„Solar Valley“ präsentiert sich in Berlin
Das von der Wirtschaftsinitiative unterstützte länderübergreifende Cluster Solar Mitteldeutschland hat sich am Montag bei einem Parlamentarischen Abend in Berlin vorgestellt. Sprecher Hubert Aulich forderte den Bund auf, die Branche weiter zu unterstützen.
„Es gibt weltweit keine derartige Konzentration von Solarunternehmen wie in Mitteldeutschland“, erläuterte der Vorstand der PV Crystalox Solar AG in Erfurt und Bitterfeld. 80 Prozent der deutschen Produktion entstammen laut Aulich aus den drei Ländern. Die Branche könne einen Technologievorsprung gegenüber den internationalen Wettbewerbern aufweisen, den es zu halten gelte. Dazu diene einerseits der von rund 30 Unternehmen gestellte Antrag beim Spitzenclusterwettbewerb des Bundesforschungsministerium, der das Ziel hat, bis zum Jahr 2015 Solarstrom zu gleichen Preisen wie konventionellen Strom anbieten zu können. Andererseits müsse die vom Bund geplante Kürzung der Strom-Einspeisevergütung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) industriefreundlicher gestaltet werden.
Die Ausführungen des mitteldeutschen Clustersprechers wurden von den rund 150 Gästen in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt in Berlin („Möwe“) sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen. Groß war das Interesse am Thema Solarwirtschaft, auch viele Unternehmensvertreter aus dem Cluster waren anwesend. Geladen hatten die drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, um den gemeinsamen mitteldeutschen Antrag des „Solar Valley“ zu unterstützen. Sachsen-Anhalt und Thüringen waren durch ihre Wirtschaftsminister vertreten.
„Die Solarindustrie ist eine der wichtigsten Branchen für uns“, erläuterte Sachsen-Anhalts Minister Reiner Haseloff, „denn damit wir haben erstmals die Unternehmenszentralen einer Zukunftstechnologie bei uns.“ Und: „Allein weil der Antrag länderübergreifend ist, müssten wir eigentlich gefördert werden“, führte der CDU-Politik weiter aus. Das von der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland unterstützte Cluster zählt bereits zu den besten zwölf Finalisten von zunächst 38 Bewerbern aus ganz Deutschland und möchte im Herbst zu den besten fünf zählen, die sich die 200 Millionen Euro Fördergelder teilen dürfen.
„Das ist eine Sternstunde der Industriepolitik für unsere Region“, kommentierte Alexander zu Hohenlohe vom sächsischen Wirtschaftsministerium, „in dieser Form haben wir länderübergreifend noch nicht zusammen gearbeitet.“ Die Kompetenzen der drei Länder seien verstärkt zusammen zu legen, so der Dresdner Abteilungsleiter.
Wirtschaftsinitiative-Geschäftsführer Klaus Wurpts hatte dem wenig hinzuzufügen: „Dass unser Antrag zu den besten zwölf aus ganz Deutschland gehört, ist schon ein toller Erfolg“, so Wurpts, „doch wir haben noch viel zu tun in den nächsten Wochen, um unser Ziel zu erreichen, nämlich zu den besten Clustern Deutschlands zu zählen.“
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