Clustercouncil fordert stärkere politische Unterstützung
Die Spitzenvertreter der mitteldeutschen Cluster kritisieren die weiterhin nur schwache politische Unterstützung von Bund und Ländern bei ihren länderübergreifenden Aktivitäten.
Bei der gestrigen Sitzung des Mitteldeutschen Cluster Councils (MCC) machten Unternehmensvertreter der Cluster, darunter BMW Werkleiter Peter Claussen, Dow-Geschäftsführer Christoph Mühlhaus und Probiodrug-CEO Hans Ulrich Demuth, deutlich, dass sie angesichts der hohen zeitlichen und auch finanziellen Aufwendungen der Unternehmen nach wie vor eine deutlich stärkere politische Unterstützung von den Landesregierungen aber auch von der Bundesregierung erwarten. Das Engagement der zahlreichen Firmen diene der Entwicklung der gesamten Region, nicht nur eines Bundeslandes, so die Unternehmer.
Es gehe um den gesamten Aufbau Ost und um die Frage, ob die Region auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig werden soll. Die wenige und nur bedingt geeigneten Unterstützungsinstrumente wie die GA oder die Netzwerkprogramm seien dafür kaum geeignet.
Im MCC tauschen sich die Clustersprecher, Vertreter der koordinierenden Hochschulen sowie Vertreter der Landesministerien regelmäßig über die Entwicklungsfortschritte aus und versuchen diese zu koordinieren. Erneut hat am gestrigen Treffen auch ein Vertreter des Bundesverkehrsministeriums teilgenommen. Dieser bestätigte die bereits in Vorgesprächen mit der Wirtschaftsinitiative verabredete Durchführung einer „Mitteldeutschen Innovationskonferenz“, die nun im kommenden Frühjahr gemeinsam mit den Ländern durchgeführt werden soll.
Dabei gehe es um den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und vor allem mittelständischen Unternehmen in der Region. Dieses solle durch einen Workshop-Prozess zusammen mit den Clustern in der Folge weiterentwickelt werden. Dafür wolle der Bund auch Mittel bereit stellen.
In ihren Berichten machten die Clustersprecher die gute Entwicklung der Cluster in den letzten Monaten deutlich. Im Automotive-Cluster Ostdeutschland (ACOD), so Sprecher Claussen, würden vor allem die zahlreichen Mikro-Cluster-Treffen im Umfeld der Hersteller-Standorte sehr gut angenommen. Im Cluster Ernährungswirtschaft wird laut Manager Friedrich Kolbitz weiter an der Entwicklung und Vermarktung funktioneller Lebensmittel gearbeitet. Christoph Mühlhaus konnte für den Bereich Chemie/Kunststoffe berichten, dass das Cluster mit dem Land Sachsen-Anhalt als Modellvorhaben entwickelt werden soll. So sei eine Mitwirkung bei der Gestaltung der Förderrichtlinien verabredet.
„Der mitteldeutsche Clusterprozess befindet sich gerade in einer spannenden Entwicklungsphase“, sagt Klaus Wurpts, Geschäftsführender der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland, die die Clusteraktivitäten in der Region koordiniert. Einerseits würden immer mehr Erfolge sichtbar, sagt Wurpts, „doch nach wie vor erfährt das Engagement der Unternehmen zu wenig politischen Rückhalt.“

