Studie zur Kreativwirtschaft in Mitteldeutschland – Sachsen-Anhalt
Halle mit 5,3 % minus, Magdeburg punktet mit 36,5 % und 630 Arbeitsplätzen plus
Im Rahmen der Zukunftskonferenz 2007 zum „Wirtschaftsfaktor Kreativität“ gehen am 20. November rund 400 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Kultur sowie prominente Spezialisten der Frage nach, welchen Standort Mitteldeutschland im internationalen Wettbewerb einnimmt. Hochkarätig besetzte Vorträge und sechs Workshops im Kongresszentrum der Messe Erfurt widmen sich den verschiedenen Komponenten und Spielarten der Kreativität als Standortfaktor. Gesprächsgrundlage des Programms (14 bis 18 Uhr) ist dabei eine aktuelle Studie, die das Leibniz-Institut für Länderkunde im Auftrag der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland erstellt hat und die am heutigen Dienstag veröffentlicht wird. Der Fokus der Zukunftskonferenz liegt dabei auf der Deutung der Ergebnisse, dem daraus folgenden Handlungsbedarf und Strategien zur zukünftigen Nutzung von Kreativität als Standortfaktor. Anmeldungen für die offene Zukunftskonferenz sind gegen eine Gebühr von 80 bzw. 100 Euro im Internet unter www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de möglich.
Die Studie „Kulturwirtschaft/Creative Industries in den Städten der Region Mitteldeutschland“ geht unter der Federführung des Experten Dr. Bastian Lange zunächst der Frage nach, ob der allgemeine Boom der Kreativbranche auch in Mitteldeutschland stattfindet. Schließlich weist keine andere Wirtschaftsbranche derzeit ein größeres Wachstum in Europa, im Bund und in den großstädtischen Zentren auf. Im Anschluss richtet die Analyse ihr Augenmerk auf die sogenannten „Hot Spots“, d. h. Städte, deren Beschäftigtenanteil in den Creative Industries bis zu 17 Prozent zulegte, während der Gesamtbeschäftigtenumfang zwischen 1999 und 2006 um bis zu 20 Prozent abnahm. Die Creative Industries sind die versteckten Gewinner von Mitteldeutschland.
Studienergebnisse (Auswahl):
Während die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mitteldeutschland zwischen 1999 und 2006 um 13,4 Prozent abnahm, verzeichnet der Anteil der Creative Industries im Verhältnis zur Gesamtbeschäftigten-Entwicklung immerhin einen Zugewinn um 0,2 Prozent. Einer der großen Gewinner ist dabei Magdeburg. In der Landeshauptstadt nahm die Zahl der Beschäftigten der Creative Industries im genannten Zeitraum stark zu (36,5 Prozent auf 2.357 Arbeitnehmer), während die Zahl der sv-pflichtig Beschäftigten in Magdeburgs Gesamtwirtschaft gleichzeitig um 13.499 Personen abnahm (-11,7 Prozent). In Halle sieht es weniger positiv aus: 5,3 Prozent weniger Kreative (-171 Arbeitsplätze) nehmen sich in der Gesamtbilanz (-18.367 Arbeitsplätze; -16,8 Prozent) allerdings respektabel aus. Damit bewegt sich Halle im guten Mittelfeld im mitteldeutschen Vergleich.
Mit der Zukunftskonferenz knüpft die Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH an die Leitlinien des US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Richard Florida („The rise of the creative class“) an, der mit seiner 3-T-Formel (Technologie, Talent, Toleranz) beschreibt, dass sich Mitglieder der „creative class“ besonders für Städte und Regionen entscheiden, in denen sie ein offenes, innovatives, tolerantes und kulturelles Arbeits- und Lebensumfeld vorfinden. Zu den prominenten Teilnehmern zählen Prof. Dr. Stephan Jansen (Zeppelin University Friedrichshafen), Dr. Bastian Lange (Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig), Michael Reinboth (DHL Hub Leipzig GmbH), Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg (Handelshochschule Leipzig), Stefan Gabriel (BMW AG), Dr. Albrecht Schröter (Oberbürgermeister der Stadt Jena), Thomas Tesch (DELL Halle GmbH), Ruth Kretschmer (Dow Olefinverbund GmbH), Prof. Dr. Hardy Geyer
(Hochschule Merseburg), Axel Noack (Bischof der Evangelischen Kirche), Prof. Dr. Georg Frank (Vorsitzender der Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland e.V.) und viele andere mehr.
Anmeldungen für die offene Zukunftskonferenz sind gegen eine Gebühr von 80 bzw. 100 Euro im Internet unter www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de möglich.
Weitere Informationen:
www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de
Downloads:
www.zukunftskonferenz-mitteldeutschland.de/service/downloads.html
(u.a. weiterführende Literatur)
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