Magdeburg bald in der Wirtschaftsinitiative?

16. Februar 2007


Über 50 Gäste bei Informationsveranstaltung in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Wirtschaftsinitiative-Vorsitzender Frank fordert mitteldeutsche Cluster- und Metropolregion. Stadtrat entscheidet im März.

Erstmals hat die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland eine Informationsveranstaltung unter dem Titel „Cluster- und Metropolregion – Perspektiven für Mitteldeutschland“ in Magdeburg durchgeführt. Gastgeber war die ÖHMI AG, die sich sowohl im mitteldeutschen Clusterboard Ernährungswirtschaft engagiert als auch einer der Preissponsoren für den IQ Innovationspreis Mitteldeutschland ist.

Der Erste Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative, Georg Frank, erläuterte vor den über 50 hochrangigen Gästen aus Wirtschaft und Politik die so genannte 3-Länder-Strategie des Vereins. Danach wird die Aufnahme aller wichtigen Oberzentren aus den drei Bundesländern angestrebt. „Für viele Unternehmen sind die drei Länder das Geschäftsgebiet“, sagte Frank, „außerdem erstrecken sich die meisten Cluster über die drei Länder, insbesondere auch nach Magdeburg.“ Neben weiteren strukturbestimmenden Unternehmen, die die Wirtschaftsinitiative aufnehmen möchte, sollen „zur politischen Stärkung“ auch die wichtigsten Städte gewonnen werden.

Voraussichtlich wird der Magdeburger Stadtrat im März über eine Fördermitgliedschaft der Stadt entscheiden. Die Städte Leipzig, Halle (Saale), Jena und Dessau zählen bereits zu den Unterstützern der länderübergreifenden Standortinitiative und sind über die Oberbürgermeister im Aufsichtsrat vertreten. Aus Magdburg ist bereits die RegioCom GmbH der Wirtschaftsinitiative beigetreten, weitere Kooperationen über die Cluster bestehen mit zahlreichen weiteren Unternehmen und Forschungseinrichtungen. „Wir hoffen, dass noch weitere Unternehmen aus den Landeshauptstädten unsere mitteldeutsche Initiative unterstützen“, sagte Frank.

Neben den Vorträgen der Clustermanager Stefan Martin (BMW) und Friedrich Kolbitz (Wirtschaftsinitiative) zu den Clustern Automotive und Ernährungswirtschaft, präsentierte Joachim Ragnitz vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) seine Empfehlungen für eine effektivere Aufbau Ost-Politik. Danach sei eine sektoral ausgerichtete Clusterförderung gegenüber einer allein auf die Großstädte ausgerichteten Förderstrategie zu bevorzugen. Der Ausstrahlungseffekt der Städte auf ihr Umland sei nicht erwiesen, so der Experte.

Der Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH, Klaus Wurpts, forderte in seinem Vortrag die Bildung einer mitteldeutschen Metropolregion. Die Vielzahl der Städteverbünde in Mitteldeutschland sei nicht effektiv, erklärte Wurpts. Vielmehr müssten sämtliche Oberzentren der Wirtschaftsregion in die Entwicklung der Metropolregion eingebunden werden. Eine Verbindung mit der Wirtschaftsinitiative würde nicht nur eine Einbindung der Cluster bedeuten, sondern auch eine höhere Handlungsfähigkeit und Akzeptanz mit sich bringen. „Auf der Basis flexibler Koalitionen innerhalb einer gemeinsamen mitteldeutschen Metropolregion in der Wirtschaftsinitiative könnten Kooperations- und Marketingprojekte sehr viel zielgerichteter entwickelt werden“, sagte Wurpts.

Weitere Informationen:

weitere Fotos zur Veranstaltung

Homepage der Öhmi Analytik GmbH

Artikel in der Magdeburger Volksstimme zum Thema

Präsentation Prof. Dr. Georg Frank (Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiatiative)

Präsentation Klaus Wurpts (Geschäftsführer der Wirtschaftsinitiative)

Präsentation Dr. Joachim Ragnitz (IWH Halle)

Präsentation Friedrich Kolbitz (Clustersprecher Cluster Ernährungswirtschaft)

Präsentation Stefan Martin (Clustermanager ACOD)


Bildbalken WiM Stadt Gera Stadt Magdeburg Stadt Dessau Stadt Jena Stadt Halle Stadt Leipzig Startseite
Andreas Hiltermann, InfraLeuna
„Mitteldeutschland finde ich klasse, weil dahinter ein bedeutendes Wirtschaftspotenzial steckt.”