzwerke zusammen geführt hat. Der ehemalige Geschäftsführer von Dow, Bart Groot, war wesentlicher Befürworter des Clusteransatzes. Mit Dr. Mühlhaus entwickelte sich das Netzwerk in kurzer Zeit zu einem Cluster, das Adrian Healy als „established to mature" bezeichnete. Als neues Hauptziel wurde die Entwicklung Mitteldeutschlands zu einem „Kompetenzzentrum für Polymersynthese und Polymerverarbeitung mit europäischer Dimension" ernannt. Die Rolle Sachsen-Anhalts sei die „politische Leitfunktion" im Bereich Chemie für ein länderübergreifendes Cluster Chemie/Kunststoffe.

In der letzten Veranstaltung der Cluster-Ringvorlesung am 22.02.2007 wartet mit Dr. Christian Ketels ein besonderes Highlight auf. Als Forschungsleiter des weltweit renommierten Clusterentdeckers Michael Porter von der Harvard Business School ist der gebürtige Deutsche einer der gefragtesten Experten der Branche. Er spricht zum Thema „Clusterentwicklung als Element regionaler Wirtschaftsstrategien“. Als zweiter Gastredner referiert Friedrich Kolbitz, Regierungspräsident a.D. und Clustermanager Ernährungswirtschaft, über das Ernährungs-Cluster in Mitteldeutschland. Die international besetzte Vorlesungsreihe wird von der Wirtschaftsinitiative und der HHL - Leipzig Graduate School of Management angeboten. Letzte Veranstaltung der Reihe: 22.2.2007, HHL, Jahnallee 59, Leipzig, Hörsaal 110. Der Eintritt ist kostenlos.

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Programm und Berichte zur Cluster-Ringvorlesung
Cluster Chemie/Kunststoffe


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Andreas Hiltermann, InfraLeuna
„Mitteldeutschland finde ich klasse, weil dahinter ein bedeutendes Wirtschaftspotenzial steckt.”