Regionale Verantwortung als Chance begreifen
Unternehmerisches Engagement eröffne neben dem Werbenutzen auch die Möglichkeit, das soziale Umfeld strategisch zu beeinflussen und so die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Das schreibt Wirtschaftsinitiative-Geschäfts- führer Klaus Wurpts in einer Magazinkolumne.
„Die Wirtschaftsinitiative ist Ausdruck der Übernahme regionaler Verantwortung durch ihre Mitgliedsunternehmen“, schreibt Wurpts in einer Kolumne für die neue Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Regjo. Die Kräfte der Unternehmen würden gebündelt, um Einfluss auf bestimmte regionale Wettbewerbsfaktoren zu nehmen und somit ein wettbewerbsfähiges Unternehmensumfeld in Mitteldeutschland zu schaffen. Neudeutsch spreche man von „Corporate (Social) Responsability“ (CSR), was bedeute, dass Unternehmen „soziale“ Mit-Verantwortung übernehmen.
Durch aktuelle Fälle wie die Bankenkrise oder den Fachkräftemangel entstehe ein neuer Handlungsdruck für Unternehmer, sich über geschäftliche Ziele hinaus zu engagieren, schreibt Wurpts. Dieses Engagement müsse strategisch angegangen werden, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Dabei gehe es nicht mehr nur darum, CSR als PR-Instrument zu begreifen und das eigene Image aufzubessern. Das Verständnis CSR müsse heute viel weiter gehen. Es bedeute, regionale Verantwortung zu übernehmen. Unternehmen würden heute nicht losgelöst von ihrem Umfeld betrachtet.
Der Zusammenhang zwischen einem wettbewerbsfähigen Unternehmensumfeld und dem Unternehmenserfolg seien bekannt, schreibt Wurpts. Dementsprechend solle CSR bei den zentralen Wettbewerbsfaktoren ansetzen und versuchen, diese strategisch zu beeinflussen. Gemeint seien Rahmenbedingungen wie Infrastruktur und Rohstoffe, gesetzliche wie rechtliche Standards, die vorhandene Zulieferindustrie und schließlich örtliche Nachfragebedingungen. Auf diese Faktoren habe der Staat nur noch einen bedingten Einfluss. Es solle im Interesse eines Unternehmers sein, sie zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Auch wenn Ergebnisse erst mittel- bis langfristig zu erwarten und häufig schwer messbar seien.
Strategisch ausgerichtetes soziales Engagement von Unternehmen fange bereits in der Stärkung der eigenen Wertschöpfungskette an, erläutert der Wirtschaftsinitiative-Chef. Kooperation mit Hochschulen, gemeinsame Ausbildungseinrichtungen oder die Beeinflussung von landesweiten Gesetzesbestimmungen seien beispielhaft zu nennen. Diesem Prinzip der „Regionalen Verantwortung“ sollten sich Unternehmer stellen. Die Offenheit und die Verankerung eines Unternehmens am Standort gälten als Indizien für langfristig orientiertes Management. Das zeige sich nicht zuletzt in der Bewertung durch Ratingagenturen oder der Kreditvergabe nach Basel II. Denn wenn sich ein Unternehmer auch seiner mittelbaren regionalen Wettbewerbsfaktoren bewusst werde und sich dafür engagiere, habe das unternehmerischen Wert.
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