News

Ringvorlesung: Cluster erhöhen Wahrnehmung des Wirtschaftsstandortes

15. Dezember 2006


Das Zusammenspiel größerer Regionen ist bedeutend für die Entwicklung und internationale Wahrnehmung eines Wirtschaftsstandortes. Dies zeigten Experten bei der mit 50 Teilnehmern gut besuchten zweiten Ringvorlesung der Wirtschaftsinitiative und der HHL - Leipzig Graduate School of Management.

Die Hauptrednerin Ute Steinbusch, Leiterin „Entwicklung Technologiefelder“ der Wirtschaftsagentur AGIT aus Aachen, erläuterte anhand von Beispielen die transnationale Kooperation in der Technologieregion Eindhoven (Niederlande), Leuven (Belgien) und Aachen. In diesem „Eindhoven Leuven Aachen Technology Triangle“ (ELAt) sei laut Steinbusch die staatenübergreifende Zusammenarbeit im Länderdreieck eine besondere Herausforderung.

Den Standort auf der globalen Technologielandkarte sichtbar zu machen, sei die Hauptaufgabe der ELAt. Daher setze man zusätzlich zu regionalen Clusteraktivitäten in der kleineren Region Aachen/Maastricht/Lüttich auf die ELAt-Kooperationen in einem Gebiet der Größe Mitteldeutschlands. „Wir wollen eine grenzüberschreitende Hochtechnologieregion darstellen, die sich mit globalen Maßstäben messen kann. Im lokalen Umfeld würde uns die kritische Masse fehlen“, argumentierte Ute Steinbusch. Insgesamt sei der Aachener Clusterprozess bottom-up, also aus der Wirtschaft heraus, entstanden, da der Nutzen für alle beteiligten Organisationen auf der Hand lag.

Als zweiter Referent betonte auch Prof. Hans Ulrich Demuth, Geschäftsführer der Probiodrug AG und Clustersprecher Biotechnologie - Life Sciences, die Notwendigkeit der Clusteraktivitäten für die Wahrnehmung der mitteldeutschen Branche, gerade an den internationalen Finanzmärkten. „Wir werden als Standort Mitteldeutschland besser wahrgenommen als jedes Bundesland für sich“, so der Clustersprecher. Aus globaler Perspektive betrachtet habe die mitteldeutsche Biotechnologie das Potenzial, eine relevante Rolle beim Wirtschaftswachstum in der Region zu spielen. Daher sollten alle drei Bundesländer die Synergien nutzen und nicht einem falschen Protektionismus aufsitzen. Des Weiteren gab Prof. Hans Ulrich Demuth Einblicke in die Errungenschaften des Netzwerkes, die unter anderem vom Informationspool über zweisprachige Standortpräsentationen bis hin zu der Entwicklung von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zur Fachkräfterekrutierung umfassten.

Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg, Moderator der Vorlesung und HHL-Lehrstuhlinhaber für Marketingmanagement, schlug noch einmal den Bogen zu den Rednern der ersten Vorlesung. Er betonte die erhöhte Effizienz clustergebundener Unternehmen und die Tatsache, dass Clusterpolitik „bottom-up“ erfolgen müsse. Zum nächsten Termin am 18. Januar wird Emiliano Duch von der Competitiveness Group aus Barcelona erwartet. Sein Vortrag widmet sich dem Thema “Clustering - Wishful Thinking Or Successful Tool?“ (Vortrag auf Englisch). Dr. Steffen Gackstatter, Vizepräsident der Monitor Group wird über “Erfolgsfaktoren der Clusterentwicklung - am Beispiel Süddänemark“ referieren. Den regionalen Bezug stellt der Clustermanager Ernährungswirtschaft, Friedrich Kolbitz, her. Er berichtet über die Aktivitäten des Clusters.

Die international besetzte Ringvorlesung wird von der Wirtschaftsinitiative und dem Lehrstuhl Marketingmanagement der HHL, Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg, angeboten. Kommende Termine sind am 25.01. und 22.02. (HHL, Jahnallee 59, Leipzig, Hörsaal 110). Weitere Referenten mit internationaler Expertise sind Dr. Christian Ketels von der Harvard Business School (Forschungsleiter am Institut für Strategie und Wettbewerbsfähigkeit von Prof. Michael Porter) sowie Adrian Healy von der britischen Beratungsfirma ECOTEC.

Weitere Informationen:
Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer AGIT mbH
Cluster Biotechnologie - Life Sciences
Programm, Präsentationen und Berichte zur Cluster-Ringvorlesung

Kontakt:
Klaus Wurpts
Tel. 0341 - 600 16 0


Bildbalken WiM Stadt Gera Stadt Magdeburg Stadt Dessau Stadt Jena Stadt Halle Stadt Leipzig Startseite
Andreas Hiltermann, InfraLeuna
„Mitteldeutschland finde ich klasse, weil dahinter ein bedeutendes Wirtschaftspotenzial steckt.”