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Gieseler fordert Wirtschaftsunion für Mitteldeutschland

29. September 2006


Eine Wirtschaftsunion für Mitteldeutschland sowie eine stärkere Konzentration öffentlicher Gelder sind zwei von fünf Forderungen, die der Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative, Manfred Gieseler, bei seiner heutigen Rede vor dem Sächsischen Unternehmertag in Leipzig gestellt hat.

Vor rund 600 mittelständischen Unternehmern forderte Gieseler zudem die Bildung länderübergreifender Wissenscluster, mehr Offenheit und Toleranz sowie verstärkte Marketingkooperationen. Der hauptberufliche Geschäftsführer der TOTAL-Raffinerie in Leuna sagte: "nur wenn es uns gemeinsam gelingt diese Themen wirklich anzupacken, dann haben wir im internationalen Standortwettbewerb eine Perspektive".
Zunächst ging Gieseler auf die Aktivitäten der Wirtschaftsinitiative ein. Erfolgreiche Unternehmen bräuchten eine erfolgreiche Region, so der Unternehmer, deshalb müssten sich gerade die größeren Unternehmen für ihren Standort engagieren. Die Wirtschaftsinitiative entwickle sich dafür zunehmend als gut funktionierende Plattform.

"Wir wollen auch Ideengeber und Antreiber für die Region sein", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende weiter. Deshalb habe er die Themen und Diskussionen der Wirtschaftsinitiative in folgende Thesen zusammengefasst.

Gieseler begründete seine Forderung nach einer Wirtschaftsunion für Mitteldeutschland damit, dass die Unternehmen in der Region bereits tagtäglich über Ländergrenzen hinweg miteinander in einer zusammen gehörenden "Geschäftsregion" agierten und Hindernisse der Landesgrenzen damit auch im Tagesgeschäft zu spüren bekämen. Daher sei es nun an den Landesregierungen, dieser Situation Rechnung zu tragen, u. a. durch abgestimmte Fördersätze, angepasste gesetzliche Richtlinien und eine gemeinsame Infrastrukturpolitik.

Aufgrund schrumpfender EU-und Solidarzuwendungen gelte es, die Oberzentren als Wachstums-. und Innovationstreiber zu unterstützen ohne dabei ländliches Wirtschaftspotenzial zu vernachlässigen. Wichtig sei, so die zweite These, die Kräfte Mitteldeutschlands zu konzentrieren.

Seine dritte These formulierte Dr. Manfred Gieseler unter dem Motto „Mitteldeutschland braucht Wissenscluster“. Eine wichtige Rolle spiele der Aufbau belastbarer Vernetzungen sowohl der Forschungseinrichtungen eines Fachbereiches untereinander als auch der Unternehmen einer Branche. Die aus den Vernetzungen entstehenden Wissenscluster sorgten u. a. für einen besseren Wissenstransfer von den Hochschulen in die Betriebe, unterstrich Dr. Gieseler.

„Mitteldeutschland muss toleranter werden“, lautete die vierte These. Das Zukunftskapital liege in den jungen Kreativen, für die es sich zu öffnen gilt. Denn unkonventionelle Biografien führen zu innovativen Erfolgswegen. Insbesondere kultureller Austausch spiele dabei eine zentrale Rolle.

In seiner fünften These formulierte Dr. Manfred Gieseler die Forderung, dass Mitteldeutschland mehr Marketingkooperationen brauche. Immer mehr länderübergreifende Netzwerke würden sich bilden, erklärte Gieseler erfreut. Das Ziel müsse nunmehr darin bestehen, die wichtigsten Akteure in der Region miteinander ins Gespräch zu bringen. Denn gemeinsame, funktionierende Netzwerke nach innen und nach außen seien der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft der Region Mitteldeutschland.


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Dr. Frank Büchner, Siemens
„Wir engagieren uns hier, weil wir die Entwicklung der Region voran treiben können.”