"Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft verbessern"
Der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland, Prof. Dr. Georg Frank, hat bei einer Veranstaltung des Stifterverbandes mit den drei Ministerpräsidenten diskutiert.
„Wirtschaft und Wissenschaft in der Region Mitteldeutschland" war das Thema der Podiums-diskussion anlässlich der Gründung des von Unternehmen getragenen Mitteldeutschen Landeskuratoriums des Stifterverbands für die Wissenschaft. Neben Frank und den Ministerpräsidenten diskutierten vor den rund 120 hochrangigen Gästen auch Ulrich Blum von Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sowie Ewald Holst, Vorstandsvorsitzender der VNG - Verbundnetz Gas AG und Mitglied
der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland.
Im Zentrum der Diskussion standen die Auswirkungen der jüngsten Hochschulreformen auf die mitteldeutschen Bundesländer. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt rechtfertigte Kürzungen bei Studienplätzen mit dem Hinweis, die ostdeutschen Hochschulen dürften nicht zur Ausbildungsstätte der westdeutschen Wirtschaft werden.
Die drei mitteldeutschen Ministerpräsidenten
im Gespräch mit Prof. Dr. G. Frank (WiM),
Dr. U. Blum (IWH), Dr. K.-E. Holst (VNG).
Moderation: Dr. A. Schlüter (Stifterverband)
In Mitteldeutschland habe die Wirtschaft derzeit nicht die Aufnahmefähigkeit für alle Absolventen. Milbradts Amtskollege Böhmer aus Sachsen-Anhalt sagte, die künftigen Finanzierungszwänge der Länder würden zwangsweise zu der erforderlichen Abstimmung und gemeinsamen Schwerpunktbildung im Hochschulbereich sorgen.
Der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsinitiative, Frank, verwies auf die Rolle der Hochschulen in den mitteldeutschen Clustern. Das von der Wirtschaftsinitiative entwickelte Konzept „Stärken stärken" zeige Erfolge, auch dank der Unterstützung der Landesregierungen. Mitteldeutschland sei in Produktion und Produktivität „sehr gut", so Frank. Die Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft müsse angesichts der niedrigen F&E-Quote in Unternehmen noch verbessert werden.
Prof. Dr. Georg Frank, Vorstandsvorsitzender WiM
und ehemaliger Bayer-Manager, in der Diskussion
VNG-Chef Holst verwies darauf, dass die mitteldeutschen Hochschulen bei der Einwerbung von Drittmitteln immerhin bundesweit schon zu den Spitzenreitern zählten. Wichtig sei es, in der Region Großunternehmen wie Q-Cells zu fördern, die hier auch ihren Stammsitz haben. Frank ergänzte, es müsse gelingen, möglichst viele Studenten in die Region zu bekommen, da diese nicht nur zur regionalen Wertschöpfung beitrügen, sondern vor allem wichtige Imageträger darstellen.
Dr. Holst, Vorstands-
vorsitzender VNG
IWH-Leiter Blum bestätigte den Clusteransatz für Ostdeutschland. „Erfolgreiche Clusterpolitik braucht Abstimmung", forderte Blum, „wir kommen um Cluster nicht herum." Aufgabe des Staates müsse sein, den Clusterstrukturen attraktive Rahmenbedingungen vor allem im Wissenschaftsbereich zu schaffen. In Mitteldeutschland fehle zudem ein Großforschungszentrum mit internationaler Ausstrahlung. „Das ist eine Aufgabe des Bundes", sagte Blum.
Gespräch im Anschluss an die Veranstaltung
Weitere Informationen:
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

